Quantitative Easing und der Grenznutzen

Die private Federal Reserve zieht nach Bekanntwerden des letzten Sitzungsprotokolls in Erwägung eine dritte Runde Quantitative Easing – also den Ankauf von Staatsanleihen und Hypotheken und damit das Einbringen von frischem Geld in den Kreislauf – einzuläuten.

Mit QE I und II wurden bereits über 2,5 Billionen US-Dollar ins System gepumpt:

The US Federal Reserve held between $700 billion and $800 billion of Treasury notes on its balance sheet before the recession. In late November 2008, the Fed started buying $600 billion in Mortgage-backed securities (MBS). By March 2009, it held $1.75 trillion of bank debt, MBS, and Treasury notes, and reached a peak of $2.1 trillion in June 2010. Further purchases were halted as the economy had started to improve, but resumed in August 2010 when the Fed decided the economy was not growing robustly. After the halt in June holdings started falling naturally as debt matured and were projected to fall to $1.7 trillion by 2012. The Fed’s revised goal became to keep holdings at the $2.054 trillion level. To maintain that level, the Fed bought $30 billion in 2–10 year Treasury notes a month. In November 2010, the Fed announced a second round of quantitative easing, or “QE2”, buying $600 billion of Treasury securities by the end of the second quarter of 2011.

Nun beabsichtigt die FED eine erneute Runde von nicht-gedecktem Fiat-Money zugunsten der Bank(st)er – ähm, natürlich zugunsten der Wirtschaft und damit natürlich für die einzelnen Bürger – in den Geldkreislauf einzubringen.

Kritiker haben bereits bei QE II darauf hingewiesen, dass die getroffenen Maßnahmen dem Grenznutzeneffekt unterliegen. Dabei wird der Grenznutzen in rein volkswirtschaftlicher Denkweise wie folgt definiert:

Anschaulich gibt der Grenznutzen an, wie viel zusätzlichen Nutzen eine marginale Erhöhung der Menge von Gut X stiften würde, wobei die Menge aller anderen Güter unverändert gelassen wird. Ein Grenznutzen von 0 bedeutet, dass für dieses Gut Sättigung eingetreten ist. Eine weitere Einheit dieses Gutes würde (bei einem konkaven Funktionsverlauf) keinen zusätzlichen Nutzen stiften.

Aus diesem Grund müssen – um überhaupt noch einen Effekt zu haben – die Summen bei jeder neuen Runde steigen. Man kann daher davon ausgehen, dass QE III mit der bislang größten Bazooka ausgestattet sein wird, die die FED jemals abgefeuert hat.

Das erneute Einpumpen von wertlosen Papierscheinen oder besser gesagt von wertlosen Bits und Bytes wird nach dem Grundsatz des Grenznutzens wenig Effekt haben. Jedoch wird es definitiv zu einer erneuten Zunahme der Inflation führen. Liegt die offizielle Inflationsrate in den USA im Jahr 2012 zwischen 2,9% (Januar) und 1,4% (Juli) – was die obige Aussage eigentlich als falsch beweisen würde – weist die inoffielle Statistik von shadowstats.com für den Juli einen Wert von annähernd 9% aus:

Annual Consumer Inflation

Bildquelle: www.shadowstats.com

Wir sehen, dass QE I und II zu massiven Ausschlägen in den Jahren 2008 (QE I) und 2010 (QE II) geführt haben. Da bekanntlicherweise die offiziellen Zahlen und Statistiken – genauso wie übrigens auch in Deutschland – manipuliert sind, ist der Rückgriff auf die Daten von shadowstats.com, die ihre Zahlen auf der Grundlage der früher selbst vom Staat getroffenen Definitionen, z.B. des für die Inflationsberechnung zugrunde liegenden Warenkorbs, berechnen, sinnvoller und vor allem auch realistischer:

Annual Consumer Inflation 08-10

Bildquelle: www.shadowstats.com

Über die Summe von QE III kann derzeit wohl nur spekuliert werden – sicher dürfte jedoch sein, dass aufgrund der Funktion des Dollars als Weltleitwährung, wir auch bei uns steigende Inflationsarten sehen werden. Letztendlich bedeutet dies, dass einmal mehr der Kleine die Rechnung der Großen bezahlt.


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