Digitale ID und Internet: Sie werden alle Schlupflöcher schließen

Kontrolle – Bildquelle: Pixabay / geralt; Pixabay License
Ein immer übergriffiger werdendes „Regierungsgebilde“, sei es nun der EU-Moloch in Brüssel oder die jeweiligen Landesregierungen, zeigt uns, dass das Misstrauen der Politkaste gegenüber der eigenen Bevölkerung riesengroß sein muss. Natürlich agieren dabei diese Frontdarsteller im Auftrag der Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) im Hintergrund, die als eigentliche Strippenzieher Merz, Macron, Trump und Co. genau sagen, was sie von ihnen erwarten bzw. was konkret zu tun ist. Gerade im Kontext der Zensur, Überwachung und Kontrolle des Internets (Stichwort DSA, digitale ID, Altersverifikation) ist dies aus meiner Sicht bestens belegbar.
Viele denken, dass es trotz allem noch Auswege geben wird, weil man z.B. Techniken wie einen VPN nutzen könnte, um dem Überwachungswahn des Systems zu entkommen. Leider habe ich hier schlechte Nachrichten wie das Beispiel – einmal mehr – von Großbritannien zeigt, das vielen Politikern auf dem Kontinent als Vorbild in Sachen Internet, Überwachung, Kontrolle und Co. gilt. Natürlich wieder einmal über die so offensichtliche Lüge des angeblichen „Kinderschutzes“:
In einem Schritt, der bereits Kontroversen ausgelöst hat, hat das britische Oberhaus für eine Änderung des Gesetzesentwurfs zum Wohlergehen von Kindern und Schulen (CWSB) gestimmt, die Altersbeschränkungen für virtuelle private Netzwerke (VPNs) vorsieht.
Die VPN-Frage ist seit langem ein Dorn im Auge des Altersüberprüfungs-Ökosystems, da sie als einfache Umgehungsmöglichkeit für digitale Altersüberprüfungen gilt – und somit als Beweis dafür, dass die geltenden Gesetze zur Altersüberprüfung ihren Zweck nicht erfüllen.
Die Antwort der Altersüberprüfungsbranche darauf war, dass die Gesetze zur Online-Sicherheit keine Schlupflöcher zulassen. Die Age Verification Providers Association (AVPA) hat das, was sie als „VPN-Irrtum (VPN fallacy)“ bezeichnet, wie folgt beschrieben:
Einige argumentieren, dass aufgrund der Existenz von VPNs jedes Altersüberprüfungssystem scheitern wird.
Dies führt zu der falschen Annahme, dass Websites mit Altersbeschränkungen von der Einhaltung der Vorschriften ausgenommen sind, wenn Nutzer sich über ein VPN verbinden. Die von uns weltweit untersuchten Gesetze, darunter der britische Online Safety Act und ähnliche Maßnahmen in Australien oder US-Bundesstaaten, sehen keine solche Ausnahme vor. In der Praxis gibt es Möglichkeiten, Umgehungen zu erkennen und zu bekämpfen, und es besteht keine Notwendigkeit, ein vollständiges Verbot von VPNs in Betracht zu ziehen.
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(Some argue that because VPNs exist, any age assurance system will fail.This leads to the mistaken belief that age-restricted sites are exempt from compliance if users connect through a VPN. Legislation we have reviewed globally, including the UK’s Online Safety Act and similar measures in Australia or U.S. states, offers no such exemption. In practice, there are ways to detect and address circumvention and there is no need to even consider banning VPNs outright.)
Die britische Regierung erwägt zwar (noch) kein Verbot von VPNs, doch ihr Gesetzesvorschlag würde bedeuten, dass jeder VPN-Nutzer sein Alter nachweisen muss (wo wir wieder bei der digitalen ID wären). Dies erinnert an die Erkenntnis, die sich einstellte, als der Online Safety Act (OSA) Altersüberprüfungsanforderungen für Pornoseiten vorschrieb: Um sicherzustellen, dass die Nutzer keine Kinder sind, muss die Altersüberprüfung für ALLE gelten.
Die Debatte um die Altersüberprüfung dreht sich im Kreis und führt zu mehr Kontrollen
Der Text des Änderungsantrags der Lords fügt „Maßnahmen zum Verbot der Bereitstellung von VPN-Diensten für Kinder im Vereinigten Königreich (action to prohibit the provision of VPN services to children in the United Kingdom)“ hinzu, angeblich „zum Zwecke des Schutzes und des Wohlergehens von Kindern (for the purpose of furthering the protection and wellbeing of children)“.
Die Vorschriften „können vorsehen, dass der Anbieter eines entsprechenden VPN-Dienstes von jeder Person, die in oder aus dem Vereinigten Königreich auf seinen Dienst zugreifen möchte, eine Altersüberprüfung verlangt, mit der sich hochwirksam feststellen lässt, ob es sich bei dieser Person um ein Kind handelt oder nicht (may make provision for the provider of a relevant VPN service to apply to any person seeking to access its service in or from the UK age assurance which is highly effective at correctly determining whether or not that person is a child)“.
Sie müssen für alle VPN-Dienste gelten, die Nutzern im Vereinigten Königreich angeboten werden. Ofcom (britische Regulierungsbehörde), so heißt es, „kann Leitlinien für Anbieter entsprechender VPN-Dienste erstellen, um ihnen bei der Einhaltung des VPN-Verbots für Kinder zu helfen (may produce guidance for providers of relevant VPN services to assist them in complying with the child VPN prohibition)“.
Es handelt sich um einen Kreislauf: Altersüberprüfungen veranlassen Minderjährige dazu, Umgehungsmöglichkeiten zu finden, also werden auch diese Umgehungsmöglichkeiten überprüft. Dies ist symptomatisch für ein Muster, bei dem die Regulierungsbehörden einen Whac-a-Mole-Ansatz (Randbemerkung: Whac-A-Mole [englisch whack „draufhauen“ und mole „Maulwurf“] ist ein Arcade – bzw. ein Computerspiel und Spielzeug, in dem künstliche Maulwürfe, die aus Löchern hervorkommen, mittels eines Hammers oder Tasten zurück in die Löcher geschlagen werden müssen.) bei der Durchsetzung verfolgen, während Anbieter von Erwachseneninhalten versuchen, die Verantwortung von der Plattformebene auf Google, Apple und Microsoft zu verlagern, und die Altersüberprüfungsbranche mehrere Kurswechsel in der Haltung und Kommunikation der Labour-Regierung durchläuft.
Die VPN-Debatte wird nicht verschwinden – aber der Gesetzesentwurf könnte es. Laut ISPreview wurde der Änderungsantrag mit 207 Ja-Stimmen und 159 Nein-Stimmen vom Oberhaus verabschiedet, wobei die Mehrheit der Ja-Stimmen von der Konservativen Partei und die Mehrheit der Nein-Stimmen von der Labour-Partei kam. „Entscheidend ist (Crucially)“, so heißt es, „dass dies darauf hindeutet, dass die Änderung, zumindest in ihrer derzeitigen Form, derzeit von der Regierungspartei abgelehnt wird und daher Schwierigkeiten haben könnte, sich zu behaupten, sobald der Gesetzentwurf an das Unterhaus zurückgeht (this suggests that the amendment, at least in its current form, is currently opposed by the party of Government and so may struggle to survive once the Bill is returned to the House of Commons)“.
Der Vorschlag wird auch auf Widerstand von Datenschutzgruppen stoßen, da VPNs weit verbreitet sind, um die Anonymität im Internet zu wahren.
Ofcom und Baroness Kidron
Unterdessen wird heftig darüber diskutiert, wie sinnvoll weitere Gesetze sind, wenn deren Durchsetzung nicht verschärft wird – und wie viel Schuld Ofcom für die wahrgenommenen Versäumnisse der OSA trägt. In einer Rede vor dem House of Lords sagte die bekannte Verfechterin von Gesetzen zum Schutz von Kindern im Internet, Baroness Beeban Kidron, dass
die Regulierung gescheitert ist, nicht weil sie nicht funktionieren kann, sondern weil das vom Parlament vorgesehene System durch Lobbyarbeit geschwächt und in seiner Umsetzung entscheidend untergraben wurde. Es ist nicht die Regulierung, die im Prinzip versagt. Es ist der politische Wille, der in der Praxis versagt.
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(regulation has failed, not because it can’t work, but because the regime envisaged by Parliament was weakened by lobbying and critically undermined in its implementation. It’s not regulation failing in principle. It’s political will failing in practice.)
Kidron weiter:
Ich werde endlich öffentlich sagen, was andere seit Monaten sagen: Ofcom ist zu zaghaft. Sie stehen der Technologie zu nahe, sie sind zu geheimniskrämerisch, sie haben den Anwendungsbereich eingeschränkt, sie haben das Gesetz auf die bürokratischste Art und Weise umgesetzt, die möglich ist, und sie haben das Parlament missachtet, indem sie nicht alle Teile des Gesetzes umgesetzt haben.
Nichts wird sich ändern, bis sich Ofcom ändert.
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(I will finally say in public what others have been saying for months: Ofcom are too timid. They’re too close to tech, they’re too secretive, they’ve narrowed the scope, they’ve tackled the act in the most bureaucratic fashion possible, and they have held Parliament in contempt by failing to enact all parts of the Act.Nothing will change until Ofcom changes.)
Kidron sagt, eine weitere Konsultation sei nur weiteres Zögern, und verweist auf Australien als Vorbild für ein System zur Online-Sicherheit von Kindern, das aufgrund einer Kombination aus politischem Willen, starken Regulierungsbefugnissen und dem Mut, sich gegen die großen Tech-Unternehmen zu behaupten, funktioniert hat.
Das Oberhaus diskutiert ebenfalls über eine Beschränkung der Nutzung sozialer Medien für Nutzer unter 16 Jahren nach australischem Vorbild. Einige lehnen ein „pauschales Verbot (blunt, one-size-fits-all ban)“ ab und bevorzugen ein abgestuftes oder gestaffeltes Modell. Andere bezeichnen die weit verbreitete Social-Media-Sucht als „soziale Katastrophe (social catastrophe)“. Fast alle scheinen sich einig zu sein, dass Eltern und Gesundheitsexperten ihnen sagen, dass etwas getan werden muss.
Daher treibt Großbritannien weitere Gesetze zur „Kindersicherheit“ im Technologiebereich voran, sei es in Form von Altersgrenzen für soziale Medien oder Altersüberprüfungen für VPNs. Einige sehen darin einen Kreislauf, der den längsten Weg zum Ziel nimmt. Andere wollen das Tempo drosseln.
Zusammenfassend muss man sagen, dass Zensur, Regulierung des Internets und eine Zugangsberechtigung nicht nur in Großbritannien – vorerst gesetzlich – kommen wird. Die technische Umsetzung wird auf dem Fuß folgen, wenn die entsprechenden Technologien implementiert und verfügbar sind. Und leider verstehen 90% der Menschen nicht, was dies impliziert. Stattdessen beklatschen sie Altersbegrenzungen für soziale Medien, ohne zu verstehen, welche Folgen dies haben wird bzw. wie dies erreicht werden soll. Offenbar ist der geistige Horizont vieler Menschen inzwischen durch KI, Indoktrination, Gleichgültigkeit und Co. so verengt, dass sie die damit einhergehenden Folgen und Gefahren nicht (mehr) begreifen können. Wie heißt es im Volksmund doch so schon:
Selig sind die Dummen.
Quellen:
VPNs a navigable challenge for age assurance sector, says AVPA
2025 Online Biometric Age Assurance Market Report & Buyers Guide
Wikipedia – Whac-A-Mole
UK age verification is here: Ofcom set to begin enforcing Online Safety Act
House of Lords votes to ban UK children from using Internet-VPNs
UK MPs debate evolution of Online Safety Act, reject repeal petition
House of Lords – Livestream Wednesday 21 January 2026
Australian eSafety Commissioner battling suits from Big Tech ahead of Dec 10
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