Deutsche Bank: Außergerichtliche Einigung wegen Manipulation beim Gold- bzw. Silber-Fixing und die möglichen Folgen

Als vor ca. zwei Wochen die Deutsche Bank in die Schlagzeilen geriet, ging es um große Verluste und massive Belastungen durch ihr riskantes Derivategeschäft. Das letzte Mal, dass die Aktien des größten deutschen Bankhauses so billig gehandelt wurden, war inmitten der 2008er Finanzkrise.

Über diese Verluste und Belastungen konnten wir auch in der deutschen Hochleistungspresse lesen. Im Gegensatz zur außergerichtlichen Einigung der Deutschen Bank mit einer Gruppe an Investoren, die die Deutsche Bank wegen Manipulation des Gold- und Silber-Fixings verklagten. Darüber schwieg sich unsere Hochleistungspresse lieber (fast geschlossen) aus. Wer mehr dazu lesen will, bitte hier entlang.

Deutsche Bank Frankfurt - Bildquelle: Wikipedia / Thomas Wolf, www.foto-tw.de

Deutsche Bank Frankfurt – Bildquelle: Wikipedia / Thomas Wolf, www.foto-tw.de

Neben einer derzeit in der Höhe unbekannten Schadensersatzzahlung will die Deutsche Bank zudem Beweise liefern, um die Kläger bei Klagen gegen Konkurrenten wie die Bank of Nova Scotia, Barclays, HSBC und SocGen zu unterstützen. Dies sollte mit Hilfe von Chatprotokollen und Nachweisen anderer elektronischer Kommunikation erfolgen, was die Deutsche Bank auch gegenüber der Richterin am US District Court, Valerie Caproni, bestätigte.

Sollten die Informationen, die die Deutsche Bank den Klägern liefert, für die Konkurrenten belastend sein – wovon die Anwälte der Klageführenden ausgehen -, wäre das ein weiterer Fall in dem Banker überführt wurden ihre Kunden gemeinsam zu betrügen. Vor einem Jahr bekannten sich die Citigroup, JPMorgan Chase, Barclays und RBS schuldig, die Devisenmärkte zu manipulieren, nachdem einige peinliche Chat-Protokolle an die Öffentlichkeit gelangt waren.

Dabei beruhte der Fall zu einem großten Teil auf die Nachrichtenprotokolle einer exklusiven Chat-Gruppe mit dem vielsagenden Namen: The Cartel.

Ein kleiner Auszug aus diesen Chat-Protokollen:

[…] was ist der schlechteste Preis, den ich hier machen kann, wo sich die Entscheidung des Kunden mit mir zu handeln oder mit mir zukünftig Geschäft zu machen, nicht ändert…, wenn du nicht betrügst, dann versuchst du es nicht.

[…] whats the worst price I can put on this where the customers decision to trade with me or give me future business doesn’t change…, if you ain’t cheating, you ain’t trying.)

Kann etwas besser die Einstellung, Haltung und Meinung der Banker über ihre Kunden ausdrücken als dieses Beispiel?

Seit 2009 haben die großen Banken fast 200 Milliarden US-Dollar in 200 Fällen an Strafe gezahlt. Natürlich wiesen alle Vorstandsvorsitzenden der Großbanken irgendwelche Verantwortung von sich und sprachen von einzelnen „faulen Äpfeln im Korb“, die sich in den niederen Hierarchieebenen bewegten, und dass jeder Fall ein isolierter Vorgang sei. Wobei dies wohl nur noch die Naivsten glauben dürften.

Vielleicht schafft es diesesmal die US-Aufsichtsbehörde CFTC einen hohen Banker ins Gefängnis zu verfrachten – ohne dass Politik und Banker die schnelle Lösung via Freikaufen proklamieren. Aber das dürfte wohl eher ein Wunschtraum bleiben.

Die Banker gehen dabei immer äußerst geschickt vor. Denn nicht eine Einzelperson bekennt sich (beispielsweise im Fall der Manipulation am Devisenmarkt) schuldig, sondern immer das Unternehmen selbst. Die Personen dahinter geniessen quasi Immunität. In den letzten Jahrzehnten wurden genau Null Komma Null Vorstandsvorsitzende oder andere Personen an der Spitze der Bankhäuser zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Immer konnten sich die Banker „herauskaufen“. Trotz erdrückender Beweise für Betrug beim Hypothekenversicherungsgeschäft, bei den Derivaten, im Rohstoffhandel und auf den Devisenmärkten. Stattdessen wurden die Steuerzahler zur Kasse gebeten oder die Aktionäre, die entweder per Bail-Out die Banken retteten oder durch geringere Gewinne die Strafen bezahlten.

Vielleicht ist die Nachricht zur Deutschen Bank ein Signal auch für die Gerichte und andere Kläger. So haben beispielsweise kanadische Investoren zwei weitere Klagen eingereicht. Klagewert: 1 Milliarde US-Dollar. Und weitere Klagen dürften nicht lange auf sich warten lassen.

Es bleibt zu hoffen, dass es weit schwieriger für die Bank ist die wütenden Kläger zu kontrollieren als die Aufsichtsbehörden und die Politik. Bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.

Quellen:
Deutsche Bank Settles Lawsuit for Price Rigging, Turns “State’s Evidence” on Other Banks
Deutsche Bank Admits It Rigged Gold Prices, Agrees To Expose Other Manipulators
Manipulationen am Gold- und Silbermarkt: Deutsche Bank stimmt Vergleich zu und kooperiert bei weiteren Klagen gegen Konkurrenten


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