Poison Papers: Neue Dokumente belegen die Machenschaften von Monsanto

Kürzlich veröffentlichte Dokumente zeigen, dass Monsanto wissentlich hochgiftige Chemikalien verkauft hat, obwohl man seitens des Chemieunternehmens seit Jahren wusste, dass die Chemikalien und der Einsatz massive Risiken für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen mit sich bringen. Bill Sherman, der stellvertretende Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Washington überprüft aktuell Dokumente aus den sogenannten Poison Papers und entlarvte dabei sogar noch weitere Betrugspläne Monsantos.

PCB-Formel - Bildquelle: Wikipedia / Leyo; gemeinfrei

PCB-Formel – Bildquelle: Wikipedia / Leyo; gemeinfrei

PCB oder polychlorierte Biphenyle sind hochgiftige Stoffe, von denen man weiß, dass sie zahlreiche Gesundheitsprobleme auslösen und dass sie dazu neigen sich in der Umwelt anzusammeln und für lange Zeit dort zu verbleiben. Obwohl Monsanto von diesen Dingen wusste, wurden die giftigen PCB-Produkte weiterhin produziert und verkauft. Bill Sherman will daher prüfen, ob der Chemiekonzern deswegen in Haftung genommen werden kann. Sherman sieht in den Poison Papers “verdammt starke Beweise (damning evidence)” und wird daher Klage gegen das Unternehmen einreichen. Auch zahlreiche Städte an der Westküste wollen sich dieser Klage anschließen.

PCB-Produkte wurden erstmals von Monsanto im Jahre 1935 in der Massenproduktion hergestellt. Die Substanzen wurden in verschiedenen industriellen Verwendungen wie als Kühlmittel und Schmiermitteln für schwere Geräte (z.B. Traktoren) eingesetzt. Das Unternehmen beendete nach eigener Aussage die Produktion der Stoffe 1977 – zwei Jahre bevor mehrere Staaten die Stoffe verboten. 1979 waren PCB-Produkte fast überall verboten, da die Beweise von Schäden für die Gesundheit und die Umwelt erdrückend waren.

Bill Shermans Untersuchungen haben nun eine “schmutzige Wahrheit” zu Tage gefördert: Monsanto hatte bereits im Jahre 1969 die Toxizität von PCB bestätigt – also acht Jahre bevor man die Produktion einstellte. Ein Plan zur Vermeidung von Umweltverschmutzungen aus dem Unternehmensarchiv beschreibt laut den Poison Papers, die Gefahren von PCB als nahezu unbestritten.

Das archivierte Dokument kommt im Abschnitt Schädigung des Ökosystems durch Kontamination durch PCB (damage to the ecological system by contamination from PCBs) zum Schluss:

Die Beweise für die Persistenz dieser Verbindungen und ihre universelle Präsenz in der Umwelt stehen außer Frage.

(The evidence proving the persistence of these compounds and their universal presence in the environment is beyond questioning.)

Weiter liest man dort, dass “Klagen möglich sind (direct lawsuits are possible)”, da “Kunden, die die Produkte verwenden, nicht offiziell über bekannte Effekte informiert wurden und unsere Etiketten diese Informationen nicht enthalten (customers using the products have not been officially notified about known effects nor [do] our labels carry this information)”.

Monsanto untersuchte sogar drei Regressarten (modes of recourde), wie man damit umgehen könnte. Jede der drei Arten wurde mit einem eigenen “Profit- und Haftungsdiagramm” versehen. Die Optionen waren “Nichts tun”, “Einstellung jedweder PCB-Produktion” und “Verantwortungsbewusstes Reagieren”. Dreimal darf geraten werden, welche Optionen gezogen wurde.

Bill Sherman führt dazu folgendes aus:

Zur gleichen Zeit, als Monsanto der Öffentlichkeit mitteilte, dass PCBs sicher seien, beurteilten sie buchstäblich ihre potenzielle rechtliche Haftung gegenüber entgangener Gewinne und dem Imagegewinn in der Öffentlichkeit, die mit einer verantwortungsvollen und ehrlichen Haltung einhergehen könnten. Am Ende des Tages entschied sich Monsanto für die Gewinne statt für öffentliche Gesundheit und Umweltsicherheit.

(At the same time that Monsanto was telling the public that that PCBs were safe, they were literally graphing their potential legal liability against the lost profits and public image boost that might accompany being responsible and honest. At the end of the day, Monsanto went for the profits instead of for public health and environmental safety.)

Ein anderes Dokument zeigt, dass dieses “Verfahren” Standard bei Monsanto war. Im September 1969 kam es zu PCB-Funden an der Golfküste, den Großen Seen und in der San Francisco Bay. Monsanto beschloss erneut nichts dagegen zu tun und dass die man doch diese Fälle von “der Regierung von Fall zu Fall prüfen lassen solle (let govt prove its case on a case by case basis)”, obwohl Monsanto in einem weiteren Papier 1969 schreibt, dass PCB “hochgiftig” ist.

1937 bestätigten im Übrigen drei Autopsien von Monsanto-Mitarbeitern, die an Leberschäden verstarben und die mit PCB arbeiteten, die Giftigkeit der Stoffe.

Und trotz allem stritt Monsanto für Jahrzehnte die Gefährlichkeit von PCB ab. Die jetzigen Beweise dürften zu zahlreichen Klagen gegen das Chemieunternehmen führen. Die Städte und Gemeinden Seattle, Spokane, Long Beach, Portland, San Diego, San Jose, Oakland und Berkeley haben bereits entsprechende Klagen wegen PCB-Kontaminierung eingereicht.

Passenderweise wurde vor kurzem der Zusammenschluss von Monsanto mit Bayer finalisiert. Es mag für den einen oder anderen eine klassische Verschwörungstheorie sein, aber ich glaube, dass hier bewusst die Zusammenführung dieser beiden Chemieriesen zu einem neuen Chemiegiganten durchgeführt wurde, um Deutschland weiter zu schwächen. Denn es kann kein Zufall sein, dass just jetzt all diese Dokumente erscheinen und auch im Fall von Glyphosat wurden in den letzten Wochen neue Beweise zur Toxizität bekannt. Eine Klagewelle, die das neue Unternehmen überrollen wird, ist aus meiner Sicht vorprogrammiert. An dessen Ende die Zerschlagung bzw. die finanzielle Hilfe des Unternehmens durch den deutschen Staat, ergo den deutschen Steuerzahler, stehen wird. Oder ist das nur ein abstruses Hirngespinst?

Quellen:
DAMNING EVIDENCE: REVEALED DOCUMENTS PROVE THAT MONSANTO DELIBERATELY SOLD BANNED CHEMICALS FOR YEARS DESPITE KNOWING THEIR HEALTH RISKS
The Poison Papers
Monsanto sold banned chemicals for years despite known health risks, archives reveal
Incriminating documents reveal Monsanto knew they were poisoning the environment with their PCBs
Cancer-causing PCB chemicals found contaminating food supplies
Monsanto name to be wiped as BAYER consumes the evil corporation, creating the world’s largest chemical giant with a history of crimes against humanity


Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
www.konjunktion.info unterstützen:

Artikel teilen:

6 Kommentare...

    Sie müssen angemeldet sein, um die Kommentare lesen zu können.
Die Kommentierung wurde geschlossen, da der Artikel älter als drei Monate ist oder weil die Kommentarfunktion durch den Administrator gesperrt wurde.
Scroll Up