Manipulationen am Gold- und Silbermarkt: Deutsche Bank stimmt Vergleich zu und kooperiert bei weiteren Klagen gegen Konkurrenten

2008 war das Jahr der “Too Big To Fail”-Banken. Alle Aufmerksamkeit fokusierte sich auf die Banken, die die Wirtschaft mit ihrer Casinomentalität an den Rand des Absturzes (und darüber hinaus) gebracht hatten.

Doch im Windschatten dessen, verschafften sich die gleichen (und andere) Großbanken noch auf einem anderen Gebiet einen Vorteil.

Deutsche Bank Frankfurt - Bildquelle: Wikipedia / Thomas Wolf, www.foto-tw.de

Deutsche Bank Frankfurt – Bildquelle: Wikipedia / Thomas Wolf, www.foto-tw.de

So hat die Deutsche Bank jetzt einem Vergleich zugestimmt, um eine Klage abzuwenden, die sich um die Manipulation des Silberpreis-Fixings drehte. Zudem verpflichtet sich das größte deutsche Bankhaus die Kläger bei ähnlichen Forderungen gegen andere Banken zu unterstützen. Dabei stellt die Deutsche Bank den Klägern Sofortnachrichten und andere Mitteilungen zur Verfügung. Der Kronzeuge wendet sich gegen seine Komplizen. Der Vergleich als Schuldeingeständnis?

Innerhalb von nur 24 Stunden wurde berichtet, dass die Deutsche Bank, neben anderen, den Silber und Gold Future Markt seit 2007 manipulierte und dass man eine Vereinbarung mit zwei voneinander unabhängigen Anlegergruppen, die als Kläger auftraten, erreicht hat:

Die Kläger beschuldigten die Deutsche Bank in geheimer Absprache mit der Bank of Nova Scotia (BNS.TO), Barclays Plc (BARC.L), HSBC Holdings Plc (HSBA.L) und Societe Generale (SOGN.PA) die Preise von Gold, Gold-Futures und Optionen sowie Gold-Derivaten mit Hilfe der zweimal am Tag stattfindenden Treffen, um das sogenannte London Gold Fixing zu bestimmen, zu manipulieren.

(The plantiffs accused Deutsche Bank of conspiring with Bank of Nova Scotia (BNS.TO), Barclays Plc (BARC.L), HSBC Holdings Plc (HSBA.L) and Societe General (SOGN.PA) to manipulate prices of gold, gold futures and options, and gold derivatives through twice-a-day meetings to set the so-called London Gold Fixing.)

Während der obige Reuters-Ausschnitt “nur” vom Goldmarkt spricht, berichtet Bloomberg, dass auch der Silbermarkt von Manipulationen dieser Gruppe nicht verschont blieb:

Silber Future-Händler verklagten im Jahr 2014 eine Gruppe von Banken, darunter die Deutsche Bank, HSBC Holdings Plc und die Bank of Nova Scotia dem zufolge sie den Preis des Metalls und seiner Derivate rechtswidrig manipulieren, was ähnliche Behauptungen zuvor gegen Finanzfirmen über angebliche Manipulation des Goldpreises wiederholt. Später wurde die UBS AG auch als Angeklagter im Fall des Silber-Fixing genannt.
Händler behaupteten die Banken missbrauchen ihre Position, um das tägliche Silber-Fixing zu steuern, um illegitimen Gewinn aus dem Handel zu erzielen, während andere Investoren im Silbermarkt geschädigt werden, die das Benchmark bei Transaktionen in Höhe von Milliarden von Dollar verwenden, so eine der Versionen der Beschwerde, die im April 2015 eingereicht wurde. Von diesen vier Banken hat nur die Deutsche Bank eine Einigung erzielt.

(Silver future traders in 2014 sued a group of banks including Deutsche Bank, HSBC Holdings Plc and Bank of Nova Scotia alleging they unlawfully manipulated the price of the metal and its derivatives, echoing similar claims brought previously against financial firms over alleged manipulation of gold prices. Later, UBS AG was also named as a defendant in the silver-fixing case.
Traders alleged the banks abused their position of controlling the daily silver fix to reap illegitimate profit from trading, hurting other investors in the silver market who use the benchmark in billions of dollars of transactions, according to a version of the complaint filed in April 2015. Of those four banks, only Deutsche Bank has reached a settlement.)

Details zum Vergleich stehen noch aus, sollen aber eine Ausgleichszahlung durch die Deutsche Bank beinhalten. Interessanterweise wird die Deutsche Bank mit den Klägern bei den noch anhängigen Klagen gegen die anderen Banken kooperieren:

Neben der werthaltigen monetären Gegenleistung hat die Deutsche Bank auch vereinbart, den Klägern zur Zusammenarbeit zur Verfügung zu stehen, einschließlich der Bereitstellung von Instant Messages und anderer elektronischer Kommunikation als Teil der Vereinbarung. Nach Einschätzung der Kläger wird die zur Verfügung gestellte Zusammenarbeit von der Deutschen Bank im Wesentlichen die Kläger bei der Verfolgung ihrer Ansprüche gegenüber den bislang ohne Vereinbarung betroffenen Angeklagten unterstützen.

(In addition to valuable monetary consideration, Deutsche Bank has also agreed to provide cooperation to plaintiffs, including the production of instant messages, and other electronic communications, as part of the settlement. In Plaintiff’s estimation, the cooperation to be provided by Deutsche Bank will substantially assist Plaintiffs in the prosecution of their claims against the non-settling defendants.)

Wenn das mal keine 180 Grad-Wendung ist. Die Klage, die das letztliche Eingeständnis (auch wenn es kein Urteil gibt) der Deutschen Bank auslöste, dass der Gold- und Silbermarkt manipuliert wird, wurde von privaten Anlegern angestossen. In wie weit diese Kläger wirklich privater Natur sind oder andere Interessensgruppen dahinter stecken (mit ausreichender Finanzkraft, denn eine solche Klage dürfte nicht gerade billig sein) steht für mich auf einem ganz anderen Blatt. Man sollte noch erwähnen, dass die für die Überwachung der Banken in den USA zuständige Commodity Futures Trading Commission (CFTC) diesbzgl. ihre eigene Untersuchung im Jahre 2008 einleitete. Ergebnis: kein Fehlverhalten feststellbar.

Zero Hedge schreibt, dass die CFTC damals vom Ex-Goldman Sachs Mitarbeiter Gary Gensler geleitet wurde. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Das Eingeständnis der Deutschen Bank folgte nur wenige Tage nachdem Wells Fargo und Goldman Sachs zugaben, dass sie die US-Regierung ein gutes Jahrzehnt lang betrogen haben, was letztlich zum Zusammenbruch am Immobilienmarkt führte.

Es ist davon auszugehen, dass diese kriminellen Machenschaften auch diesmal keine persönlichen Konsequenzen nach sich ziehen werden. Maximal werden irgendwelche Spieler auf den 3. Plätzen geopfert, doch ein Blankfein oder Ackermannn werden nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Die Banken werden sich mit vergleichsweise lächerlichen Strafzahlungen (im Vergleich zu den Gewinnen über Jahrzehnten) freikaufen.

Es wird sich nichts ändern. Die Bevölkerungen als Opfer. Und die Banken und Rgeierungen als Hüter des Komplotts.

Quellen:
The Conspiracy Theorists Were Right: Mega Bank Admits to Rigging Global Gold and Silver Markets
Deutsche Bank Confirms Silver Market Manipulation In Legal Settlement, Agrees To Expose Other Banks
Deutsche Bank settles U.S. gold, silver price-fixing litigation
Deutsche Bank Settles Silver, Gold Price-Manipulation Suits
PDF-File Lowey Dannenberg Cohen & Hart
Wells Fargo Just Admitted to Robbing US Citizens by Deceiving the Govt and No One Was Charged


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