Syrien: Die Versorgungslinie des IS unter massiven militärischen Druck – Washington ist alarmiert

Seit Jahren sorgt das US-gesteuerte Angriffsbündnis NATO dafür, dass unbehelligt Konvois voller Lebensmittel, Waffen und sonstiger Güter zu den Terroristen von IS und al-Qaida via der syrisch-türkischen Grenze gelangen. Die russischen Luftangriffe haben diese Praxis zum Erliegen gebracht bzw. massiv erschwert.

Daily Sabah - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt www.dailysabah.com

Daily Sabah – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt www.dailysabah.com

Die türkische Zeitung Daily Sabah schreibt nun in ihrem Artikel Russian airstrikes target aid convoy in northwestern Syrian town of Azaz, 7 killed (Russische Luftangriffe trafen einen Hilfskonvoi in der nordwestlich gelegenen syrischen Stadt Azaz, 7 Tote), dass bei diesen russischen Luftangriffen auch ein Hilfskonvoi angegriffen wurde und dabei sieben Menschen getötet wurden:

At least seven people died, 10 got injured after an apparent airstrike, reportedly by Russian jets, targeted an aid convoy in northwestern Syrian town of Azaz near a border crossing with Turkey on Wednesday.
(Mindestens sieben Menschen starben, 10 wurden nach einem offensichtlichen Luftangriff verletzt, angeblich von russischen Jets, die gezielt einen Hilfskonvoi im Nordwesten der syrischen Stadt Azaz in der Nähe eines Grenzübergangs zur Türkei am Mittwoch angriffen.)

Seltsamerweise wurde dieser Vorfall in der westlichen Hochleistungspresse (noch) nicht aufgegriffen. Untypisch für die derzeit stattfindende Propagandaschlacht auf beiden Seiten. Fast scheint es so zu sein als wolle die USA/NATO a) nicht auf diese „Versorgungsroute“ hinweisen oder b) es handelte sich nicht um einen Hilfskonvoi, sondern um eine Versorgungslieferung für den IS.

Daily Sabah schreibt weiter:

Speaking to Daily Sabah, Serkan Nergis from the Humanitarian Relief Foundation (IHH) said that the targeted area is located some 5 kilometers southwest of the Öncüpınar Border Crossing.
Nergis said that IHH has a civil defense unit in Azaz and they helped locals to extinguish the trucks. Trucks were probably carrying aid supplies or commercial materials, Nergis added.
(Im Gespräch mit Daily Sabah sagte Serkan Nergis von der Humanitarian Relief Foundation (IHH), dass der Zielbereich ca. 5 Kilometer südwestlich des Öncüpınar Grenzübergangs entfernt liegt.
Nergis sagte, dass die IHH eine Zivilschutzeinheit in Azaz hat und dass diese den Einheimischen half die Lastwagen zu löschen. Die Lastwagen hatten wahrscheinlich Hilfslieferungen oder kommerzielle Güter geladen, fügte Nergis hinzu.)

Unabhängig von der Art der Güter, die transportiert wurden, bestätigt dies, dass Nahe Oncupinar an der syrisch-türkischen Grenze der IS das „Sagen hat“ und dass hier die Versorungslinie aus der Türkei für die Terroristen des IS zu finden ist. Bereits im November 2014 hatte die Deutsche Welle (DW) den Grenzübergang Oncupinar in einem Artikel erwähnt, in dem die Rede (inkl. Video) von Hunderten an Lastwagen war, die an der Grenze warten, um auf IS-Gebiet zu gelangen. Wohl mit Genehmigung Ankaras. In dem damaligen DW-Artikel lesen wir:

Every day, trucks laden with food, clothing, and other supplies cross the border from Turkey to Syria. It is unclear who is picking up the goods. The haulers believe most of the cargo is going to the “Islamic State” militia. Oil, weapons, and soldiers are also being smuggled over the border, and Kurdish volunteers are now patrolling the area in a bid to stem the supplies.
(Jeden Tag überqueren LKWs beladen mit Nahrung, Kleidung und anderen Gütern die Grenze zwischen der Türkei und Syrien. Es ist unklar, wer die Ware erhält. Die Schlepper glauben, dass der Großteil der Fracht an die Milizen des „Islamischen Staats“ geht. Öl, Waffen und Soldaten werden auch über die Grenze geschmuggelt und kurdische Freiwillige patrouillieren nun in der Gegend in einem Versuch die Lieferungen zu unterbinden.)

Schon im letzten Jahr musste man daher die berechtigte Frage stellen, warum die USA nicht dieses Gebiet der Versorgungsroute bombardiert und stattdessen Operationen im Landesinneren Syriens führte, wenn es denn wirklich um die Zerstörung des IS gegangen wäre (um was es de facto aber nie gegangen ist). Insbesondere dann wenn a) diese Angriffe an der Grenze mit viel weniger Gefahren verbunden sind und b) die Logistik dafür (türkischer Luftwaffenstützpunkt) in der Nähe zu finden ist.

Aber um der Lügenpolitik des Westens die Krone aufzusetzen, reicht es eigentlich viel offensichtlichere Fragen zu stellen:

  • Warum wurden diese Konvois nicht bereits auf türkischem Gebiet festgehalten?
  • Warum wurden nicht bereits in der Türkei die Fahrer verhaftet, die Lieferungen beschlagnahmt und die „Quellen dieser Lieferungen“ zurück verfolgt?

Weil man es nicht wollte?

Bei strenger Beantwortung dieser Fragen muss jedem – selbst noch so unbedachten Menschen – klar werden, dass hier Absicht dahinter steckt und dass die USA/NATO damit gezielt den IS versorgt hat. Punkt.

Und hier kommt Moskau ins Spiel. Denn jedes Land, dass den IS wirklich bekämpfen will, wird dies an den Versorgungslinien tun. Eine militärische Strategie, die seit Jahrhunderten angewandt wird. Russlands möglichst grenznahe (damit so wenig Güter wie möglich zuvor abgeladen und über andere Wege verteilt werden können) Zerstörung der Versorgungslastwagen ist daher folgerichtig, da wenn diese über einen von den Terroristen kontrollierten Grenzübergang nach Syrien gelangen auch für diese Terroristen gedacht sind (in welchen Zielgebieten letztlich auch immer).

Diese Entwicklung gefällt natürlich den Strategen in Washington in keinster Weise und hierin dürfte auch der Grund des Abschusses des russischen Kampfjets durch die Türkei zu finden sein. Denn während syrische und kurdische Kräfte die Grenzen östlich des Euphrats kontrollieren, ist der Korridor Afrin-Jarabulus der letzte verbliebene Abschnitt, der zur Versorgung des IS via Türkei bleibt. Die syrische Armee hat zudem mit einer Offensive (ausgehend von Aleppo) damit begonnen in Richtung Osten vorzudringen, die später in Richtung syrisch-türkischer Grenze bei Jarabulus schwenken soll. Mehr oder weniger zeitgleich begann Russland mit der Bombardierung in der Region um Afrin, Ad Dana und Azaz, um die Versorgungsroute abzuschneiden. Das Zusammenspiel aus russischen Luftangriffen und der Offensive der syrischen Armee am Boden haben das Potenzial den IS den Garaus zu machen. Ein Schreckgespenst sondersgleichen für die Planer in Washington. Denn wenn dieser Versorgungskorridor geschlossen wird, dann bedeutet das die vollständige Niederlage der Terroristen aus IS, al-Nusra und Co. und die Wiederherstellung der syrischen Souveränität und der Regierungsstrukturen in diesem Gebiet. Hierin dürfte auch die plötzliche „Geschäftigkeit“ des Westens liegen, Spezialkräfte nach Syrien zu verbringen und wie bereits erwähnt der Grund für den Abschuss des Kampfjets zu finden sein.

Fast man all dies zusammen, wird auch augenscheinlich, dass der syrische „Bürgerkrieg“ nie ein solcher war. Vielmehr wurden von Anfang an (wie ich bereits in vielen Artikeln geschrieben habe) die Terroristen durch den Westen unterstützt, um die syrische Regierung um Assad zu stürzen. Und im Angesicht der Niederlage der Terroristen werfen ihre Sponsoren noch einmal alles in die Waagschale, koste es was es wolle.

Letztlich ist dies der Beweis dafür, dass die hegemonialen Ambitionen der USA/des Westens in dieser Region Grund für die Schaffung des IS waren. Und dass es nie um die Bekämpfung des IS ging, sondern um die gezielte, geplante, absichtlich herbeigeführte Schaffung des islamistischen Extremismus in Form des Islamischen Staats.

Quellen:
NATO’s Terror Convoys Halted at Syrian Border
Russian airstrikes target aid convoy in northwestern Syrian town of Azaz, 7 killed
‚IS‘ supply channels through Turkey
Turkey: IS Supply Channels | Focus on Europe
Logistics 101: Where Does ISIS Get Its Guns?
US Invasion of Syria Begins
Russian Warplane Down: NATO’s Act of War
Why the West Won’t Hit ISIS Where it Hurts


Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
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11 Kommentare bei “Syrien: Die Versorgungslinie des IS unter massiven militärischen Druck – Washington ist alarmiert

  1. Giscours
    30. November 2015 um 13:54

    Dazu erweitert im Kontext des Abschusses der Suchoi Su-24:

    Radar-Aufnahmen des türkischen Angriffs auf russisches Flugzeug

    von Valentin Vasilescu

    Die während einer Pressekonferenz in Moskau von General Viktor Bondarev, Chef der russischen Luftwaffe, präsentierten Elemente lassen keinen Zweifel zu: die türkische Luftfahrt, die unter den militärischen Koordinations-Vereinbarungen über den Flugplan des russischen Suchoi informiert wurde, hatte einen vorhergehenden Befehl erhalten, um sich zu positionieren, um das Flugzeug abzuschießen. Es sind Elemente, die die Version der NATO untergraben…. W

    weiter hier:
    http://www.voltairenet.org/article189472.html

    Um was es wirklich geht:

    Es geht um die Erfüllung diverser Endzeitsekten!

    Es geht darum ordo ab chaos zu provozieren, zu lenken.

    JEDER Grüne, jeder CDU/CSU-Mann, jede(r) FDP– und SPD– und Linkenverehrer(in), welche(r) sich weiter und weiter weigert, sich endlich objektiver dem Gesamtkontext zu nähern, um endlich einen anderen Weg einzuschlagen – weg von dieser Terrorarmee Namens NATO, als Vasall dieser Endzeitsekten, der Hochfinanz und der IdeoLOGEN – macht sich vollumfänglich mitschuldig an jedem weiteren Opfer, welcher dieser aktuelle Krieg und final der kommende dritte Weltkrieg, auf dem Programm dieser Sekten, noch mit sich bringt!

    Wolfgang Eggert – WK 3 Teil 1
    https://www.youtube.com/watch?v=SF16CkM68cs

    Wolfgang Eggert – WK 3 Teil 2
    https://www.youtube.com/watch?v=OvD8lzVGRmA

    Hier hilft nur noch die Verweigerung im System selbst. Ansonsten werden alle Nichtstuer baldigst sehen, wie sich dieser Krieg immer weiter und weiter bis vor unsere Haustüren ausbreitet. Auch dann ist´s nichts mehr mit Maybritt Illner und Co anschauen und ruhig ins Bett. Nichts mehr mit Claus Kleber seiner Propagandashow. Nichts mehr mit Spiel und Spaß und Individualität. Nichts mehr mit lamentieren um Gendersprache und Parlamentsdebatten ins Nirwana hinein. Ohne Sinn und Verstand. Bewusst zur Volksverdummung.

    Es wäre ein leichtes diese Mini-IS-Aktivisten mit einer internationalen Anstrengung auszuhebeln. Wie beschrieben, Nachschub kappen. Konsequent. Ja was braucht es schon dafür… ein paar hundert Panzer, Flugzeuge und ein paar Tausend gut ausgebildeter Soldaten. Allein die Türkei hat 720.000 !!! davon. Es bräuchte eine Allianz, jeden Flüchtling raus zu schaffen, um die Länder des IS-Territoriums herum, mit einer Sicherheitszone von 200-300 km maximal. Es bräuchte ein paar Spezialeinheiten und der Spuk wäre vorbei. In 3-6 Monaten wäre es vorbei.

    Die elitären Kräfte haben anderes vor, liebe Bundeseinheitsblogpartei Bundestag. Und ihr macht tapfer mit! Hauptsache Linie fahren, Hauptsache die Suppe zuhause ist mal sicher. Ärmlich, aber es wird euch einholen. Jeden.

  2. Al-Harakiri
    30. November 2015 um 17:02

    Türkei verweigert russischen Schiffen die Durchfahrt durch den Bosporus

    Die Türkei hat begonnen, russischen Schiffen die Durchfahrt durch den Bosporus – die Meerenge, die das Marmarameer mit dem Schwarzen Meer verbindet – zu versperren. Laut Angaben des AIS-Schiffserkennungssystems durchqueren derzeit lediglich türkische Schiffe die Meerenge und sowohl an der Einfahrt aus dem Schwarzen Meer, als auch an der Ausfahrt zum Mittelmeer, den Dardanellen, stauen sich russische Schiffe.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/redaktion/tuerkei-verweigert-russischen-schiffen-die-durchfahrt-durch-den-bosporus.html

    Die gegenwärtige Schuldenwirtschaft ist am Ende, deshalb wird auf WW III hingearbeitet. Danach soll die Menschheit unter der NWO versklavt werden.

  3. Fred Feuerstein
    30. November 2015 um 17:59

    Was mir bei dem Video auffällt, dass sind, die LKW´s. Zumindest die Zugfahrzeuge sind fast neu und stammen hauptsächlich von Mercedes und Volvo. Nicht von einem exotischen Lieferanten. Nachdem es aber dort keine Wirtschaft gibt, frage ich mich, wer der Sponsor war. Nach den Marken, die EU, im Auftrag der USraeli´s.

    • Konjunktion
      Konjunktion
      30. November 2015 um 19:50

      Hallo Fred Feuerstein,

      die gleiche Frage stellt sich bei den Toyota-Pickups des IS. Auch hier wäre es mal interessant zu erfahren, wer diese wem, wann und wie verkauft hat.

      VG

  4. D.A.P.
    1. Dezember 2015 um 08:10

    Wieso lässt Putin die Öl-Infrastruktur – 16 von 20 Raffinerien in Syrien sind demnach bereits zerbombt – zerstören?
    http://de.sputniknews.com/politik/20151130/306064684/putin-syrien-oel-tuerkei-schmuggel.html

    Die Zerstörung der dort andockenden Transportmittel (Tankzüge, Pipelines, ..) ist ja verständlich, aber doch nicht das Blattmachen der Basis-Infrastruktur. Ein Ziel war doch auch die Wiederherstellung der staatlichen Einheit Syriens. Putin „befreit“ und hinterlässt ein Trümmerfeld; für wen? Für Investoren!

    • Konjunktion
      Konjunktion
      1. Dezember 2015 um 08:21

      Hallo D.A.P.,

      danke für den Hinweis. In der Tat merkwürdig und passend zu Deiner Schlussfolgerung. Hier wäre interessant zu wissen, wer als Investoren bereits in den Startlöchern sitzen.

      VG

  5. Helga K.
    1. Dezember 2015 um 11:39

    Und wenn es darum geht, unbedingt die Quelle für bestimmte Strukturen zuzuschütten?

    Denn Öl gibt es genug. Und Wiederaufbau kann stattfinden, wenn Terror der Boden entzogen ist. Investoren hin oder her. Aber gründlich heißt, die Grundlagen neu ausrichten. Ich weiß es nicht, kann es nicht wissen. Aber vom Grundsatz her gedacht, fällt mir das ein. Und Kompromisse helfen nicht. Von der Wurzel her strukturieren bzw. de-strukturieren, um dann neu ausrichten zu können, mit Zerstörung der alten Kanäle, möglichst völligen Freiraum schaffen für neue Verbindungen, Löslösung von den alten nach allen Seiten, das funktioniert.
    Tanklaster können eher besorgt werden als unter Kriegsbedingungen eine Ölquelle wiederzuherstellen. Wenn die Menschen allgemein frei und anders sein würden, könnten wohl vorhandene Strukturen umgewidmet werden. Doch das ist nicht so; sie vertreten mit ihren inneren Programmierungen und darauf auch noch weitgehend beschränkt, die alten Strukturen. So müssen möglichst die alten Strukturen weg, und damit die jeweiligen Verknüpfungen, auch immateriell. Netze zerreißen, die dann nicht mehr zu flicken sind (neue Tanklaster).
    Außerdem ist sehr viel an Feinarbeit in dieser gigantischen Auseinandersetzung zu leisten, genug. Da kann nicht wirklich ein Ding bestehen bleiben und gehalten werden, das materiell ist auf der „Gegenseite“. Da muss tabula rasa hergestellt werden, klarer Ausgang für Neues, als Möglichkeit … sowohl in der Großstruktur als auch in der Struktur des Einzelnen (des Menschen und seinen wahrhaftigen Grundprinzipien).

    So meine Grundüberlegung. Letztlich geht alles von „menschlichen“ Dingen aus – Angst/Liebe – Macht, Gewaltherrschaft, Manipulation, Durchsetzung oder Neustrukturierung der Bedingungen und des Denkens mit Einbeziehung des Fühlens, möglicherweise und auf einem langen Weg.

  6. biersauer
    1. Dezember 2015 um 15:24

    Mit 3 Milliarden Geschenk an den Terror-Paten Erdogan von Merkel & Co. hat dieser alle Möglichkeiten diesen Terror nach Gutdünken weiter zu fördern! Diese 3 Milliarden sind Steuergelder!

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