US-Geheimdienst: Kein Kommentar zu Fragen bzgl. der Unterstützung des Islamic State durch die USA

Am 25. Mai schrieb ich einen Artikel mit dem Titel DOD Admits Supporting ISIS, Buffer Zones In Syria (DOD bestätigt Unterstützung von ISIS, Pufferzonen in Syrien), in dem ich detailliert die Bedeutung der Dokumente, die Judicial Watch durch eine eingereichte Klage gegen die Defense Intelligence Agency (DIA) erhalten hatte, aufzeigte. Darin wird aufgeführt, dass es der US-Regierung nicht nur sehr wohl bewusst war, dass Al-Kaida/AQI/ISIS/IS den Großteil der sogenannten “Opposition” in Syrien ausmachte, sondern dass die USA diese Terrororganisationen in ihrem Streben einen “islamischen Staat” in Syrien und im Irak zu errichten unterstützte.

Diese Dokumente waren atemberaubend in ihrem offenen Eingeständnis, dass die US-Regierung wissentlich Al-Qaida im Irak und in Syrien unterstützte und noch mehr darin, dass die US-Regierung offen zugab die Schaffung des Islamischen Staates zu unterstützen. Jedoch ist bei näherem Betrachten eigentlich nur die Tatsache, dass diese Dokumente ohne die entsprechenden Schwärzungen der relevanten Abschnitte veröffentlicht wurden das Atemberaubende. Der Inhalt der Dokumente war im Grunde genommen viel weniger überraschend, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass jeder informierte Beobachter diese US-Politik lange zuvor ableiten konnte – lange bevor die Dokumente veröffentlicht wurden.

Flagge IS - Bildquelle: Wikipedia / Islamic State in Iraq and the Levant

Flagge IS – Bildquelle: Wikipedia / Islamic State in Iraq and the Levant

Schließlich führte jede Aktion der USA in ihrer Politik gegenüber AQI/ISIS/IS zu einer Stärkung der Organisation. Umso mehr, wenn man die Tatsache zu verstehen beginnt, dass ISIS/AQI vollständig von den Vereinigten Staaten und der NATO geschaffen wurde. Denn damit wird die Abfolge der Geschehnisse im Nahen Osten viel klarer. Mit anderen Worten: Das offene Eingeständnis der Unterstützung des IS – in seiner  nicht-redigierten offiziellen Form – war überraschend. Die tatsächliche Unterstützung des IS war es leider nicht.

Aufgrund der zunehmenden Berichte in den alternativen Medien (aber einer bemerkenswerten Stille im Mainstream) wurde es fast unvermeidlich, dass die Massenmedien oder der Geheimdienstapparat das adressieren musste, was sie sicherlich öffentlich für eine “Verschwörungstheorie” halten.

Eine dementsprechende Antwort kam schließlich am 26. Mai, als Brad Hoff vom Levante Report, einem der Reporter, die dabei halfen die Geschichte der DIA-Dokumente in die alternativen und unabhängigen Medien zu bringen, von der DIA kontaktiert wurde, um eine Aussage zu den Unterlagen abzugeben. Dies geschah lange nachdem Hoff seinen Artikel über die DIA-Dokumente veröffentlicht hatte.

Interessanterweise kann man die Aussage der DIA in einem Wort zusammenfassen – “Nichts.” Das ist im Wesentlichen genau das, was Hoff auf jede einzelne Frage, die er stellte, als Antwort bekam: “Kein Kommentar.”

Mit anderen Worten: Als die DIA gefragt wurde, ob die Vereinigten Staaten aktiv Al-Qaida, ISIS und/oder andere Terrororganisationen unterstützt haben, antwortete die DIA, dass sie nicht bestätigen könne, dass die Vereinigten Staaten Al-Qaida und ISIS NICHT finanziert haben. Offensichtlich deshalb, weil die Vereinigten Staaten diese Organisationen in der Tat finanziert haben. Die USA schufen sie.

Doch die Tatsache, dass die DIA eine solche Frage nicht mit einem klaren “NEIN!” beantworten konnte, sagt mehr als genug. Aber dass die DIA sich weigern würde die Frage selbst mit einem wackeligen und fragwürdigen “Nein.” zu beantworten, muss die Leser zu der Annahme führen, dass die Unterlagen und die Berichte von Hoff, mir selbst und anderen eindeutig Gültigkeit besitzen. Es deutet zudem darauf hin, dass es sehr viel krasseres und belastenderes Material bzgl. der US-Finanzierung und Unterstützung von IS geben könnte.

Sie können das Interview mit Brad Hoff mit dem Titel The DIA Gives An Official Response To LevantReport.com Article Alleging The West Backed ‘Islamic State’ (Die DIA gibt eine offizielle Antwort auf den LevantReport.com Artikel Der Westen hat den ‘Islamischen Staat’ gestützt) lesen und selbst urteilen, ob die offizielle Erklärung der DIA zu den Inhalten der Dokumente ausreichend ist oder nicht (mit freundlicher Genehmigung der ursprünglichen Quelle):

Am Freitag, den 22. Mai, kontaktierte ich das DIA Public Affairs Büro und ersuchte eine offizielle Antwort auf meinen Artikel vom 19. Mai mit dem Titel 2012 Defense Intelligence Agency document: West will facilitate rise of Islamic State (2012 Defense Intelligence Agency Dokument: Der Westen wird den Aufstieg des Islamischen Staats erleichtern), “um das syrische Regime zu isolieren”. Das DIA Public Affairs Büro hat zu diesem Zeitpunkt nicht reagiert.

Gestern (26.05) kontaktierte mich die DIA per E-Mail und forderte mich dazu auf meine Fragen einzureichen. Heute, am 27. Mai, kontaktierte mich der DIA Public Affairs Sprecher James M. Kudla um 1:37 Uhr (Eastern Standard Time) per Telefon, und kam mit mir überein, dass ein offizieller DIA-Kommentar auf meine Fragen bezüglich des freigegebenen 2012 DIA Geheimdienstberichts, der mit Hilfe des Freedom of Information Acts von Judicial Watch veröffentlicht wurde (14-L-0552 / DIA / 287-293), erfolgen wird.

Das Nachfolgende ist eine vollständige Abschrift des Telefon-Interviews. Levant Report erlaubt die freie Kopie und Verbreitung.*

James Kudla [JK]: In response to the questions you submitted through email… As noted in the document itself, it’s an informational report and is not finally evaluated intelligence, and the redacted sections in the document released under FOIA means it is not a complete document.
Brad Hoff [BH]: Does this document forecast in 2012 that the external powers supporting the Syrian opposition would allow an Islamic State in Eastern Syria in order to isolate or put military pressure on the Syrian regime?
JK: I have no comment on the contents of the document, nor on your interpretation of the document in your article. To reiterate, the document is raw information and has not been interpreted or analyzed, so it is not a final intelligence product.
BH: Does this document affirm that the DoD knew that what the document refers to as the West was supporting an opposition insurgency in Syria that had elements of Al-Qaeda in Iraq, or AQI, within in?
JK: I do not speak for the Department of Defense, only for the DIA. For the DoD you would have to call the Pentagon’s Public Affairs desk. I have no comment on the contents of the document.
BH: Can you confirm that this particular document FOIA released, marked 14-L-0552/DIA/287-293, was circulated among the Joint Staff, USCENTCOM, CIA, DHS, Dept. of State, SecDef office, and those agencies listed under the header?
JK: I can’t confirm how it was circulated or who read it, but we can confirm that copies were sent to its addressees listed in the header information.
BH: Are you able to dispel some current headlines that say the West aligned itself with ISIS during 2012 or at any point during the conflict in Syria?
JK: There are a lot of headlines circulating, I cannot evaluate each one. I cannot comment on that.
BH: Would you like to take this opportunity to dispel any accusations currently circulating?
JK: I have no comment on that.
BH: Are you able to at least deny that the DIA’s analysis revealed that the West backed ISIS at some point during the conflict in Syria?
JK: No comment. I have no additional comments for you.
– End Interview
(James Kudla [JK]: Als Antwort auf die Fragen, die Sie per E-Mail eingereicht haben… Wie in dem Dokument selbst angemerkt, ist es ein Informationsbericht und keine abschließend bewertete Geheimdienstinformation, und die geschwärzten Abschnitte im durch den FOIA veröffentlichten Dokument bedeuten, dass es kein vollständiges Dokument ist.
Brad Hoff [BH]: Prognositiziert dieses Dokument im Jahre 2012, dass die äußeren Kräfte, die die syrische Opposition unterstützen, einen Islamischen Staat in Ost-Syrien erlauben würden, um damit das syrische Regime zu isolieren oder militärischen Druck auszuüben?
JK: Ich gebe keinen Kommentar zum Inhalt des Dokuments ab, noch auf Ihre Interpretation des Dokuments in Ihrem Artikel. Um es zu wiederholen, das Dokument besteht aus Rohinformationen und wurde nicht interpretiert oder analysiert, damit ist es kein endgültiges Geheimdienstprodukt.
BH: Bestätigt dieses Dokument, dass das DoD wusste, dass das, was das Dokument als den Westen bezeichnet, den Aufstand der Opposition, die Elemente von Al-Qaida im Irak, oder AQI, beinhaltete, in Syrien unterstützt hat?
JK: Ich spreche nicht für das Department of Defense, nur für die DIA. Für das DoD müssten Sie das Public Affairs Office des Pentagon anrufen. Ich habe keinen Kommentar zum Inhalt des Dokuments.
BH: Können Sie bestätigen, dass dieses spezielle Dokument, das unter FOIA veröffentlicht und mit 14-L-0552/DIA/287-293 gekennzeichnet wurde, beim Führungsstab, USCENTCOM, CIA, DHS, Dept. of State, SecDef Büro, und bei den Agenturen, die unter der Briefkopf stehen, zirkulierte?
JK: Ich kann nicht bestätigen, wie es in Umlauf gebracht wurde, oder wer es gelesen hat, aber wir können bestätigen, dass Exemplare an die Empfänger, die in den Briefkopf-Informationen aufgelistet sind, gesendet wurden.
BH: Sind Sie in der Lage einige aktuelle Schlagzeilen, die besagen, dass der Westen sich mit ISIS im Jahr 2012 oder zu irgendeinem Zeitpunkt während des Konflikts in Syrien zusammenschloß, zu zerstreuen?
JK: Es gibt eine Menge im Umlauf befindliche Überschriften, ich kann nicht jede davon bewerten. Ich kann das nicht kommentieren.
BH: Möchten Sie diese Gelegenheit nutzen, um alle Vorwürfe, die derzeit zirkulieren, auszuräumen?
JK: Ich habe dazu keinen Kommentar.
BH: Sind Sie zumindest in der Lage zu dementieren, dass die DIA-Analyse ergab, dass der Westen ISIS zu einem bestimmten Zeitpunkt während des Konflikts in Syrien unterstützt hat?
JK: Kein Kommentar. Ich habe keine zusätzliche Kommentare für Sie.)
– Ende des Interviews)

Das oben aufgeführte ist der offizielle Kommentar, der Brad Hoff gegeben wurde, von:

*JAMES M. KUDLA, PUBLIC AFFAIRS OFFICER, OFFICE OF CORPORATE COMMUNICATIONS, DEFENSE INTELLIGENCE AGENCY, DIA HQ N635i

(Teil-/Übersetzung des Artikels US Intelligence Responds ”No Comment” To Questions Of Support for ISIS von Brandon Turbeville/Activist Post)

Anmerkungen www.konjunktion.info: Die Tatsache, dass sich unsere Hochleistungspresse vollständig (abgesehen von einem halbseidigen Artikel im Focus) aus der Berichterstattung zu diesem Dokument herausnimmt, spricht für die dahinter liegende Brisanz des Dokuments. Alles was in den letzten Monaten (genau genommen seit August 2014 als IS wie aus dem Nichts in der Öffentlichkeit auftauchte) zum Islamic State von den USA geäußert wurde und vor allem als Rechtfertigungsgründe für deren “Eingreifen” – sprich das illegale und nicht von der UN gedeckte Bombardement Syriens – diente, waren fabrizierte Lügen. Dieses Dokument birgt eine solche Sprengkraft in sich, dass man als Hochleistungspresse, die mit den Machteliten massivst verbandelt ist, ein solches Thema nicht thematisieren kann und man sich lieber an den zeitgleich (!) durch die USA aufgebrachten FIFA-Skandal abarbeitet.

Quellen:
US Intelligence Responds ”No Comment” To Questions Of Support for ISIS
DOD Admits Supporting ISIS, Buffer Zones In Syria
Al-Qaeda’s Air Force: United States And Saudi Arabia
The Roots of ISIS
The DIA Gives an Official Response to LevantReport.com Article Alleging the West Backed ‘Islamic State’
Contact DIA
2012 Defense Intelligence Agency document: West will facilitate rise of Islamic State “in order to isolate the Syrian regime”
Pgs. 287-293 (291) JW v DOD and State 14-812


Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
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