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Straße von Hormus: Andere Blockadeführer, gleiche Stoßrichtung

Öltanker - Bildquelle: Pixabay / KaddunPhoto; Pixabay License

Öltanker – Bildquelle: Pixabay / KaddunPhoto; Pixabay License

Im April veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel „Energiekrise: Kapitulation Irans in fünf Wochen oder warum dies erst der Anfang sein dürfte“, in dem ich die „Worst-Case“– und „Best-Case“-Szenarien für den Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran skizzierte. In meinem Best-Case-Szenario analysierte ich den konkreten Plan zur raschen Beendigung des Konflikts: eine Seeblockade der Straße von Hormus durch die USA, die den Spieß gegen den Iran umdrehen würde, indem alle Öltanker oder Gastanker, die iranische Häfen verlassen, blockiert oder beschlagnahmt werden.

Zwei Wochen später hat die Trump-Regierung genau diese Strategie umgesetzt. Interessanterweise – was viele gerne vergessen – war die Straße von Hormus vor dem Angriff Israels und den USA offen und frei zugänglich. Erst der Angriff veranlasste Teheran zur Schließung, ein Wiedereröffnen der Straße von Hormus war zu Beginn des Kriegs nie eine der Begründung Washingtons für den Konflikt an sich. Obwohl man dort wissen musste, dass der Iran in dieser Form reagieren würde. Steckt also viel mehr dahinter, als wir aktuell wissen/uns vorstellen können?

Die Wirksamkeit der Blockade ist bereits offensichtlich; die Propaganda-Bots in den sozialen Medien bemühen sich verzweifelt, eine Gegenargumentation zu finden, scheitern jedoch. Warum? Weil der Iran bereits versucht hat, die Meerenge (die eine internationale Wasserstraße ist) zu sperren, und jede Regierung, die Irans Vorgehen bejubelt (oder insgeheim bejubelt), nun nicht in der Lage ist, ein rationales Argument dagegen vorzubringen, dass die USA dem Iran dasselbe antun. Wie ich bereits am 1. April feststellte:

Wir hören ständig von den internationalen Risiken einer Sperrung der Straße von Hormus, aber die Medien erwähnen selten, dass der Iran die am stärksten gefährdete Wirtschaft von allen ist. Derzeit passieren weiterhin iranische Öltanker die Meerenge, und diese Schiffe sind die wirtschaftliche Lebensader des Iran. Strategische Schätzungen deuten darauf hin, dass die iranische Wirtschaft ohne die stetige Durchfahrt dieser Öltanker innerhalb von fünf Wochen vollständig zusammenbrechen würde.

Ich fasste dann zusammen, was meiner Meinung nach die einfachste Lösung zur Beendigung des Krieges war:

Iranische Frachtschiffe können durch eine US-Blockade des Persischen Golfs weit entfernt von den engen Gewässern der Straße von Hormus zur Beschlagnahmung ins Visier genommen werden. Die Schiffe könnten zerstört werden, aber es wird vermutet, dass das US-Kriegsministerium versuchen wird, Ölverschmutzungen und ökologische Katastrophen zu vermeiden. Stattdessen besteht die beste Option darin, die iranischen Tanker zu kapern und das Öl dann in Länder umzuleiten, denen eine Verknappung droht. Der Iran hat die Möglichkeit, die GPS-Ortung für seine Schiffe (Schattenflotte) abzuschalten, doch dies würde ihm nicht helfen, eine umfassende US-Blockade zu umgehen.

Mit anderen Worten: Einige Analysten behaupten, dass die USA den Spieß gegen den Iran umdrehen und dessen Abhängigkeit von der Straße von Hormus gegen ihn nutzen könnten. Da die iranische Wirtschaft am Boden liegt, wird das Land nicht mehr in der Lage sein, Raketen oder Drohnen zur Nachschubversorgung aus Russland und China zu kaufen. Es wird nicht in der Lage sein, die logistischen Ressourcen für sein Militär zu bezahlen, und es wird nicht in der Lage sein, öffentliche Unruhen einzudämmen.

Die Iraner wären zu Verhandlungen gezwungen, und der Krieg wäre schnell vorbei, mit minimalem Risiko für die US-Truppen. Das ist die einzige Option, die manche sehen, um die Energiemärkte innerhalb weniger Monate wieder zum Normalbetrieb zurückzuführen und gleichzeitig eine globale Krise zu verhindern. Trump sollte alle Forderungen nach einer langfristigen Bodenbesetzung mit Argwohn betrachten; es besteht kein Bedarf für ein solches militärisches Engagement. Der Krieg kann schnell mit wirtschaftlichen Mitteln entschieden werden.

Ich sehe dies allerdings anders, ich gehe davon aus, dass die jetzige US-Schließung gezielt aufrecht erhalten werden wird, um genau jene „Normalisierung auf den Energiemärkten“ über einen weit längeren Zeitraum zu verhindern, in dem man den Ölfluss gezielt kontrolliert – dies ist nicht gleichbedeutend mit einer echten Öffnung.

Derzeit beschlagnahmen die USA keine iranischen Tanker, sondern schicken sie lediglich dorthin zurück, woher sie gekommen sind. Es scheint jedoch, dass die Trump-Regierung und ihre Militärberater zu denselben grundlegenden Schlussfolgerungen gelangt sind wie ich.

Seit Jahren äußere ich meine Besorgnis über einen möglichen Konflikt im Iran, vor allem wegen der prekären globalen wirtschaftlichen Risiken, die mit massiven Energieengpässen und Ölvorprodukten durch eine Sperrung der Straße von Hormus verbunden sind, über die rund 25% der weltweiten Energieexporte transportiert werden. Allerdings – und das ist ja heutzutage schon der Anlass in irgendeine Gruppe eingeordnet zu werden – werde ich keine „Partei ergreifen“, wenn es um USA/Israel oder den Iran geht.

Diese Debatte ist aus meiner Sicht irrelevant und meiner Meinung nach darauf ausgelegt, die konservativen Kräfte aufgrund alter Ressentiments zu spalten, die uns nichts angehen. Die israelische Regierung oder der „Zionismus“ per se (auch wenn ich um dessen Ideologie weiß) interessieren mich zuerst einmal nicht, und es ist mir auch gleichgültig, was mit dem theokratischen und tyrannischen muslimischen Regime im Iran geschieht. Wir haben viel wichtigere Dinge, über die wir nachdenken müssen.

Was für mich zählt, ist, wie wir als Menschen und Bürger von geopolitischen Ereignissen betroffen sind. Es gab endlose Debatten darüber, worum es bei diesem Krieg wirklich geht – ob es nun um iranische Atomwaffen, israelische Intrigen, saudische Intrigen, die Kontrolle über die globalen Ölmärkte usw. geht (ich denke, dass jede Maßnahme, die das Trump-Regime bisher ergriffen hat, von Venezuela bis zum Iran, größtenteils darauf abzielte, China in Schach zu halten). In jedem Fall wird eine langfristige Sperrung der Straße von Hormus letztendlich zu Marktturbulenzen und einer stagflationären Krise führen.

Was jetzt zählt, ist, den Krieg so schnell und entschlossen wie möglich zu beenden, ohne dass der Persische Golf und 25% der weltweiten Energieexporte unter US- oder auch iranischer Kontrolle bleiben. Danach können sich die Leute nach Herzenslust mit dem „moralischen und verfassungsrechtlichen“ Dilemma auseinandersetzen.

Zunächst halte ich es für äußerst wichtig, auf einige Punkte und Falschinformationen einzugehen, die in den letzten Tagen bzgl. der US-Blockade aufgekommen sind:

Nr. 1: Die USA blockieren alle Schiffe, die die Meerenge passieren

Das ist falsch. Die USA blockieren nur Schiffe, die aus iranischen Häfen kommen. Alle anderen Schiffe durften ohne Zwischenfälle passieren. Diese Lüge wird von Desinformationsagenten in den sozialen Medien verbreitet und auch von ausländischen Regierungen – von Großbritannien über Frankreich bis hin zu China.

Nr. 2: Chinesische Schiffe haben die Blockade durchbrochen und die USA haben Angst

Nein. Alle chinesischen Schiffe, die aus iranischen Häfen kommen, wurden abgewiesen, und alle Schiffe, die aus anderen Häfen kommen, durften passieren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels soll sich angeblich nur ein Schiff aus einem iranischen Hafen durch die Blockade geschlängelt haben, obwohl die Geschichte über dieses Schiff möglicherweise erfunden ist. Alle anderen iranischen Schiffe wurden zurückgeschickt.

Nr. 3: Die Blockade bringt US-Kriegsschiffe in ernsthafte Gefahr

Nein, das Gegenteil ist der Fall. US-Schiffe müssen die enge Straße von Hormus nicht durchqueren, um sie zu blockieren. Sie müssen lediglich außerhalb der Meerenge warten und iranische Tanker, die sich nähern, zurückweisen. Keine Minen, keine Raketen, keine Drohnen, keine kleinen Angriffsboote – nichts, was der Iran einsetzen kann, hat eine nennenswerte Chance, der US-Marine Schaden zuzufügen. Tatsächlich deuten Berichte darauf hin, dass Schiffe wie die USS Abraham Lincoln (ein Flugzeugträger) bereits hunderte Male vom Iran ins Visier genommen wurden, ohne Schaden davonzutragen.

Gegen eine umfassende Blockade kann der Iran im Grunde nichts ausrichten.

Nr. 4: Der Iran ist an Sanktionen gewöhnt und kann länger durchhalten als die USA

Nein, das kann er nicht. Nur 7% der Energieexporte in die USA werden über die Straße von Hormus transportiert. Die gesamte iranische Wirtschaft hängt an einem seidenen Faden, und dieser Faden sind die Ölexporte in Länder wie China oder Vietnam.

Berichten zufolge verliert der Iran täglich rund 430 Millionen US-Dollar, solange seine Schiffe in der Meerenge festsitzen, und er hat bereits Infrastrukturschäden in Höhe von rund 270 Milliarden US-Dollar erlitten. Der Iran finanziert neue Waffen und die militärische Logistik mit Öleinnahmen. Seine Soldaten werden teilweise aus Öleinnahmen bezahlt. Mit Öleinnahmen dämpft er zivile Unruhen.

Ich vermute, dass die Blockade den Iran innerhalb weniger Wochen zurück an den Verhandlungstisch zwingen wird. So wenig Zeit bleibt ihm noch.

Nr. 5: Der Iran verfügt über alternative Wege, um die Blockade zu umgehen

Nein, das tut er nicht. Landwege ohne ausreichende Pipelines sind kein Ersatz für die Einfachheit von Öltankertransporten. Selbst wenn es solche Pipelines gäbe, könnten diese leicht zerstört werden.

Darüber hinaus wird dem Iran mit zunehmenden Ölexporten schnell der Lagerplatz ausgehen, was bedeutet, dass er die Förderungen einstellen muss. Dies würde aufgrund von Druckunterschieden innerhalb weniger Wochen erhebliche Schäden an seiner Ölinfrastruktur verursachen.

Jüngsten Meldungen zufolge hat der Iran bereits alle petrochemischen Exporte bis auf Weiteres eingestellt. Sollte dies zutreffen, beweist dies, dass die Blockade äußerst wirksam ist.

Nr. 6: Die Chinesen werden eingreifen und die Wiederöffnung der Meerenge erzwingen

Wie bereits erwähnt, ist die Meerenge nicht gesperrt. Nur die iranischen Häfen sind geschlossen. Darüber hinaus hat sich China von einer direkten Intervention in der Straße von Hormus ferngehalten, da es in diesem Gebiet nicht über die maritimen Kapazitäten verfügt, um sich mit den USA anzulegen, selbst wenn es dies wollte.

Man bedenke, dass die chinesische Regierung erst vor einer Woche ihr Veto gegen eine UN-Resolution zur Wiederöffnung der Meerenge eingelegt hat, als sie glaubte, der Iran würde diese kontrollieren. Die KPCh ist machtlos und kann nichts tun.

Nr. 7: Die USA verlieren wegen der Blockade alle ihre Verbündeten

Teils, teils. Die Blockade (und der Krieg im Allgemeinen) hat aufgezeigt, dass das Verhältnis zwischen Europa und den USA bzw. in der NATO durchaus angespannt ist. Viele Länder versuchen wieder mehr Souveränität in ihrer Außenpolitik aufscheinen zu lassen. Dies ist zuvorderst der Art und Weise der Politik der Trump-Administration in vielen Dingen geschuldet. Aber eine echte Unabhängigkeit, eine Ende des europäischen Vasallentums kann ich nicht erkennen. Ich habe dieses Thema in meinem letzten Artikel „USA, EU und NATO: Das Ende des Status Quo“ ausführlich untersucht, und dies bringt mich zu meiner Schlussfolgerung.

Conclusio

Die Tatsache, dass die europäischen Eliten plötzlich so besorgt über die US-Blockade sind, dass sie sogar eine „Koalition“ fordern, um die Meerenge wieder zu öffnen und die USA zu „umgehen“, sagt uns alles, was wir wissen müssen. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass die Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) in diesen Nationen sich mit jenen in den USA absprechen, während sie gleichzeitig hinter den Kulissen eine „multikulturelle Allianz“ organisierten – eine technokratische, digitalisierte und sozialistische neue Weltordnung, um die westliche Zivilisation zu verdrängen und das bisherige (westliche) Wertesystem als leere Hülle zurückzulassen.

Ein Teil dieser Agenda beinhaltet eindeutig eine Partnerschaft mit islamischen Fundamentalisten als „Bodentruppen“ zur Unterdrückung der einheimischen westlichen Bevölkerung. Deshalb haben die IGE Europa mit Migranten aus der Dritten Welt überschwemmt – unter Missachtung der Bedenken der Bürger und sogar unter Verhaftung von Menschen, die ihre Meinung äußern.

Das ist auch der Grund, warum der Papst so beharrlich auf einen muslimisch-christlichen Pakt drängt (während er dabei offen die Tatsache ignoriert, dass die Europäer seit über einem Jahrzehnt von muslimischen Einwanderern terrorisiert werden). Vergessen wir nicht, dass sich der Vatikan während der Plandemie-Lockdowns mit den IGE zusammengetan hat, um den Rat für inklusiven Kapitalismus (unter der Leitung von Lynn Forester de Rothschild) zu gründen. Die Päpste der Moderne sind keine Freunde der Konservativen oder Christen, aber ich werde in meinem nächsten Artikel näher auf dieses Problem eingehen.

Die Blockade ist meiner Meinung nach wirksam, so dass sie Angst im Iran, Angst in China und Angst in der liberalen Ordnung in Europa ausgelöst hat. Aber Trump hat das Blatt in der Straße von Hormus NICHT gewendet. Soll er aus meiner Sicht auch nicht, er soll nur die MAXIMALE Kontrolle für die IGE darüber erreichen soll. Es ist ein Werkzeug, ein Hebel für den Großen Neustart.

Unabhängig davon, wie Sie persönlich zum illegalen Iran-Krieg stehen mögen, ist es unbestreitbar, dass die Situation ein massiver Hebel ist, um die Agenden der IGE weiter voranzutreiben bzw. in vielen Bereichen auch zu finalisieren. Und jeder der denkt, dass Trump hier gegen das System „arbeiten“ würde, sollte nochmals in sich gehen und die Fakten neu/neutral bewerten.

Quellen:
Trump’s Blockade Is Breaking Iran And European Elites Are Angry
Energiekrise: Kapitulation Irans in fünf Wochen oder warum dies erst der Anfang sein dürfte
USA, EU und NATO: Das Ende des Status Quo

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Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
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