Ölpreis: Was passiert, wenn es zu einem offenen Konflikt mit dem Iran kommt?

Zapfsäule - Bildquelle: Pixabay / IADE-Michoko; Pixabay License

Zapfsäule – Bildquelle: Pixabay / IADE-Michoko; Pixabay License

Nach dem Angriff auf die saudische Ölinfrastruktur ist der Preis für das schwarze Gold stark angestiegen. Das Wall Street Journal bezeichnet den Angriff gar als “the Big One” und der US-Präsident Donald Trump lässt “durchblicken”, dass ein militärischer Vergeltungsschlag wahrscheinlich ist. Natürlich steht dabei der Iran im Fokus der Anschuldigungen und natürlich schießt sich auch die kriegstreibende Hochleistungspresse auf Teheran an – ohne dass beide Seiten irgendwelche Beweise vorlegen können.

Dabei ist es vollkommen klar, dass ein militärisches Vorgehen gegen den Iran zu einem größeren Krieg im Mittleren Osten führen wird. Ein Schock für die globale Wirtschaft. Denn mit der Straße von Hormus hat Teheran das Pfund schlechthin in der Hand dem weltweiten Ölhandel nicht nur massive Nadelstiche zu verpassen.

Ein markant steigender Ölpreis aufgrund eines militärischen Konflikts wird dazu führen, dass die Inflation massiv ansteigen wird. Denn neben dem Transport werden auch die “Ölanteile” in den jeweiligen Produkten teurer werden. Letztlich gibt es so gut wie kein Gut, dass nicht in irgendeiner Form Öl als Bestandteil/Transportmittel benötigt. Zudem wird ein höherer Ölpreis dazu führen – der im Übrigen noch auf eine fallenden Nachfrage treffen und somit noch abgefedert wird -, dass die Wirtschaft in sich verlangsamt werden wird. Etwas, was wir auch kurz vor der Krise 2008 sehen konnten. Sollte sich ein Krieg im Mittleren Osten zudem über einen längeren Zeitraum hinziehen, könnte es zu einer Stagflation führen, bei der die Preise steigen und gleichzeitig die Wirtschaftsaktivitäten wegbrechen. Das Horrorszenario schlechthin für die Ökonomen und Politiker. Ein solches Phänomen fand letztmals in den 1970ern statt und vielleicht kann sich noch der eine oder andere an autofreie Sonntage und Schlangen an den Tankstellen erinnern.

Während jementische Houthi-Rebellen die Verantwortung für den Angriff für sich reklamieren, gehen die USA von einem Angriff durch den Iran aus:

Der US-Beamte, der nicht namentlich genannt werden wollte, gab an, dass der Angriff auf saudische Einrichtungen 19 Bereiche traf und dass der Startbereich west-nordwestlich der Ziele – Richtung Iran – und nicht südlich von Jemen gelegen habe.

(The U.S. official, who asked not to be named, said there were 19 points of impact in the attack on Saudi facilities and that evidence showed the launch area was west-northwest of the targets – the direction of Iran – not south from Yemen.)

Ein militärischer Gegenschlag auf den Iran trägt das Potenzial eines Dritten Weltkrieges in sich und die meisten Menschen dürften nicht einmal im Ansatz ahnen, in welcher Gefahr wir uns aktuell befinden.

Laut der saudischen Regierung wurden durch den Angriff die Kapazitäten von 5,7 Millionen Barrel Erdöl pro Tag zerstört. Dies entspricht fast Zweidrittel der Tagesproduktion von 9,8 Millionen Barrel. Kein Wunder, dass Sonntag Nacht, als die Märkte eröffneten, die Ölfutures explodierten:

Mit Händlern in einem Zustand der Raserei, mit einer Untergruppe von Finanzjongleuern, die sich abmühen (und versagen), um zu berechnen, wie hoch das Limit für Öl sein würde (Hinweis: Brent hat keins), wurde Brent vor wenigen Augenblicken wieder für den Handel geöffnet Der Angriff vom Samstag auf das “weltweit wichtigste Ölverarbeitungswerk” explodierte um 20% auf ein Hoch von 71,95 USD nach dem Handelsschluss am Freitag von 60,22 USD, dem größten Sprung seit Beginn des Futures-Handels im Jahr 1988.

(With traders in a state of near-frenzy, with a subset of fintwit scrambling (and failing) to calculate what the limit move in oil would be (hint: there is none for Brent), moments ago brent reopened for trading in the aftermath of Saturday’s attack on the “world’s most important oil processing plant”, and exploded some 20% higher, to a high of $71.95 from the Friday $60.22 close, its biggest jump since futures started trading in 1988.)

Zwar sollen nach Aussagen der saudischen Regierung die verlorenen Kapazitäten bereits heute wieder um ein Drittel aufgebaut werden, aber die Reparatur der Schäden wird Wochen, wenn nicht gar Monate in Anspruch nehmen. Trump hat daher die “strategischen Ölreserven der USA” freigegeben, um den Preis zu stabilisieren.

Ein offener Krieg mit dem Iran würde aber die Märkte nicht mehr beruhigen können und die strategischen Ölreserven der Westländer sind nur begrenzt. In einem solchen Szenario könnte der Ölpreis auf ein Niveau ansteigen, das dem vier- bis fünffachen des heutigen entspricht. Eine Steilvorlage für die Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE), wenn es darum geht einen Schuldigen für den von ihnen initiierten Zusammenbruch zu benennen.

Alles nach Plan? Was denken Sie?

Quellen:
If You Think The Price Of Oil Is Skyrocketing Now, Just Wait Until The War Starts…
Saudi Oil Attack Is the Big One
Satellite image reveals huge plume of black smoke pouring from blazing Saudi Aramco oil plants – as Iran dismisses ‘meaningless’ US claims it was behind devastating drone strike
U.S. Blames Iran for Attack on Saudi Oil Facilities
Attack on Saudi oil facility came from direction of Iran, not Yemen -U.S. official
Twitter Account Donald Trump Tweet 1
Iran says it’s ready for war with US after Saudi oil attack accusations
Oil Explodes 20% Higher, Biggest Jump On Record
Twitter Account Donald Trump Tweet 2


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