Der Tiefe Staat: Ein Begriff kommt im Mainstream an

Der Tiefe Staat. Schattenregierung. Es gibt viele Begriffe für die im Hintergrund agierenden, nicht gewählten, nicht greifbaren und nicht rechenschaftpflichtigen Strippenzieher, die die Politdarsteller an unsichtbaren Fäden gleich steuern und diese für ihre Zwecke zur Umsetzung ihrer Agenda benützen.

Was jahrelang als Verschwörungstheorie galt (und für viele noch heute gilt) bahnt sich langsam aber sicher seinen Weg an die Oberfläche. Egal, ob Iran-Contra-Affäre, Gladio oder 9/11 immer deutlich wird, dass es eine Gruppe gibt, die ihre Interessen über alle Staatgrenzen hinaus seit Jahrzehnten verfolgt.

Horst Seehofer - Bildquelle: www.konjunktion.info

Horst Seehofer – Bildquelle: www.konjunktion.info

Die “Idee des Tiefen Staats” wird zum Mainstream – zumindestens in den USA. Sei es in Büchern wie Deep State: Inside the Government Secrecy Industry und The Deep State: The Fall of the Constitution and the Rise of a Shadow Government oder in Online-Publikationen wie This is not a democracy: Behind the Deep State that Obama, Hillary or Trump couldn’t control und Deep State America. Selbst Finanzanalysten im Mainstream werden immer deulicher: The ‘Deep State’ Puppet Master Behind the Fed’s Ultra-Low Rates oder Essay: Anatomy of the Deep State. Und auch in den klassischen Zeitungen findet man entsprechende Artikel: The Boston Globe (Vote all you want. The secret government won’t change) und in der New York Times (America’s ‘Establishment’ Has Embraced ‘Deep States’). Oder auch im Blog der Weltbank: The ‘Deep State’ Confronts the Accountability Revolution.

Zwangsläufig stellt sich einem daher die Frage. Warum jetzt? Warum in dieser Häufigkeit? Warum wird dieses Thema aus der “Schmuddelecke Verschwörungstheorie” geholt?

Sicherlich geht es auch um Verschleierung, wenn der Tiefe Staat beispielsweise im Blog der Weltbank thematisiert wird. Denn darin wird der Tiefe Staat nur in den “neuen Demokratien” Lateinamerikas, Afrikas, Asiens und Osteuropas “verortet” – und natürlich nicht im Westen. Dabei geht die “Idee des Tiefen Staats” auf eine türkische Phrase zurück, derin devlet, die nach dem Zwischenfall von Susurluk aufkam, der die türkische Geheimregierung und deren Verbindungen mit NATO/Gladio/Drogenschmuggel und Terrorismus an die Öffentlichkeit brachte. Seitdem ist es fast schon Usus, dass die westliche Hochleistungspresse beispielsweise vom Tiefen Staat in Ägypten oder der Türkei spricht – also in Ländern, denen die “westliche Demokratie noch gebracht werden muss”.

Jedoch haben in den letzten Jahren Forscher wie Peter Dale Scott das Konzept “Wie westliche politische Institutionen funktionieren” weiterentwickelt und fortgeführt. Dies wurde wiederum von Leuten wie Mike Lofgren (einem ehemaligen Kongressmitarbeiter, der den Tiefen Staat in den USA beschrieb und den parteiübergreifenden Konsens bei wichtigen politischen Fragen thematisierte) oder Philip Giraldi (einem ehemaligen Geheimdienstler, dessen Gedanken zum Tiefen Staat sogar in der Mainstreampresse Aufmerksamkeit erregten) aufgegriffen.

Sowohl die jetzt zunehmende Berichterstattung als auch Scott, Lofgren oder Giraldi dürften Bestandteil eines Indoktrinationsprozesses sein, der das Ziel hat die Öffentlichkeit sachte über den Tatbestand des Tiefen Staats aka einer Elite im Hintergrund, die die Kontrolle ausübt, zu informieren und die Menschen darauf vorbereitet, dass sie diesen Tatbestand als solchen akzeptieren. Vor fast 10 Jahren schrieb David Rothkopf sein Buch Superclass, in dem er eine Gruppe von etwa 6.000 Privatiers vorstellte, die die Fähigkeiten besitzen Politik und Themen jenseits aller Staatsgrenzen zu betreiben, zu fördern und zu implementieren. Seit dieser Veröffentlichung wurden Gruppierungen von den Bilderbergern bis zum Council on Foreign Relations (CFR) zu gewöhnlichen Gesprächsthemen. Dass sich die Wahrnehmung massivst geändert hat, ist allein daran festzumachen, dass früher Musik aus der Serie Twilight Zone abgespielt wurde, wenn im Radio ein Zuhörer den CFR thematisierte, und heute selbst Hillary Clinton frank und frei zugibt, dass das Außenministerium Anweisungen vom CFR erhält. Auch die Bilderberger sind ein Zeichen für diese Veränderung. Erst seit wenigen Jahren wird diese Gruppe im Mainstream (wenn auch nur kurz und verharmlosend) erwähnt bzw. besitzt sie sogar eine eigene Website, während zuvor ein vollständiger Blackout in den Medien gesichert war.

Deswegen nochmals die Frage: Warum gerade jetzt?

Vor allem deshalb, weil es unmöglich ist in Zeiten von 9/11, Irak, Bail-Out/-In, Migrantenkrise oder Islamischer Staat die Illusion aufrecht zu erhalten, dass die Politdarsteller in der ersten Reihe (also ein Obama, eine Merkel oder ein Putin) diejenigen sind, die für die “Show verantwortlich” sind. Selbst wissenschaftliche Studien haben festgestellt, dass die USA nicht mehr von politischen Parteien regiert werden, sondern von einer “Ansammlung besonderer Interessen”.

Ist es Zufall, dass der Tiefe Staat zum Thema wird, während gleichzeitig Europa mit der Massenmigrationswaffe angegangen wird?
Ist es Zufall, dass der Tiefe Staat zum Thema wird, während gleichzeitig soziale Strukturen zusammenbrechen?
Ist es Zufall, dass der Tiefe Staat zum Thema wird, während sich gleichzeitig die Lage in den Krisengebieten verschärft?
Ist es Zufall, dass der Tiefe Staat zum Thema wird, während gleichzeitig die Börsen einbrechen?
Ist es Zufall, dass der Tiefe Staat immer offensichtlicher wird?

Wohl eher nicht… denn der Tiefe Staat bereitet sich auf seine Funktion als Retter und Lichtgestalt vor, der die Welt vor dem Abgrund retten wird, obwohl der Tiefe Staat der Verursacher desselben ist.

Quellen:
Deep State Rising: The Mainstreaming of the Shadow Government
Shut Up, Conspiracy Theorist!!!
THE SECRET TEAM
The Secret Government: Bill Moyers (1987)
‘Shadow Government’ Readies for Next 9/11
Turkey – The Deep State
Gladio B
The American Deep State: Wall Street, Big Oil and the Attack on U.S. Democracy
Examining Who Runs the United States
The Process of Indoctrination
Hillary Clinton admits the CFR gives the Orders
Bilderberg Meetings
Perspectives on Politics


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