Gastbeitrag: Persönliche Gedanken zur Durchsetzung des Neoliberalismus in der EU mit militärischen Mitteln

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Persönliche Gedanken zur Durchsetzung des Neoliberalismus in der EU mit militärischen Mitteln

Thomas Mann - Bildquelle: Wikipedia / Carl van Vechten (1880–1964)

Thomas Mann – Bildquelle: Wikipedia / Carl van Vechten (1880–1964)

1938 antwortete Thomas Mann auf die Frage der New York Times, ob er das Exil als schwere Last empfinde:

Es ist schwer zu ertragen. Aber was es leichter macht, ist die Vergegenwärtigung der vergifteten Atmosphäre, die in Deutschland herrscht. Das macht es leichter, weil man in Wirklichkeit nichts verliert. Wo ich bin, ist Deutschland. Ich trage meine deutsche Kultur in mir. Ich lebe im Kontakt mit der Welt und ich betrachte mich selbst nicht als gefallenen Menschen.

Als Deutscher seit mehreren Jahren im inneren Exil, möchte ich hiermit versuchen, Thomas Mann zumindest in Hinblick auf die Länge meiner Sätze in Zentimetern zu übertrumpfen. In Geist und Form kann es mir gar nicht gelingen. Sollten dennoch in meiner sublim angedeuteten politischen oder auch moralischen Haltung irgendwelche Spuren von Ähnlichkeit mit Thomas Mann vorhanden sein, so liegt das daran, dass ich nicht nur ein großer Fan der Länge seiner hoch verschränkten Sätze, sondern auch ein Bewunderer jenes dahinter lebenden Geistes bin.

Sie kennen das ja längst: Die perverse Gnadenlosigkeit, mit welcher der gesamte, sozial völlig verrottete, dabei perfekt leistungsblendende, also sich in üblicher psychopatischer Arroganz als wahrer Leistungsträger ständig peinlich aufpumpende gesamtwestliche Schmarotzerklüngel aus Politik, Konzernwirtschaft, Hochfinanz und Leidmedien inklusive seiner von ihm abgesicherten und damit total abhängigen Büttel, zukünftig in gemeinsamer stillschweigender Übereinkunft nach Möglichkeit jedes Stück Land, jedes Stück Natur, jedes Tier und jeden arbeitenden Menschen auf diesem Planeten so vollständig wie möglich nach seinem Gusto und ausschließlich zu seinem privaten Nutzen auszubeuten gedenkt, zeigt nicht erst in der Ukraine das normal hässliche, also totalitärgeile und, wenn`s sein muß, auch mitleidlos tödliche militärische Gesicht seiner Strippenzieher und Nutznießer. Speziell für das neue westliche EUROPA aber, also der Merkel-EU als Folge der im Kern strukturellen und deshalb für die Besitzstandswahrer so bedrohlichen Finanzsystemkrise, hat das aktuelle, offiziell natürlich verleugnete Finanzieren und Gewähren lassen einer selbst aktiv mit hochgeputschten, mindestens faschistoiden Kiewer Junta und ihrer Kriegsverbrecher und Massenmörder meiner Ansicht nach insofern etwas Neues, als das diese weltweit längst als normal wahrgenommene asoziale Gnadenlosigkeit, mit der die neoliberale Sklavenhalter-Ideologie ja nun bitteschön endlich auch in Europa komplett durchgesetzt werden soll, durch das eigentlich nicht mehr zu übersehen könnende Akzeptieren und Fördern von militärischer Gewalt in der Ostukraine durch unsere EU-Verantwortlichen als neues probates Mittel zur Erreichung dieses Zieles gleichfalls endlich einmal einen deutlicheren Blick auf den zutiefst menschenverachtenden Fratzenkern dieser Ideologie zulässt – ob dies unserer Blender-Elite nun passt oder nicht.

Bei der – wie ich es gerne bewusst formuliere, um die drastischen finalen Konsequenzen für viele Betroffene so deutlich wie möglich zu beschreiben – erst sozial und in Folge für immer mehr dann auch mortal wirkenden Endlösung für alle besitzlosen und aussortierten und vielleicht frecherweise dennoch psychisch unterwerfungs- oder physisch sterbensunwilligen Arbeitnehmer und Normalunternehmer in Europa, einer Endlösung, die sich auf der deutsch geformten ideologischen Basis von Hartz IV vermittels der so vollkommen ungerechten wie unglaublich asozialen Austeritätsprogramme seit Jahren anscheinend unaufhaltsam durch Europa ätzt, ist deren gleichfalls gnadenlose Gewalt gegen Unschuldige durch ihre unangreifbar scheinende Indirektheit, ihre kalte Gesichtslosigkeit, ihre nach außen völlig abgeschirmte Abwicklung und deren stetige, nur langsam wie ein leises Gift vorgehende technokratische Natur und letzten Endes durch ihren Anschein einer demokratisch erwirkten Legitimität regelrecht unsichtbar. Dennoch zeugt letzten Endes der zerplatzte Schädel eines ganz normalen, z.B. ehemals abhängig beschäftigten und sich aus purer Verzweifelung selbst liquidierenden europäischen Familienvaters, der zuvor aufgrund zum Himmel schreiender perverser Finanzexzesse zuerst zum Schuldigen dieser Exzesse erklärt wurde, um daraufhin plötzlich und wie aus heiterem Himmel – langsame und willkürliche Todesstrafe muß sein! – mit seiner Frau, seinen Kindern und seinen in einer nichtperversen EU langfristig problemlos zu begleichenden Schulden ohne jede realistische Hoffnung auf Besserung auf der Strasse zu sitzen, von derselben strukturellen Gewalt dieses sich stetig wie eine unaufhaltbare Seuche ausbreitenden, sozusagen radikal finanztotalitären und entsprechend aggressiven Europas, wie es die in genau diesem Augenblick zerfetzenden Körper unschuldiger kleiner und großer Einwohner von Donezk tun. Insofern ist dieser Krieg für mich tatsächlich eine Art von neuem Symbol: Das neue totalitäre Austeritäts-Europa wird hier zum ersten Mal mit massiver militärischer Gewalt durchgesetzt – obendrein und absolut widerlicherweise auch noch unter Zuhilfenahme offiziell abgesegneter bewaffneter neofaschistischer Schlägertruppen. Und während die üblichen nützlichen Politidioten in Kiew als auserkorene Henker es nur schwer verhindern können, die Brutalität und Radikalität ihrer Intentionen jeden Tag auf ihren Gesichtern nach außen zu tragen, genießen die üblichen verantwortlichen Richter derzeit Urlaub in Florida oder an anderen sonnigen Plätzen, nach wie vor viel zu weit weg, um jemals Gefahr zu laufen, dass eines ihrer vielen Opfer ihnen ihre stets grinsenden oder wahlweise auch nur plumpen Masken von den Köpfen reißt und so ihre wahren machtgeilen Fratzen entblößt – um derart erkannt vielleicht ja doch noch mal eines Tages – statt eines ruhmblutbekleckerten Platzes in der Geschichte – für ihre eiskalt technokratisch ferngesteuerten, dennoch zielgenau angesetzten und gnadenlos brutal wirksamen Taten gegen europäische Unschuldige von einem besseren Europa zur Rechenschaft gezogen zu werden. ICH jedenfalls werde nicht aufhören, davon zu träumen, es inständig zu hoffen und irgendwie dabei aktiv mitzuhelfen, dies zu erreichen.

Nein, wir haben nicht nur ein Umverteilungsproblem. Vielleicht schon jetzt, spätestens aber für unsere Kinder, heißt es, wenn es so weitergeht: “Willkommen im KZ Europa: Friss deine Freiheit – oder stirb! “. Und während die Deutschen vor 80 Jahren psychologisch aus dem Satz “Arbeit macht frei” nur einen widerlichen Witz gerieren konnten, weil damals jeder die Menschenverachtung dieses Spruches durchschaute, gelingt es heute tatsächlich, den Menschen in Europa die dahinter steckende sozialdarwinistische Ideologie als ernst gemeinten und einzig gültigen Lebenssinn zu verkaufen. Diese von hochbezahlten Expertenbütteln ausgeklügelte Strategie ist offensichtlich perfekt, vor ihrem medialen Dauerfeuer gibt es fast kein Entkommen, ihre gesellschaftliche Durchdringung scheint mittlerweile fast vollkommen zu sein. Und so braucht man tatsächlich keine echten KZ`s mehr, aus echtem Holz und echtem Blut, denn das KZ hat sich mit seiner Todesangst längst metertief in unsere Köpfe gebohrt – und wir haben sie alle machen lassen, die Expertenbüttel, die Politikerbüttel, die Verwalterbüttel, die Medienbüttel – und tun es nach wie vor. Wenigstens für die Feigheit vor DIESER Wahrheit dürfen wir uns ab sofort einfach keine Entschuldigung mehr gestatten. Erst dann besteht wieder Hoffnung für unseren derzeit in jeder Hinsicht einfach nur talwärts ungebremst hinabrauschenden Kontinent. UND WIR WISSEN DAS! Am meisten tun mir unsere Kinder und Jugendlichen leid – SIE, nicht wir Alten, die wir uns ja meist noch rechtzeitig in irgendwelche armseligen warmen Sessel retten konnten, werden vor allem – zusätzlich zu der von uns Alten zu verantwortenden, sich ebenfalls langsam, aber stetig entwickelnden ökologischen Katastrophe – auch noch die Konsequenzen aus der Talfahrt der Freiheit Europas ertragen müssen – für welche all jene Alten von uns, die in den letzten 30 Jahren auch nur irgendeine gesellschaftliche Verantwortung trugen und dabei feige, weil sehfähigen Auges, dennoch diese ja zuerst nur langsam anrollende Talfahrt nicht rechtzeitig aufhielten, eigentlich von den Jüngeren fairerweise an die letzte Laterne gehängt werden müssten.

Oliver Thiele (Tätigkeit im Medienbereich), 11.8.2014


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