USA – Ukraine: Russland soll zum “Pariahstaat” werden

Obama und sein Washingtoner Stab lieben anscheinend den Klang von unilateralen Sanktionen am Morgen. Es mus sich für sie wie ein Sieg anfühlen. So könnte man zumindestens den Eindruck gewinnen, wenn man die erneuten Sanktionen der USA gegenüber Russland bewertet – trotz anderweitiger Meldungen, dass man sich am Tag zuvor auf bestimmte “deeskalierende Regelungen” geeinigt hatte.

Echte, harte Sanktionen würden die NATO-Vasallen Europas in arge Bedrängnis bringen – nicht Moskau. Das ist auch der Grund, warum wir diese nie sehen werden. Gleichzeitig läuft das “Energie”-Geschäft der “Erwachsenen” wie gehabt.

Den neuen Kalten Krieg 2.0, der gerade vom Zaun gebrochen wird, kann man nicht verstehen, wenn man nicht dabei Wladimir Putins Rede im Jahr 2010 vor der versammelten deutschen Industrie berücksichtigt, in der er einen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostock forderte.

Die deutschen Interessen in dieser strategischen Schlüsselbeziehung sind dabei wechselseitig. Erweiteret auf andere Nationen bedeutet das auf lange Sicht gesehen, eine Integration in ökonomischer Hinsicht und beim gemeinsamen Handel zwischen der EU und Russland. Und wenn man das nächstgrößere Bild betrachtet, sogar ein Schritt mehr hin zu einer Integration zwischen Europa und Asien. Was übersetzt nichts anderes als ein Bannstrahl auf die bedrängte Hegemonialmacht USA wäre.

Für all die US-Think Tanks, die theoretische Ansätze beschreiben und fast atemlos vom “Eingrenzen” eines “wildgewordenen Staates” sprechen – was an für sich schon lächerlich ist, als wenn Russland mit Somalia gleich zu setzen wäre -, ist die allumfassende “Strategie” der Obama ReGIERung wirklich eine Klasse für sich. Das Meisterwerk dieser kindlichen, rückständigen Diplomatie der USA begrenzt sich darauf Putin zu ignorieren.

Die “Sanktionshysterie” ist so konzipiert, dass Putin gezwungen wird sich je nach Lust und Laune des Hegemons zu beugen – quasi als Teil der “Gesamtstrategie”; auf dem Weg hin zu einem “internationalen Konsens” Russland zu “isolieren” und das Land in einen “Pariahstaat” zu verwandeln. Einem “Pariahstaat”, der derzeit wieder Megageschäfte im Energiesektor einfädelt.

Immer noch dreht sich das Denken des Westens um eine ökonomische Strangulation Russlands – so wie sie es bereits mit dem Iran versuch(t)en und mehr oder weniger dabei scheiter(te)n. In ihrer eigenen Gedankenwelt glauben diese “Möchtegernstrategen” sogar, dass Peking auf ihrer Seite stehen wird. Trotz der Tatsache, dass China die “Sanktionshysterie” und die “Putin-Ignorieren”-Doktrin ganz eindeutig als Teil von Obamas “Pivot to Asia”-Strategie sieht, die wiederum das Einkreisen Chinas zum Ziel hat.

Âm Ende wird auch der Kreml zur gleichen Schlussfolgerung kommen wie Peking: Es ist nutzlos mit Washington zu reden. Die Haltung der USA wird sich nicht ändern. Moskau ist es aus Sicht des Westens nicht erlaubt die Proteste in der Süd- und Ostukraine zu unterstützen; jeder hat das rechte, faschistische Regime in Kiew anzuerkennen; und die Krim muss natürlich “zurück gegeben” werden – an die NATO. So dass die NATO Moskau aus dem Schwarzen Meer drängen kann.

Washingtons ultimativer feuchter Traum ist es die Versorgung Europas mit russischem Gas zu unterbinden – bis hin zur Sabotage, die Moskau wiederum unzweifehlaft – und zu recht – als einen Kriegsakt interpretieren würde. Währenddessen versucht die NATO/die USA mit ihrem “Plan A” den Kreml in eine “Invasion” hinein zu manövrieren, so dass Putin als der “neue Hitler” (wie er ja zwischenzeitlich bereits genannt wurde) und als die ultimative Gefahr für Europa denunziert werden kann.

Dabei wird eines geflissentlich “vergessen”:
Moskau hat so viele Möglichkeiten Vergeltung zu üben: in Syrien; bei den Atomgesprächen mit dem Iran; beim Truppenabzug der NATO aus Afghanistan, der über russisches Territorium erfolgen soll; als auch bei der zukünftigen Entwicklung Afghanistans.

Dabei müsste das Weiße Haus und das Verteidigungsministerium nur einmal auf das Hören, was Putin bereits mehrfach gesagt hat, wie eine Beziehung zwischen dem Westen und Russland aussehen kann. Russland erwartet Respekt von seinen “westlichen Partnern”, die Moskau seit 1991 nicht als einen “unabhängigen, aktiven Teilnehmer bei internationalen Fragen” behandelt haben. Mit Verständnis für die “eigenen nationalen Interessen, die man berücksichtigen und respektieren muss” und nicht als Land, das man als gefährlichen Staat hinstellt und “eindämmen” will.

Die Geschichte zeigt eindeutig, dass Washington keinerlei nationalen Interessen – von welchem Land auch immer – respektiert. Das Einzige das zählt, ist, dass andere sich immer den Interessen der USA unterzuordnen haben.

Der Kreml hat kurz gefasst Washinton eingeladen etwas “Realpolitik” zu spielen. Nicht Monopoly. Das Obama-Regime spielt dagegen – wenn überhaupt – Brettspiele. Moskau dagegen Schach. Auch der Versuch nahe der russischen Grenze Chaos zu stiften, wird Putins Verhalten, die eigenen russischen Interessen zu wahren, nicht ändern.

Geht man davon aus, dass das “Projekt” Ukraine

  • eine Besetzung durch den Westen vorsah,
  • es dazu dienen sollte Moskau aus dem Hafen Sewastopol zu werfen und demzufolge auch aus dem östlichen Mittelmeer,
  • so dass man danach Syrien einnehmen kann und man es damit Katar – und nicht Iran-Irak-Syrien – ermöglicht seine Gaspipeline via Jordanien und einem von Sunniten geführten Syrien bis nach Europa zu führen,

dann ist dieses “Projekt” mehr als nur gescheitert.

Auch wenn die Sanktionen bestehen bleiben (wie seit Jahr(zehnt)en bzgl. Kuba, Irak und Iran), so heckt das Weiße Haus schon die nächsten aus. Kein normaler Erwachsener in Europa wird dann mehr folgen. Selbst die europäischen Vasallen werden dann erkennen, dass Washington nicht einmal auf einer PlayStation 3 mitspielen kann.

(Übersetzung des Artikels Obama’s ‘strategy’ against ‘pariah’ Russia von Pepe Escobar, erschienen auf www.atimes.com)

Quellen:
Obama’s ‘strategy’ against ‘pariah’ Russia
In Cold War Echo, Obama Strategy Writes Off Putin
$30 Billion Oil Pipeline to Be Built from Russia to India through Northwest China
Russia and Iran set to strike $10bn energy deal


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