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Grönland: Der US-Imperialismus à la TrumpLesezeit: 4 Minuten

Donald Trump-Schein - Bildquelle: Pixabay / Mediamodifier; CC0 Creative Commons

Donald Trump-Schein – Bildquelle: Pixabay / Mediamodifier; CC0 Creative Commons

Imperialismus (aus dem lateinischen von imperare „herrschen“) bezeichnet das

Bestreben eines Staatswesens bzw. seiner politischen Führung, in anderen Ländern oder bei anderen Völkern politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu erlangen, bis hin zu deren Unterwerfung und zur Eingliederung in den eigenen Machtbereich. Typischerweise geht das damit einher, eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Interessanterweise definierte der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter, den Imperialismus nicht zwingend als „notwendiges Ergebnis der Konkurrenz in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung“. Er sah ihn „als Ausdruck eines irrationalen Chauvinismus von Oberschichten zur Festigung ihrer Macht“. Dabei könne er laut Schumpeter „in allen Stadien der Geschichte und in verschiedenen politischen Systemen vorkommen“.

Und genau jenen „irrationalen Chauvinismus von Oberschichten zur Festigung ihrer Macht“ können wir aktuell in der US-Politik, die natürlich nicht von der Trump-Administration selbst gesteuert wird, sehen. Ein Staat, der sich im Auftrag der hinter im stehenden Kräfte, Völkerrecht bricht, globale „Gesetze“ und Sanktionen nach eigenem Gusto erlässt und definiert und sich letztlich über alle anderen Länder stellt.

So wird auch die Rhetorik rund um Grönland immer absurder. Der Sonderbeauftragte des US-Präsidenten Donald Trump, Jeff Landry, Gouverneur von Louisiana, hat erklärt, dass Dänemark Grönland unter Verletzung der Regeln der Vereinten Nationen (UN) besetzt hält. Einmal mehr eine „besondere Auslegung“ nach US-Manier.

Am Sonntag sagte Trump, die USA würden Grönland – wohlgemerkt ein autonomes Gebiet Dänemarks – „auf die eine oder andere Weise (one way or another)“ erwerben. Er argumentierte auch, dass Kopenhagen nicht in der Lage sei, die Sicherheit der größten Insel der Welt zu gewährleisten (Zwischenfrage: Vor wem eigentlich?), und witzelte, dass sie nur von „zwei Hundeschlitten (two dog sleds)“ verteidigt werde.

Nachdem er zunächst erklärt hatte, Trump würde die Bürger Grönlands „auszahlen (pay off)“, um es zu kaufen, schwenkte er inzwischen wieder auf einen möglichen militärischen Angriff um.

Nach Trumps Beitrag vom Sonntag wies Landry auf X darauf hin, dass die USA Grönland während des Zweiten Weltkriegs „geschützt“ hätten. Im April 1941, ein Jahr nachdem Dänemark von Nazi-Deutschland überrannt worden war, wurden gemäß einer Vereinbarung zwischen Washington und Kopenhagen US-Militäreinrichtungen auf der arktischen Insel errichtet. „Geschichte ist wichtig. Die USA verteidigten die Souveränität Grönlands während des Zweiten Weltkriegs, als Dänemark dazu nicht in der Lage war (History matters. The US defended Greenland’s sovereignty during WWII when Denmark couldn’t)“, schrieb er laut einem Bericht von RT.

Diese vor nunmehr über 80 Jahren stattgefundene Vereinbarung ist heute die Grundlage für die Behauptung, dass Dänemark Grönland besetzt hält und es „offiziell“ zu den USA gehört. Geht es noch absurder?

Nach Beendigung des Konflikts „besetzte Dänemark es erneut – unter Umgehung und Missachtung des UN-Protokolls (Denmark re-occupied it – side-stepping and ignoring UN protocol)“, behauptete Landry, der letzten Monat zum Präsidentenbeauftragten für Grönland ernannt wurde. Also jenes UN-Protokoll, das federführend von den USA nach dem 2. Weltkrieg erlassen wurde.

Der dänische Botschafter in den USA, Jesper Moller Sorensen, reagierte kurz darauf auf die Vorwürfe und betonte, dass „Grönland seit Jahrhunderten Teil des Königreichs Dänemark ist. Dies wurde wiederholt von US-Regierungen, in der UNO und international anerkannt.“

(The Danish ambassador to the US, Jesper Moller Sorensen, responded to the accusations shortly afterwards, insisting that „Greenland has been a part of the Kingdom of Denmark for centuries. That has repeatedly been recognized by US administrations, in the UN, and internationally.“)

Wie beim versuchten Staatsputsch in Venezuela und der Entführung Maduros wird auch aus dieser kriegstreiberischen Haltung der herrschenden Klasse der USA (im Auftrag der Internationalisten/Globalisten/Eliten [IGE]) nichts Gutes entstehen. Die imperialistische Methodik wird nur als Mechanismus für Krieg dienen.

Laut einem Bericht der Daily Mail, der sich auf Quellen innerhalb der US-Regierung beruft, hat Trump seine hochrangigen Kommandeure angewiesen, einen Plan für eine mögliche Invasion des dänischen Autonomiegebiets auszuarbeiten.

Seit der Festnahme von Venezuelas Nicolas Maduro hat Trump seine Rhetorik in Bezug auf Grönland dramatisch verschärft und das Ziel seiner Regierung, das Gebiet zu übernehmen, bekräftigt. Leser meines Blogs wissen, dass ich Trump für einen Teil des Tiefen Staates halte, der sich wie der klassische Wolf im Schafspelz geriert. Er war nie ein „Retter“ und er wird auch nie ein „Retter“ sein. Sollte er tatsächlich Grönland militärisch einnehmen oder mit wertlosen US-Dollars „kaufen“, belegt dies aus meiner Sicht nur eines: der Tiefe Staat sichert sich weitere Ressourcen, um sein Überwachungs- und Kontrollnetz ausweiten bzw. absichern zu können.

Quellen:
Wikipedia – Imperialismus
Wikipedia – Joseph Schumpeter
Trump’s Special Envoy Claims Denmark Is Occupying Greenland
Denmark is occupying Greenland – Trump envoy
Donald Trump ‚orders army chiefs to draw up plan to invade Greenland‘: US President emboldened by success of Maduro capture operation

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