Wirtschaft: Von einbrechenden US-Konsumausgaben und der Brexit-Frage “Deal or No Deal?”

US-Dollar - Bildquelle: Pixabay / JESHOOTS-com; Pixabay License

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Einbrechende US-Konsumausgaben

Kreditzyklen, aber auch andere Faktoren können einen bremsenden Effekt auf die Konsumausgaben haben. Daher ist eine Analyse dieser Ausgaben auf einen kleinen Zeithorizont von zwei oder drei Monaten bezogen nicht zielführend, weil es kein abschließendes Bild liefern kann, wie dieser Bereich einer Wirtschaft tatsächlich läuft. Zudem dienen regierungsseitige “positive Aufwärtskorrekturen” meist dazu, um eine wirtschaftliche Schwäche zu verschleiern. Ist jedoch ein Abwärtstrend über einen längeren Zeitraum feststellbar (wie aktuell 2019 über das ganze Jahr zu beobachten), dann ist es ein Zeichen dafür, dass etwas “faul ist im Staate Dänemark”.

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass sowohl die Konsumenten als auch die Marktteilnehmer die LETZTEN sind, die die Informationen bzgl. eines stattfindenden Einbruchs mitgeteilt bekommen. Konsumausgaben oder auch Arbeitslosenzahlen sind nachlaufende Indikatoren einer Krise, keine Indikatoren, die einen Blick in die Zukunft ermöglichen. Die Bedingungen für eine Rezession sind allgegenwärtig und die Öffentlichkeit nimmt dies langsam aber sicher auch so wahr.

Die verzweifelten Repo-Käufe der Fed kommen zu spät und sind in ihrem Umfang zu klein, um die Implssion der “Blase aller Blasen” noch aufhalten zu können. Wobei nochmals angemerkt sei, dass die Fed nie die Intention hatte, eine solche Implosion zu verhindern. Das einzige Ziel der Fed, das sie jetzt noch aktiv verfolgt, ist, so zu tun als würde sie etwas gegen den Zusammenbruch tun…

Die Einzelhandelsumsätze in den USA gingen im September zum ersten Mal seit sieben Monaten zurück, was die Befürchtung aufkommen ließ, dass eine Verlangsamung des amerikanischen verarbeitenden Gewerbes die Verbraucherseite der Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Das Handelsministerium teilte am Mittwoch mit, dass die Einzelhandelsumsätze im vergangenen Monat um 0,3% zurückgingen, da die privaten Haushalte ihre Ausgaben für Baumaterialien, Online-Einkäufe und insbesondere für Automobile senkten. Der Rückgang war der erste seit Februar.

Die Daten für August wurden dahingehend revidiert, dass die Einzelhandelsumsätze um 0,6% statt wie zuvor berichtet um 0,4% zulegten. Von Reuters befragte Ökonomen hatten prognostiziert, dass die Einzelhandelsumsätze im September um 0,3% steigen würden. Gegenüber dem September des Vorjahres stieg der Einzelhandelsumsatz um 4,1%.

“Dies ist zwar kein schlüssiger Beweis dafür, dass der Verbraucher schwächelt (schließlich verringern die Aufwärtskorrekturen die Auswirkungen der Rückgänge im September), aber es verstärkt dennoch unsere anhaltende Besorgnis, dass eine Kürzung der Ausgaben letztendlich zu einer dauerhafteren Verlangsamung führen wird”, schrieb Ian Lyngen, Leiter der Zinsanalyse bei BMO Capital Markets.

(U.S. retail sales fell for the first time in seven months in September, raising fears that a slowdown in the American manufacturing sector could be starting to bleed into the consumer side of the economy.

The Commerce Department said Wednesday that retail sales dropped 0.3% last month as households slashed spending on building materials, online purchases and especially automobiles. The decline was the first since February.

Data for August was revised up to show retail sales gaining 0.6% instead of 0.4% as previously reported. Economists polled by Reuters had forecast retail sales would climb 0.3% in September. Compared with September of last year, retail sales increased 4.1%.

“While this is by no means conclusive evidence that the consumer is wavering (after all, the upward revisions reduce the impact of September’s declines), it nonetheless reinforces our ongoing concern that a spending retrenchment will ultimately trigger a more durable slowdown,” wrote Ian Lyngen, head of rates research at BMO Capital Markets.)

EU und Brexit - Bildquelle: Pixabay / fotoblend; Pixabay License

EU und Brexit – Bildquelle: Pixabay / fotoblend; Pixabay License

Brexit: “Deal or No Deal”?

Jeden Tag lesen wir bzgl. des Brexits etwas anderes und “Hinweise”, dass eine Einigung “kurz bevorsteht” haben die Hoffnung dafür bislang noch am Leben erhalten. Die Frage ist, sind diese Gerüchte über eine Einigung tatsächlich begründet oder wieder einmal nur Falschnachrichten?

Während die Details der letzten Bekanntmachung nicht vollständig öffentlich gemacht wurden, haben wichtige Schlüsselspieler (wie die nordirische Administration) nicht gesagt, dass sie eine solche Lösung unterstützen würden. Wir wissen bis jetzt nicht, ob die Gespräche Johnons mit der EU überhaupt in einem Ergebnis mit einem “sauberen Brexit” gemündet haben. Oder ob vielmehr ein “schlechter Brexit” eingetütet wurde, der der EU zahlreiche von Großbritannien gemachte Konzessionen einräumt, dem wichtige Bestandteil für einen “einfachen Austritt aus der EU” fehlen. Wir wissen zudem nicht, ob eine solche Einigung vom britischen Parlament gestützt wird oder ob es weiterhin auf eine Verschiebung um drei Monate beharren wird.

Ich gehe daher nach wie vor davon aus, dass es zu einem “No Deal” bzw. einem “schlechten Brexit” kommen wird. Aber letztlich heißt es weiterhin “Tee trinken und abwarten”. Die aktuellen Gespräche erinnern in ihrem Duktus denen der letzten Verhandlungen bzgl. des Handelskrieges zwischen den USA und China: ganz viel Hoffnung und Optimismus zum Wohle der Öffentlichkeit, unterstützt von sehr wenig Konkretem…

Johnson hatte die Hoffnung, die Staats- und Regierungschefs der EU davon zu überzeugen, dass diese auf dem Gipfeltreffen eine Austrittsvereinbarung unterzeichnen, gefolgt von einer Abstimmung auf einer außerordentlichen Sitzung des britischen Parlaments am Samstag, um den Weg für einen ordnungsgemäße Austritt am 31. Oktober zu ebnen.

Die Verhandlungsführer arbeiteten mehrere Nächte lang daran, einen Kompromissentwurf in Bezug auf die irische Grenzfrage, den schwierigsten Teil des Brexits, zu vereinbaren. Dabei ging es um vieles, von Zollkontrollen bis hin zur heiklen Frage der Zustimmung der nordirischen Regierung.

Die Democratic Unionist Party (DUP), die Johnsons Regierung unterstützt, sagte jedoch, der Text sei nicht akzeptabel – ein Schritt, der die Unterstützer eines Brexits in seiner eigenen konservativen Partei dazu bringen könnte, sich der Ratifizierung zu widersetzen, sofern er keine zusätzlichen Änderungen sicherstellt.

“Aus heutiger Sicht können wir die Vorschläge zu den Zoll- und Einwilligungsfragen nicht unterstützen, und es besteht ein Mangel an Klarheit in Bezug auf die Mehrwertsteuer”, sagten die DUP-Vorsitzende Arlene Foster und der stellvertretende Vorsitzende Nigel Dodds in einer Erklärung.

“Wir werden weiterhin mit der Regierung zusammenarbeiten, um ein vernünftiges Abkommen zu erzielen, das für Nordirland funktioniert und die wirtschaftliche und verfassungsmäßige Integrität des Vereinigten Königreichs schützt.”

(Johnson had set his hopes on convincing EU leaders to seal a divorce agreement at the summit, followed by a vote at an extraordinary session of the British parliament on Saturday, to pave the way for an orderly departure on Oct. 31.

Negotiators worked through several nights to agree a draft compromise on the Irish border issue, the most difficult part of Brexit, haggling over everything from customs checks to the thorny issue of consent from the Northern Irish administration.

But the Democratic Unionist Party (DUP), which supports Johnson’s government, said the text was not acceptable – a step that could spur hardline Brexiteers in his own Conservative party also to oppose ratification unless he secures additional changes.

“As things stand, we could not support what is being suggested on customs and consent issues, and there is a lack of clarity on VAT (value-added tax),” DUP leader Arlene Foster and deputy leader Nigel Dodds said in a statement.

“We will continue to work with the Government to try and get a sensible deal that works for Northern Ireland and protects the economic and constitutional integrity of the United Kingdom.”)

Quellen:
US retail sales unexpectedly decline in a sign that consumer economy could be cracking
Britain clinches Brexit deal, Johnson now faces parliament challenge


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