Geldsystem: Texanisches Gold-Depot soll spätestens Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen

Goldbarren - Bildquelle: Wikipedia / Federal Reserve Bank of New York

Goldbarren – Bildquelle: Wikipedia / Federal Reserve Bank of New York

Im letzten Jahr (um genau zu sein im Juni) unterzeichnete der texanische Gouverneur Gregg Abbott das Gesetz HB 483, das es Texas ermöglicht sein eigenes Gold-Depot aufzubauen:

Mit der Verabschiedung dieses Gesetzes wird das Texas Bullion Depository die erste staatliche Einrichtung ihrer Art im Land sein, was die Sicherheit und die Stabilität unserer Goldreserven erhöht und Steuergelder in Texas belässt, die ansonsten als Gebühren zur Goldlagerung an andere Einrichtungen außerhalb unseres Staates zu zahlen wären.

(With the passage of this bill, the Texas Bullion Depository will become the first state-level facility of its kind in the nation, increasing the security and stability of our gold reserves and keeping taxpayer funds from leaving Texas to pay for fees to store gold in facilities outside our state)

Mit diesem Depot wird Texas nun in der Lage sein Gold aus den New Yorker-Depot abzuziehen und es ermöglicht zudem den Bürgern und Unternehmen von Texas ihr Gold dort einzulagern. Außerdem können dort dann (Spar-)Konten eröffnet werden, die in Gold statt US-Dollar bewertet sind. Es schafft sogar die Möglichkeit des elektronischen Goldtransfers – wobei sich hier die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellt.

Bislang haben mehrere Firmen Umsetzungspläne für das Depot eingereicht. Darunter Brinks, Anthem Vaults und Texas Precious Metal (TPM). TPM will ein weitläufiges 15.000 Quadratmeter großes Gebäude bauen. Brinks würde eine Reihe von bereits existierenden Depots nutzen, die sie in Texas betreiben und besitzen. Während Anthem mehrere Tresorräume in ganz Texas bauen würde, damit alle Texaner ihr Gold in angemessener Distanz zu ihrem Heimatort einlagern können.

Laut dem Abgeordneten Giovanni Capriglione, der HB 483 im Juni eingereicht hatte, sei man optimistisch, dass das Depot bis Ende diesen Jahres oder Anfang nächsten Jahres fertiggestellt und betriebsbereit ist. Mit dem eigenen Gold-Depot baut sich Texas eine Alternative zum bisherigen Federal Reserve System und möglicherweise sogar zum US-Dollar auf. Und sollte der US-Dollar seinen Weltreservestatus verlieren, wäre Texas sicherlich in einer besseren finanziellen Lage als der Rest der USA. Zudem sollte man die Bestrebungen einer Sezession Texas in diesem Kontext nicht unbeachtet lassen.

Quellen:
Texas Bullion Depository: Gold Backed Bank to be Completed Next Year
Texan Plans to Build Gold Depository
Firms Vying to Help Texas Build Gold Depository


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5 Kommentare bei “Geldsystem: Texanisches Gold-Depot soll spätestens Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen

  1. Libelle
    20. Mai 2016 um 10:28

    Die Reaktion der Fed darauf wäre interessant.
    Vielleicht ist dies mit der Fed sogar abgesprochen?
    Ist doch der Bush-Clan in Texas ansässig, ist sehr einflußreich und hat sicher Kontakte zur regierenden Elite. War G. W. Bush doch einst auch Gouverneur von Texas.

    • dixie cup
      23. Mai 2016 um 10:21

      @Libelle
      Ich würde sagen, das gesamte Thema ist zwingend mit der FED abgesprochen. Nichts geschieht bei einem so hochpolitischen Thema wie Gold gegen den Willen der Hintergrundkräfte.

      Die Eröffnung eines Golddepots in Texas ist kein großes Thema. Schaut man sich die US-Karte an, so lagert das Gold dann an 3 statt 2 Orten (bisher FED NYC und Fort Knox, dann plus Texas). Es wird immer wieder einige Leute geben, die ihr Goldinvestment/ Papiergold physisch einfordern. Gleichverteilte Lagerzentren (sozusagen Großhandelslager für Gold), verteilt über das ganze Land, halten die Kosten niedrig. Wenn die Bankenwelt bspw.in Kalifornien Goldbedarf anmeldet, so kann dies aus Texas statt vom weiter entfernten Fort Knox transportiert werden. Die Kosten des Goldtransports sind ziemlich hoch und betragen 1% bis 2% vom Wert (Security, Versicherung, Vorbereitung).

      Man kann jetzt hier sicher einiges hinein-interpretieren, bspw. das Texas ohnehin etwas eigenbrötlerisch ist und man diese Aktion als „Errungenschaft“ der Texaner im „Kampf“ gegen den Zentralstaat verkaufen kann. Oder das der Bush-Clan in Texas ansässig ist. Ich denke, die Standortwahl fiel einfach auf Texas, weil es geografisch passte und dort bereits das richtige Objekt/ Location steht, in denen große Mengen Gold gelagert werden können, ohne exorbitante Baukosten begleichen zu müssen.

      WENN etwas „komisch“ an dieser Situation ist, dann ist es das jahrelange Geschrei, dass kaum noch physisches Gold in den USA ist, da alles Richtung Osten wandert (was stimmt). Nun aber, baut man in den USA (die ja angeblich bald wieder in der Steinzeit aufschlagen) ein weiteres Goldlager. Da passt etwas nicht.

      Hier würde ich ansetzen und mir Gedanken machen, warum dies so ist … Könnte der Grund für das weitere Goldlager vielleicht sein, dass das physische Gold teilweise wieder zurück in die USA kommt, um genügend Kollateral/Sicherheiten für große Finanzierungen zum Aufbau der Wirtschaftsinfrastruktur zu haben? Just my 50 cents …

      VG, dixie cup

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