FED: 3 Billionen zum Systemerhalt

Um die Wahrheit zu sagen, ich bin wirklich erschüttert.
(Chef-Marktstratege Joseph Trevisani von Worldwide-Markets)

auf die Ankündigung der privaten Federal Reserve aka US-Notenbank, die Notenpresse auch weiterhin am Rotieren zu halten.  

Wirtschaftsanalysten, Ökonomen und andere Marktteilnehmer hatten fest mit einer Reduzierung auf 75 Milliarden Blatt Klopapier US-Dollar pro Monat Konjunkturhilfe (charmant für Aufkäufe von wertlosen Staatsanleihen) gerechnet. Hatte sich doch nach offizieller Lesart die US-Konjunktur in den letzten Wochen und Monaten erholt. Die FED selbst  will jedoch

weitere Indizien dafür ab[…]warten, dass die Erholung nachhaltig ist, ehe sie den Umfang der Wertpapierkäufe korrigiert.

Was denn nun? Erholung der Konjunktur oder doch keine? Obwohl die FED in den letzten sechs Jahren unvorstellbare drei Billionen (!) US-Dollar in das System gepumpt hat, und somit unser debitistisches Schuldgeldsystem in Zusammenarbeit mit EZB, Bank Of England, Bank Of Japan usw. am Laufen hielt, scheinen die Bazooka des wertlosen billigen Geldes und die seit Monaten historisch niedrigen Leitzinsen – außer dass das Grande Finale des Schuldgeldsystems zeitlich noch etwas weiter hinaus gezögert wird – nichts bewirkt zu haben.

Dass dieser Schluss – zumindestens für die US(t)A(si) – richtig ist, lässt sich leicht an den vor wenigen Tagen veröffentlichten US-Zensuszahlen festmachen:

Haushaltseinkommen (Median)

Haushaltseinkommen (Median)

Haushaltseinkommen (Median) – Bildquelle: US Census Bureau

Seit 2007 fällt das mediane Haushaltseinkommen in den USA kontinuierlich und beläuft sich 2012 auf gerade einmal 51.017 US-Dollar. Dies entspricht 8,3% weniger als 2007 und liegt sogar 9,0% unter dem Wert von 1999. Und dass bei einer offiziellen durchschnittlichen Inflationsrate von 2,3% pro Jahr für den Zeitraum 2007 bis 2012, was eine zusätzliche Einkomensreduzierung von knapp 14% bedeutet.

Inflationsrate Shadowstats

Inflationsrate Shadowstats – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt www.shadowstats.com

Insgesamt haben also die US-Haushalte seit 2007 über 22% weniger im Geldbeutel um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Legt man die alte Berechnungmethode für die Inflation von durchschnittlich ca. 9,7% zugrunde, dann sieht das Bild sogar noch verherrender aus.

Armut

Nach offiziellen Zensuszahlen leben 46,5 Millionen US-Amerikaner in Armut. Das sind 2,5% mehr als 2007.

Armut

Armut – Bildquelle: US Census Bureau

15% (!) der US-Bevölkerung leben damit unterhalb der Armutsgrenze, die in den USA derzeit für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern bei 22.811 US-Dollar liegt. 21,8% der Kinder unter 18 Jahren und 24,4% bzw. 5,8 Millionen der unter 6-Jährigen sind dieser Gruppe zuzuordnen.

Armut nach Altersgruppen

Armut nach Altersgruppen – Bildquelle: US Census Bureau

Was für ein Armutszeugnis für ein Land, dass es sich im gleichen Atemzug leistet im Jahr 2012 682 Milliarden US-Dollar für seinen Militärhaushalt auszugeben.

Krankenversicherung

Trotz Obamacare (oder gerade deswegen?) hat sich 2012 die Anzahl an unversicherten US-Amerikanern nur leicht von 15,7% auf 15,4% (48 Millionen) reduziert.

Krankenversicherung

Krankenversicherung – Bildquelle: US Census Bureau

Bei dem Vergleich 2011 zu 2012 fällt vor allem ins Auge, dass sich die US-Arbeitgeber weiter aus dem Thema Krankenversicherung verabschieden und sich immer mehr Menschen in den staatlichen Programmen befinden.

Krankenversicherung Verteilung

Krankenversicherung Verteilung – Bildquelle: US Census Bureau

Von den 15,4% unversicherten Amerikanern sind 8,9% unter 19 Jahren und 24,9% davon leben von weniger als 25.000 US-Dollar pro Jahr.

Food Stamps

Im Juni 2013 haben 47,8 Millionen Menschen eine Unterstützung auf Lebensmittel erhalten. Seit 2010 hat sich damit deren Zahl um 7,5 Millionen (!) erhöht. Durchschnittlich waren 2013 47,7 Millionen US-Amerikaner auf diese Form der Sozialleistung angewiesen.

SNAP-Zahlen

SNAP-Zahlen – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt www.fns.usda.go

Von 313,9 Millionen Bewohner sind damit 15,3% auf diese staatlichen Zuschüsse angewiesen. Diese Zahl entspricht damit fast genau den 15% der in Armut lebenden Teil der US-Bevölkerung und der unversicherten Menschen von 15,4%.

De facto leben 47,1 Millionen US-Einwohner am Rande der Gesellschaft – ohne Krankenversicherung, auf Lebensmittelmarken und in Armut. 47,1 Millionen Menschen deren Existenzgrundlage sich trotz drei Billionen billigen FED-Geldes nicht verbessert hat.

Kein Wunder also, dass die FED

die amerikanische Wirtschaft für noch nicht robust genug [hält], um ohne Geldspritzen in der bisherigen Dosis auskommen zu können

und ihre Gelddruckorgien fortsetzt. Schließlich sitzt man auf einem Pulverfass von 47,1 Millionen Menschen, das bereits beim geringsten Funken explodieren kann.

Quellen:
US-Notenbank Fed – Die volle Dosis
Income, Poverty, and Health Insurance Coverage in the United States: 2012
Shadowstats – Alternate Inflation Charts
Statista – Die 15 Länder mit den weltweit höchsten Militärausgaben im Jahr 2012 (in Milliarden US-Dollar)
Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP)


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