Naher Osten: 100.000 Soldaten gegen die Houthis – Die Nächste Stufe der Eskalation

Naher Osten – Bildquelle: Pixabay / ErikaWittlieb; Pixabay License
Der Nahostkrieg ist gerade in eine neue, äußerst gefährliche Phase eingetreten. 100.000 Soldaten unter dem Kommando der international anerkannten Regierung des Jemen sollen die Angriffe der Houthis und deren militärischen Kräfte beenden. Saudi-Arabien wird dies durch kontinuierliche Luftangriffe auf Stellungen der Houthis unterstützen. Mit anderen Worten: Auf der Arabischen Halbinsel steht ein totaler Krieg bevor. Die Vereinigten Staaten werden für diese Vorgehen Geheimdienstinformationen und Zielangaben bereitstellen, doch laut offiziellen Angaben wird das US-Militär zum jetzigen Zeitpunkt nicht direkt beteiligt sein. Axios berichtet jedoch, dass sich die USA zu einem späteren Zeitpunkt der Operation anschließen könnten, „sollte es schiefgehen (should it go south)“.
Das bedeutet, dass der Nahostkrieg noch lange kein Ende finden wird. Eine der Kernforderungen des Iran war schon immer die Beendigung der Kämpfe an allen Fronten. Es versteht sich von selbst, dass das, was wir derzeit erleben, das genaue Gegenteil davon ist. Selbst im optimistischsten Szenario würde es Monate dauern, die Houthis vollständig zu besiegen. In einer Fernsehansprache kündigte der jemenitische Präsident Rashad al-Alimi an, dass diese neue Militäroperation so lange fortgesetzt werde, „bis das Land aus den Fängen der terroristischen Miliz befreit ist (until the country is liberated from the grip of the terrorist militia)“:
Die von Saudi-Arabien unterstützte und international anerkannte Regierung des Jemen erklärte am Sonntag, sie starte eine groß angelegte Militäraktion, um alle von den vom Iran unterstützten Houthis kontrollierten Gebiete des Landes zurückzuerobern.
Die Streitkräfte der Regierung würden die Offensive „so lange fortsetzen, bis das Land aus den Fängen der terroristischen Miliz befreit ist“, sagte der jemenitische Präsident Rashad al-Alimi in einer Fernsehansprache. Ein Militärsprecher forderte die Houthis später auf, ihre Waffen niederzulegen.
—
(Yemen’s Saudi-backed, internationally recognised government said on Sunday it was launching a major military campaign to recapture all areas of the country controlled by the Iran-backed Houthis.The government’s armed forces would press the offensive “until the country is liberated from the grip of the terrorist militia,” Yemeni President Rashad al-Alimi said in a televised address. A military spokesman later called on the Houthis to lay down their weapons.)
Die Houthis sind fanatische religiöse Eiferer. Sie sind gleichzeitig ein willfähriges Instrument der Internationalisten/Globalisten/ELiten (IGE) – ohne dass sie es selber zu verstehen scheinen. Die Houthis werden niemals ihre Waffen niederlegen, deswegen sind sie auch für die IGE „so interessant“, um weitere Engpässe in der globalen Energieversorgung zu provozieren, die die Menschen in Angst versetzen soll, was den IGE die leichtere Umsetzung ihre Agenden ermöglicht.
Es wird aus meiner Sicht keine Kapitulation der Houthis geben. Die Houthis werden kämpfen, bis sie entweder ausgelöscht sind oder den Sieg davontragen. Es sieht so aus, als würde dies der größte Konflikt in der gesamten modernen Geschichte des Jemen werden. Es wird berichtet, dass über 100.000 Soldaten mobilisiert werden könnten, um gegen die Houthis vorzugehen:
Je nach Ausmaß der Offensive könnten mehr als 100.000 jemenitische Soldaten mobilisiert werden, sagten die Beamten übereinstimmend.
Riad ist zu dem Schluss gekommen, dass es keine neuen jemenitischen Friedensverhandlungen mit den Houthis aufnehmen kann, solange diese die Kontrolle über Bab al-Mandab behalten, was ihnen erheblichen internationalen Einfluss verschafft, sagten westliche Diplomaten und ein Beamter aus der Golfregion.
—
(More than 100,000 Yemeni troops could be mobilized in the offensive, depending on the scale, the officials all said.Riyadh has concluded it cannot enter new Yemeni peace negotiations with the Houthis while they remain in control of Bab al-Mandab, giving them significant global leverage, the Western diplomats and a Gulf official said.)
Die Houthis verfügen über einen Kern von etwa 20.000 bis 30.000 engagierten Kämpfern, können aber problemlos weitere mobilisieren. Seit 2014 haben sie die jemenitische Hauptstadt Sanaa unter ihrer Kontrolle, und alle bisherigen Versuche, sie zu vertreiben, sind gescheitert. Vor kurzem haben sie weite Teile des Gebiets entlang der strategisch wichtigen Meerenge von Bab el-Mandeb erobert und lassen saudische Öltanker nicht mehr durch diese äußerst wichtige Engstelle passieren. Das Ziel sei es nun, all diese Gebiete zurückzuerobern. Die USA wurden gebeten, sich dieser Militäroperation anzuschließen, doch diese Bitte wurde abgelehnt.
Laut Axios beharrt ein anonymer US-Beamter darauf, dass das US-Militär „vorerst keine kinetischen Maßnahmen ergreifen wird (is not going to take kinetic action for now)“:
Am Donnerstag rief der saudische Verteidigungsminister Prinz Khalid Bin Salman Verteidigungsminister Pete Hegseth an, um ihn über die geplante Operation zu informieren und erneut um US-Luftangriffe gegen Ziele der Houthis zu bitten, so der US-Beamte.
Ein US-Beamter erklärte, die USA würden „vorerst keine militärischen Maßnahmen ergreifen“.
Letzte Woche stand Präsident Trump kurz davor, auf Ersuchen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) einen Angriff auf die Houthis anzuordnen, entschied sich aber letztendlich dagegen.
—
(On Thursday, Saudi Defense Minister Prince Khalid Bin Salman called Defense Secretary Pete Hegseth to brief him on the planned operation and ask again for U.S. airstrikes against Houthi targets, the U.S. official said.A U.S. official said that the U.S. „is not going to take kinetic action for now.“
Last week, President Trump was close to ordering a strike on the Houthis after a request from Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman (MBS), but eventually decided to hold off.)
Die USA wollen die Operation jedoch durch die Bereitstellung von „Nachrichtendienstinformationen und Zieldaten“ unterstützen. Und offenbar bleibt die Tür offen für eine spätere Beteiligung des US-Militärs an der Operation, „falls es schiefgehen sollte“:
Die USA könnten sich der saudischen Operation gegen die Houthis anschließen, sollte diese schiefgehen – trotz mehrerer früherer Ablehnungen, berichtete Axios am Freitag unter Berufung auf amerikanische Beamte.
Die Operation, die voraussichtlich in den kommenden Wochen als Reaktion auf die verstärkten Angriffe der Terrororganisation auf Saudi-Arabien sowie deren Sturm auf Bab al-Mandab gestartet wird, wird vor Ort von saudisch unterstützten jemenitischen Streitkräften geführt und durch saudische Luftangriffe unterstützt.
—
(The US could join Saudi Arabia’s operation against the Houthis should it go south, despite several previous refusals, Axios reported on Friday, citing American officials.The operation, expected to be launched in the coming weeks in response to the increased assault by the terrorist organization on Saudi Arabia as well as its storming of Bab al-Mandab, will be led by Saudi-backed Yemeni forces on the ground and supported by Saudi air strikes.)
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Operation nicht gut verlaufen wird. Die Houthis haben seit Wochen die Oberhand, und in den letzten 48 Stunden sind sie der drittgrößten Stadt des Jemen noch näher gekommen:
In den letzten 48 Stunden haben die Houthis laut militärischen Quellen auch auf strategisch wichtigen Anhöhen in der Nähe von Taiz im Jemen Gelände gegenüber Regierungs- und lokalen Streitkräften gewonnen und rücken auf der letzten Straße zwischen der Stadt und Aden an der Südküste vor.
Eine Kontrolle der Houthis über die Straße von Taiz nach Aden würde zu einer faktischen Belagerung der Stadt führen, der drittgrößten Stadt des Jemen, in der Hunderttausende Zivilisten leben und in der zudem Tausende Regierungstruppen stationiert sind.
—
(In the last 48 hours, the Houthis have also made gains against government and local forces on strategic hilltops near Yemen’s Taiz, military sources said, advancing on the last road between the city and Aden on the southern coast.Houthi control over the Taiz-Aden road would lead to an effective siege of the city, Yemen’s third-largest, inhabited by hundreds of thousands of civilians and where thousands of government forces are also stationed.)
Der Fall von Taiz wäre für die international anerkannte Regierung des Jemen katastrophal. Ich denke nicht, dass Saudi-Arabien auf einen totalen Krieg mit den Houthis aus war, aber zu diesem Zeitpunkt wurden sie wahrscheinlich von den IGE dazu gedrängt. Da einer ihrer wichtigsten Verbündeten vor einem totalen Krieg steht, wie werden aber nun die Iraner reagieren? Werden sie tatenlos zusehen, wie die Houthis niedergeschlagen werden, oder werden sie Maßnahmen ergreifen? Am Sonntag warnte der iranische Außenminister Abbas Araghchi die Feinde des Iran, dass sein Land bereit sei, „stärker als zuvor (stronger than before)“ zurückzuschlagen:
„Sollten unsere Feinde erneut den Weg der militärischen Konfrontation wählen, wird unsere Reaktion stärker ausfallen als zuvor, und wir werden uns mit noch größerer Kraft verteidigen“, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghchi bei einem Treffen mit ausländischen Botschaftern.
„Es gibt keine militärische Lösung und auch keine Lösung auf der Grundlage neuer Sanktionen“, fuhr er fort und fügte hinzu, dass „nur Verhandlungen auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Fairness“ den Konflikt beenden könnten.
—
(„If our enemies again choose the path of military confrontation, our response will be stronger than before, and we will defend ourselves with even more force,“ Iranian Foreign Minister Abbas Araghchi said at a gathering of foreign ambassadors.„There is no military solution, nor any solution based on new sanctions,“ he continued, adding „only negotiations based on justice and fairness“ could end the conflict.)
Sollten die Houthis sich behaupten können, werden sich die Iraner möglicherweise nicht direkt in die Geschehnisse auf der Arabischen Halbinsel einmischen. Sollten die Houthis jedoch an Boden verlieren, könnte sich der Iran gezwungen sehen, einzugreifen. Auf jeden Fall ist klar geworden, dass es keinen Frieden geben wird – es aus Sicht und Interessenlagen der IGE keinen Frieden geben DARF.
Der Nahostkrieg begann vor drei Jahren und hat nun eine weitere Eskalationsstufe erreicht. Der Tod und die Zerstörung, die wir bereits miterlebt haben, haben die Welt schockiert, doch es steht noch viel Schlimmeres bevor.
Quellen:
It Has Begun: They Have Launched A New Military Operation Involving 100,000 Soldiers To Wipe Out The Houthis And Take Back Control Of Yemen
Yemeni government launches offensive to seize all areas from Iran-backed Houthis
US could join Saudi-Yemen war against Houthis if upcoming large-scale offensive goes south – report
Saudis plan major offensive against the Houthis, but U.S. won’t join for now
Trump weighed strikes against Houthis in Yemen before holding off
Iran tells US there is no military solution to Middle East war
Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.