Finanzsystem: Verschuldung der US-Haushalte höher als zur Finanzkrise 2008

Ben Mohr, Analyst bei Marquette Associates, hat dieser Tage berechnet, dass die Verschuldung der US-Haushalte im letzten Quartal die 14 Billionen US-Dollar überschritten hat. Damit haben die US-Amerikaner eine Billionen mehr an Kreditkarten-, Auto- und Immobilienkredite im Minus stehen als bei der Finanzkrise von 2008, die ihre Schockwellen über den gesamten Globus sendete.

US-Haushalte Verschuldung - Bildquelle: www.activistpost.com

US-Haushalte Verschuldung – Bildquelle: www.activistpost.com

Der Appettit auf neue Schulden bleibt anscheinend ungebremst. Mohr sagte gegenüber MarketWatch.com, dass insbesondere die Studentenkredite massiv zugenommen haben. Am Ende des 1. Quartals 2019 beliefen sich die Studentenkredite laut der Daten der New York Federal Reserve auf eine Höhe von 1,486 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: 2008 betrugen diese Studentenkredite “nur” 611 Milliarden US-Dollar. Diese Zunahme in zehn Jahren ist für Mohr besorgniserregend:

Es hat massiv zugenommen und das ist ein dramatischer Anstieg.

(It has ballooned and that’s a dramatic increase.)

Mohr ging auch auf das Verhältnis von Schulden zu US-Einwohnern (das sogenannte ratio of debt) ein. Er berechnete das Ratio aus Krediten zu 327 Millionen Einwohnern und kommt auf ein Verhältnis von 41,77 US-Dollar pro Person, was leicht über dem von 2008 mit 41,68 US-Dollar liegt. Mohr sagt in diesem Kontext, dass die Schulden der US-Haushalte aktuell nicht so schwer wiegen, da das (manipulierte) Bruttoinlandsprodukt der USA (noch) wachsend ist. Würde jedoch die offizielle Wachstumsrate fallen, würde sich auch dieses Verhältnis verschieben und die Folgen wären massive Kreditausfälle.

Niedrige Zinsen haben in den letzten Jahren ermöglicht, dass die Kredite für die US-Amerikaner “bezahlbar” waren, obwohl immer mehr von ihnen von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben und keinerlei Rücklagen aufbauen können. Eine weitere Zinserhöhung würde aber dieses Kartenhaus zum Einsturz bringen und es würde zu massiven Kreditausfällen kommen.

Wir sehen, es bleibt weiter spannend und die (medial eher unbeachteten, aber umso wichtigeren) Fundamentaldaten (wie bereits zigfach von mir geschrieben) drehen immer mehr in eine Richtung, die den offiziellen Sprech der Federal Reserve Lügen straffen.

Quellen:
U.S. Consumer Debt Surpasses Financial Crisis Levels
U.S. consumer debt is now above levels hit during the 2008 financial crisis
DEBT CRISIS: ‘ALARM BELLS ARE GOING OFF’ AS AMERICANS DEFAULT ON STUDENT LOANS AT RECORD LEVELS
QuickFacts – United States
Credit Card and Student Loan Debt Magnify the American Economic Downward Spiral!


Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
www.konjunktion.info unterstützen:

Artikel teilen:

Scroll Up