Bitcoin-Kurs: Welche Frage wir uns wirklich stellen müssen

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Bitcoin. Blockchain-Technologie. Neue Allzeithochs. Crash. Forks.

Fast kein Tag vergeht, an dem wir nicht mit der Bitcoin-Thematik “beglückt” werden. Fast keine Woche vergeht, an der wir nicht bass erstaunt sind von der Volatilität der Kryptowährung.

Dieses “neue Manna” für die Finanzhochleistungspresse und vieler alternativer Medien, das einen steten Strom von “Nachrichten” produziert, schafft abwechselnd Schlagzeilen, die von einer “ernsthaften Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems” bis hin zu einem “Blutbad”, wenn der Kurs wieder einbricht, reichen. Letztlich zeigen diese Artikel jedoch nur, dass

  • niemand ein Gespür dafür hat, wo sich der Kurs von Bitcoin hin bewegen wird,
  • die Kurssteigerungen und -einbrüche keinerlei Bezug zu irgendeiner nachvollziehbaren Hintergrundinformation oder einem Ereignis haben,
  • die Menschen regelrecht nach Informationen bzgl. Bitcoins “hungern”, so dass sie selbst substanzlose Artikel als bare Münze nehmen.

Dabei dürfte selbst dem Unbedachtesten klar sein: Bitcoin ist zu einer Blase degeneriert. Der Preis wurde von Leuten hochgepeitscht, die bislang mit Kryptowährungen wenig am Hut hatten und die jetzt glauben an der “Entwicklung” teilhaben zu müssen – egal zu welchem Preis. Menschen, die Angst haben eine “finanzielle Gelegenheit” zu verpassen. Und natürlich wird der Kurs nach oben gedrückt, weil Bankster und klassische Betrüger involviert sind.

Bitcoin - Bildquelle: Wikipedia / bitboy

Bitcoin – Bildquelle: Wikipedia / bitboy

Insbesondere die letzten beiden gilt es zu beobachten. Die klassischen “Blasenbilder”. Die Bankster finden dabei einmal mehr ihren Weg in den Markt mittels des bekannten Instruments: Derivate. Warum Zeit vertun und Bitcoins aufkaufen und verkaufen, so wie Sie es vielleicht tun, wenn man als “neuer Gordon Gekko des 21. Jahrhunderts” mit seinen “geliebten Derivaten” den Preis hochtreiben und Gewinne abgreifen kann? So wurde Ende November seitens der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in den USA beschlossen, dass ab dem 18. Dezember an der CME und an der CBOE der Bitcoin Future-Handel möglich sein wird.

Neben den Bankstern und ihrer “Technik der Derivate” gibt es dann noch die klassischen Betrüger. Mt. Gox war nur einer der großen Spieler, der in der Geschichte von Bitcoin die Menschen hintergangen hat. Weitere werden folgen oder stehen “in den Startlöchern”.

Wenn man sich dessen alles bewusst ist und um die Tulpenmanie in Holland weiß, dann scheint es so zu sein, dass die Bühne bestens vorbereitet wurde, um einen neuen Bitcoin-Crash “lostreten zu können”. Bislang folgte jedem Crash, der seltsamerweise einmal im Quartal aufzutreten scheint, ein exponenzieller Kursanstieg, der Bitcoin auf neue Höhen trieb. Wird es diesmal genauso sein? Werden wir wieder eine “20%-ige Korrektur” sehen, dem ein massiver Kurssprung folgen wird? Oder platzt diesmal die Blase?

Eine Antwort auf diese Frage kann ich nur indirekt geben: es spielt schlicht keine Rolle.

Warum? Deswegen:

Jeder, der nur in Bitcoins investiert, um einen schnellen Euro/US-Dollar zu machen, ist im Grunde genommen ein Idiot. Natürlich gibt es eine große Zahl an Bitcoin-Millionären da draußen. Aber das sind nur Einsen und Nullen auf irgend einem Konto. Selbst, wenn man es in irgendein Fiat-Geld wechselt, bleiben es nur Einsen und Nullen. Wichtig ist zu verstehen, dass wir uns gerade in einem Übergang von einer Vor-Kryptowährungsökonomie hin zu einer Kryptowährungswirtschaft befinden. Auch wenn es zahlreiche Kritiker und eine Unmenge an Forks oder Splits gibt und geben wird, so ist es überhaupt nicht gesichert, dass Bitcoin als Kryptowährung überleben wird. Was jedoch überleben wird ist die Idee der Kryptowährung an sich. Denn Kryptowährungen sind wie die allseits erfassten und abgespeicherten Daten das neue Öl. Das neue Öl in unserer Zeit, das eingesetzt werden wird, um uns zu steuern und zu kontrollieren!

Die Frage, die wir uns im Kontext mit Bitcoins und Kryptowährungen wirklich stellen müssen, lautet ganz anders: Kann eine Kryptowährung geschaffen werden, die dem “Ideal einer freien Währung” gerecht wird oder wird die dahinterliegende Idee einmal mehr von den Bankstern und Notenbankern vereinnahmt und zu deren Nutzen und Mehrung eingesetzt?

Das ist die eigentliche Fragem, die es zu beantworten gilt, wenn wir uns heute mit Bitcoin und dessen Kurs beschäftigen. Und die Antwort darauf wird den meisten Menschen nicht gefallen…

Quellen:
Bitcoin $10,000: What Does It Mean?
Bitcoin Over Gold: What Does It Mean?
Understanding Bitcoin’s Surge And Its Use Around The World | CNBC
Crypto Carnage Continues As The Fed Warns Digital Currencies Could “Pose Serious Financial Stability Issues”
Bitcoin Obituaries
Bitcoin Soars After CFTC Approves Futures Trading: First Trade To Take Place Dec.18
Bitfinex Tether Scam & Crypto Exchange $30M USDT Stolen By Hackers?
Mark Karpeles Will End Up Taking $859 Million From Mt. Gox Bankruptcy


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5 Kommentare bei “Bitcoin-Kurs: Welche Frage wir uns wirklich stellen müssen

  1. Steffen
    4. Dezember 2017 um 12:23

    Also wenn die Antwort Nein lautet gefällt mir das, denn keine Blockchain ist langfristig unfälschbar noch eine Währung.

    Die Währung einer ideal freien Gesellschaft ist das Produkt von weitsichtiger Geistesgröße, statt von kurzsichtigem Profitinteresse.

  2. Kruxdie
    4. Dezember 2017 um 13:48

    Achja, der Bitcoinhype. In letzter Konsequenz kommt “von nichts kommt nichts” dabei heraus. Außerdem, wenn der Strom zusammengebrochen ist… 😀

  3. Steffen
    4. Dezember 2017 um 21:21

    Drei ernst gemeinte Fragen – die Nikolausherausforderung!

    Wer ist Satoshi Nakamoto?

    Wer bezahlt Spekulationsgewinne?

    Warum kann eine Währung nie Privatsache sein?

  4. DrFaust
    6. Dezember 2017 um 15:35

    Was bin ich ausgelacht worden noch vor Jahren, als ich von Bitcoin oder später Ethereum sprach.

    Heute verstecken sich die ewigen Realitätsverweigerer hinter dem Ausspruch: “Das sind alles Kriminelle, die Bitcoin verwenden.”

    Das hatte man übrigens 1992 auch behauptet, von denjenigen, die das “Internet” benutzen wollten.

  5. Kleinrentner
    11. Dezember 2017 um 13:57

    Warum kann eine Währung nie Privatsache sein?

    Weil eine Währung eigentlich das Abbild der wirtschaftsleistung der Ökonomie sein sollte, und nicht wie gegenwärtig die vom zionistischen Rothschild-Clan gegen die globale Realwirtschaft eingesetzte $$$-Waffe.

    Weil eine Währung keine globale Wertgeltung haben kann, solange es keine einheitliche globale Ökonomie gibt.
    Es gibt Staaten, deren Wirtschaftsleistung aus Förderung und Verkauf von Bodenschätzen besteht.
    Andere Staaten haben wenig oder keine Bodenschätze. Sie müssen die Wirtschaftsleistung mittels industrieller Produktion erschaffen, und den Wert IHRER Währung danach ausrichten.
    Es gibt auch Staaten, die weder Bodenschätze noch Insdustrieproduktion haben, die müssen sich aber dann evtl. mit landwirtschaftlicher Produktion und Vergleichsweise geringem Wert ihrer Währung abfinden.

    All diese Bedingungen verbieten eine Wirtschaftsgebiete übergreifende Währung (wie z. B. den €uro) durch welche die produktiven Regionen für die weniger- oder un-produktiven Regionen Tribut leisten müssen.

    Darüber hinaus ist das gegenwärtige globale Finanzsytem zu einem Spielkasino verkommen, in dem sich die Banken anmaßten mit real erarbeitetem Geld (‘Kundeneinlagen’) an Wetten teilzunehmen. Und dabei verloren haben. Das Unverschämte daran ist, daß es sich um angebl. ‘Sytemrelevante’ Banken handelte, deren Bankrott verhindert werden müsse. Also hat ‘die Politik’ (wer ist denn das eigentlich?) bestimmt, daß der Steuerzahler für deren Schulden aufkommen muß. Einfach eine Riesensauerei!

    Durch den Privatbesitz der Geldschöpfung landen die Profite des Geldverleihs nicht im Topf der Allgemeinheit, die sie erschaffen haben und denen sie zustehen, sondern in den Fängen der Fianzmarkthyänen.

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