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Warum Wachstum nicht die Lösung sein kannLesezeit: 2 Minuten

In fast jeder Rede zur Euro-, Finanz- oder Schuldenkrise wird das ewige Mantra des Wachstums propagiert. Dabei nehmen sich Merkel, Draghi oder Obama nichts in der zugrunde liegenden Beweihräucherung der Forderung nach Wachstum.

Dass das Schuldgeldsystem bzw. das ihm innewohnenden Zins-/Zinseszinssystem dieses dauernde Wachstum benötigt, ist leicht erklärbar. Durch die steigenden Zinsansprüche (auf der Gläubigerseite als Passiva) müssen im gleichen Atemzug rein bilanztechnisch neue Schulden auf der Aktivaseite gegenüber stehen. Neue Schulden benötigen aber neue Schuldner wie beispielsweise Häuslebauer, damit Banken ihre Bilanz dementsprechend verlängern können – was de facto nichts anderes bedeutet wie das Schaffen von Geld aus dem Nichts. Neue Schulden lassen gleichzeitig die Geldmenge ansteigen. Zwar nur in Form von Buchgeld, aber dieses kann trotzdem zu Inflation führen.

Um wiederum Inflation bzw. eine zu große Inflation zu vermeiden, müssen der neu geschaffenen Buchgeldmenge reale Güter/Werte gegenüber stehen. Denn ohne Zuwachs an Gütern würde das zusätzliche Geld im Verhältnis Güter zu Geldmenge inflationär wirken. Zusätzlich benötigt das System Kapitalismus Wachstum um steigende Kosten bei der Schuldenbedienung erfüllen zu können. Durch die ausufernde Schuldenaufnahme aller Staaten, Gemeinden, Individueen und Firmen werden immer höhere Zinsforderungen fällig, die nach obiger Logik nur durch neues Wachstum bedient werden können.

Jedoch verschweigen uns die Protagonisten und Forderungssteller für das Wachstum eine wichtige Information: Kein noch so großes Wachstum kann auf Dauer die Zins-/Zinseszins-Systematik bedienen!

Warum? Ganz einfach, weil mathematisch unmöglich. Während Zins/Zinseszins exponentiell steigen, kann Wachstum dasselbe nur linear tun. Nachfolgende Grafiken verdeutlichen diesen Sachverhalt:

Wachstum BIP (absolut)

Zinseszins-Effekt (absolut)

Zinseszins

Bildquelle: www.konjunktion.info

Wir sehen an diesem ganz einfachen Beispiel, dass es rein mathematisch irgendwann nicht mehr möglich ist, dass das BIP-Wachstum mit den davon eilenden Zinsen Schritt halten kann. Irgendwann ist der Break-Even-Point erreicht und die Zinsen steigen exponentiell an und laufen dem Wachstum innerhalb kürzester Zeit davon. Doch diese rein mathematisch nachvollziehbare Tatsache wird uns geflissentlich von Politikern und Medien vorenthalten – schließlich muss das System so lange wie möglich am Laufen gehalten werden. Bleibt nur die Frage offen, ob der Break-Even-Point bereits durchlaufen wurde…

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Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
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