Syrien: Ist der entscheidende „Wendepunkt“ im Kampf gegen den Daesh erreicht?

Die syrische Armee steht kurz davor die Gebiete an der irakischen Grenze wieder einzunehmen. Das syrische Armeekommando spricht gar von einem „Wendepunkt“, da man mit den seit Wochen andauernden Kämpfen in der Grenzregion offenbar den „Schulterschluss“ mit den unterstützenden Kämpfern im Nachbarland Irak schließen konnte:

Diese Errungenschaft stellt einen strategischen Wendepunkt im Krieg gegen den Terror dar und ist eine Basis für den Ausbau der militärischen Operation in der Wüste und über die Grenzen mit dem Irak hinaus und um die Schlinge, um das, was von den IS-Terrorgruppen übrig geblieben ist, enger zu ziehen.

(This achievement constitutes a strategic turning point in the war on terror and a base for expanding the military operation in the desert and across the borders with Iraq and to tighten the noose on what’s left of the IS terror groups.)

Damaskus ging auch auf die fortgeführten Angriffe der USA und seiner „moderaten Rebellen“ auf syrische Militärpositionen ein und warnte davor weiterhin das Vorgehen gegen den Daesh zu behindern.

In den letzten 30 Tagen haben US-Kampfflugzeuge allein dreimal syrische Soldaten bei der Grenzstadt al-Tanf angegriffen. Um erneute Angriffe der USA zu vermeiden, hat das syrische Militär diesmal eine andere Region für den Vorstoß in Richtung irakische Grenze gewählt und war daher erfolgreich.

Die USA wissen um den Vormarsch Damaskus und haben daher ihre Militärpräsenz in Südsyrien verstärkt, um – wie es US-Offizielle verlautbaren ließen – den „Gefahren schiitischer Kämpfer, die mit Assad zusammenarbeiten“ begegnen zu können. Dass diese schhiitischen Kräfte gegen den Daesh kämpfen und nicht gegen die USA, scheint Washington einmal mehr nicht zu interessieren.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow forderte sein US-Pendant Rex Tillerson dazu auf, weitere militärische Angriffe in der Region zu unterlassen und verurteilte sie als inakzeptabel:

Lawrow drückte seine kategorische Meinungsverschiedenheit bzgl. der US-Angriffe auf Regierungskräfte aus und forderte ihn auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern,

(Lavrov expressed his categorical disagreement with the U.S. strikes on pro-government forces and called on him to take concrete measures to prevent similar incidents in future.)

Die syrische Armee hat – beflügelt durch die Erfolge an der syrisch-irakischen Grenze – zudem ihre Operationen in der Region um Palmyra verstärkt und konnte östlich der Stadt bestimmte Bereiche wieder einnehmen. Damaskus hofft, dass alsbald Sukhna, eine strategisch sehr wichtige Stadt an der Straße nach Deir Ezzor, eingenommen werden kann.

Parallel dazu haben die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (eine von Kurden angeführte Gruppierung) damit begonnen die „Hauptstadt des Daesh“, Raqqa zu befreien. Wobei die syrische Armee ebenfalls versucht in die Region um Raqqa vorzudringen.

Nach wie vor finden also in Syrien heftige Kämpfe statt über die wir in der westlichen Hochleistungspresse nur wenig erfahren. Wohl dem geschuldet, dass man die Erfolge der syrischen Armee nicht allzu sehr publik machen will. Weiterhin bleibt die Gefahr eines direkten Aufeinandertreffens von syrischen, russischen und US-amerikanischen Einheiten hoch und sollte nicht unterschätzt werden.

Quellen:
DESPITE U.S. RESISTANCE, SYRIAN FORCES REACH IRAQI BORDER
U.S. STRIKES PRO-ASSAD FORCES FOR THIRD TIME IN ONE MONTH
US Hikes ‘Combat Power’ in Southern Syria, Seeing Shi’ite Militias as a Threat
Russia says tells U.S. not to strike Syrian pro-government forces again
Fighters move cautiously into Islamic State-held Raqqa


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4 Kommentare bei “Syrien: Ist der entscheidende „Wendepunkt“ im Kampf gegen den Daesh erreicht?

  1. Affe mit Waffe
    13. Juni 2017 um 10:45

    Genau deshalb wurde auch die Lunte „Katar“ gezündet. Das hängt alles zusammen.

        Zitieren  

  2. Holger
    13. Juni 2017 um 11:50

    Kriege sind ein Geschäftsmodell – Soldat -> Sold -> Söldner

    https://www.youtube.com/watch?v=yN-4M-ebnag

        Zitieren  

    • tag heute
      17. Juni 2017 um 05:18

      Vielfach erklärt und bestätigt.
      Darum wird die Kriegspropaganda so laut gebrüllt: um die Stimmen der Vernunft und des sozialen Fortschritts zu unterdrücken.

      „Was waren damals alle froh. Der Kalte Krieg endlich vorbei, sprachen alle von der Friedensdividende, Friedensdividende. – Aber die USA haben eine Kriegswirtschaft. Und wenn Sie Krieg führen wollen, brauchen Sie einen Feind. Dass den US-Amerikanern wie 1991 einfach so der Feind abhanden kommt, das passiert denen nie wieder.“

      – Volker Pispers

      „All diese Leute sind auf Krieg aus. Nicht die Völker – nicht die Menschen, die kämpfen und bezahlen und sterben – nur diejenigen, die zum Krieg aufhetzen und sicher zu Hause bleiben, um zu profitieren. Der Krieg lässt sich durch keine Friedensverhandlung in Genf beenden, nur durch eine Wirtschaftsweise in der Krieg kein Geschäft ist. Wir müssen den Profit aus dem Krieg entfernen“

      – US-Major General Smedley „ich war ein Gangster des Kapitalismus“ Butler, War Is A Racket, 1935

      „Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“

      – Carl von Ossietzky, 1938 im KZ Esterwege ermordet durch Großkapitals deutsche Ausführung faschistischer Terroristen

      „Der Krieg ist die großzügigste und wirkungsvollste Reinigungskrise zur Beseitigung der Überinvestition, die es gibt. Er eröffnet gewaltige Möglichkeiten neuer zusätzlicher Kapitalinvestitionen und sorgt für gründlichen Verbrauch und Verschleiß der angesammelten Vorräte an Waren und Kapitalien, wesentlich rascher und durchgreifender als es in den gewöhnlichen Depressionsperioden auch bei stärkster künstlicher Nachhilfe möglich ist. So ist … der Krieg das beste Mittel, um die endgültige Katastrophe des ganzen kapitalistischen Wirtschaftssystems immer wieder hinauszuschieben.“

      – Ernst Winkler, Theorie der natürlichen Wirtschaftsordnung, Heidelberg 1952, S. 125

      „Als Nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.“

      – Mark Twain

      Zehn Regeln der Kriegspropaganda:

      1. Wir wollen den Krieg nicht.
      2. Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung.
      3. Das Staatsoberhaupt des Gegners hat dämonische Züge („der Teufel vom Dienst“).
      4. Wir kämpfen für eine gute Sache.
      5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
      6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Versehen.
      7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
      8. Angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
      9. Unsere Mission ist heilig.
      10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners (Verrat).

      https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Ponsonby,_1._Baron_Ponsonby_of_Shulbrede#L.C3.BCge_in_Kriegszeiten_.281928.29

      „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den despotischen Mitteln des Faschismus. Deshalb soll vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.“

      – Prof. Dr. Max Horkheimer, Verfolgter des Hitler-Faschismus, der den Kapitalismus am meisten stützte.

      „Der Faschismus ist als Geschichte bewahrt, als flackernde Filme im Stechschritt marschierender Schwarzhemden, ihre Kriminalität schrecklich und klar. Doch in denselben liberalen Gesellschaften, deren Krieg fabrizierende Oberschichten uns dazu drängen nie zu vergessen, wird das Bewusstsein für die immer schneller wachsende Gefahr einer zeitgemäßen Form des Faschismus unterdrückt – weil es ihr Faschismus ist.“

      – John Pilger, journalistischer Aufklärer über Washingtons Kriegsverbrechen u. a. in Vietnam, Warum der Aufstieg des Faschismus wieder das Problem ist, 2015 http://johnpilger.com/articles/why-the-rise-of-fascism-is-again-the-issue

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  3. 13. Juni 2017 um 12:32

    Ich glaub in Deutschland ist auch ein Wendepunkt ereicht …

    UFO über ZDF-Landesstudio Unterföhring abgefangen
    https://aufgewachter.wordpress.com/2017/06/13/ufo-ueber-zdf-landesstudio-unterfoehring-bayern-abgefangen/

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