Gastbeitrag: Die Wiedereinführung der D-Mark

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Basierend auf einer grundsätzlich positiven Sicht („positiv“ im Sinne, dass es in den wirtschaftlichen Kernzonen weder einen Krieg noch einen Systemkollaps gibt, der unsere Lebensträume und Errungenschaften vernichtet), halte ich es für zunehmend wahrscheinlicher, dass in den EU-Mitgliedsländern die Nationalwährungen wieder eingeführt werden. Parallel zum Euro und nicht als dessen Ersatz. Der jüngste Kommentar von Vizekanzler Gabriel bestätigt dies: “Der Zusammenbruch der Eurozone ist nicht länger undenkbar”. Exakter formuliert hätte es heißen sollen: “… die politische Union zerbricht, die Währung Euro bleibt bestehen.” Auch Marine Le Pen sagte vor einigen Tagen, dass Frankreich den Weg zurück zu einer nationalen Währung gehen muß.

Macht das Sinn?

Um etwas Licht ins Dunkel zu werfen, bietet es sich an, die Währungswelt aus drei Sichtweisen zu betrachten: aus der Mikroebene, der Makroebene sowie der supranationalen Ebene.

Die Mikroebene umfasst den Zahlungsverkehr innerhalb eines Landes sowie dessen Privatpersonen und Unternehmen. Auf der Makroebene betrachtet man die Zahlungsströme zwischen den Ländern bzw. innerhalb einer Wirtschaftsregion (EU, NAFTA, Mercosur, APEC, AEC). Deren Player sind die jeweiligen Regierungen sowie Großbanken oder Hedgefonds. Die supranationale Sichtweise beinhaltet Handels- und Zahlungsströme zwischen den Wirtschaftsregionen/Kontinenten sowie die Staatsfinanzierung und wird von global agierenden Instituten wie IWF, Weltbank oder der Bank für internationalen Zahlungsverkehr dominiert.

Am Beispiel für Deutschland würden wir somit innerhalb unserer Landesgrenzen in DM bezahlen, der Handel mit dem Rest der Welt würde weiterhin in Euro abgewickelt, die Staatsfinanzierung, Herausgabe von Anleihen und Bonds dagegen zunehmend in Sonderziehungsrechten (SZR). Wir hätten drei Währungen. DM als Bar- und Buchgeld, der Euro als reines Buchgeld, die SZR als Buchgeld bzw. Verrechnungseinheit.

Was auf dem ersten Blick paradox erscheint, macht bei näherer Betrachtung viel Sinn. Es werden mehr Probleme gelöst, als geschaffen. Und jene Probleme die entstehen, entstehen bei den starken Ländern, bei denen man meint die können das schultern.

Die Südländer der EU bekommen ihre ausufernden Staatsschulden in den Griff. Italien, Portugal, Frankreich & Co können mithilfe ihrer Landeswährung gegen den Euro abwerten. Die Nordländer oder wirtschaftlichen Kernländern (u.a. Deutschland, Österreich, Niederlande) erfahren eine Aufwertung ihrer Nationalwährung. Mit der Konsequenz, dass Gläubiger Teile ihrer Forderungen abschreiben müssen (Target-Salden). Auch wird sich der Export für eine bestimmte Zeit abschwächen.

Um einen extremen wirtschaftlichen Schock in den Kernländern zu vermeiden, wird der Wechselkurs nicht sofort frei gegeben sondern eine Weile “gemanaged”. Bspw. kann man die DM für zwölf Monate in einem Wechselkursband von 1,95583 +/- 5% schwanken lassen. Anschließend wird das Band auf 10% erweitert usw. bis er nach einer Übergangsfrist von 3-5 Jahren vollständig freigegeben wird.

Makroökonomisch würden feste Wechselkursspannen auch den Südländern etwas Einhalt gebieten, den ökonomischen Reformdruck zumindest aufrechterhalten und diesen Ländern verbieten, ihre Staatshaushalte auf einen Schlag quasi “über Nacht” zu sanieren (wie es bei sofortigen freien Wechselkursen der Fall wäre).

Vordefinierte Wechselkursspannen sind ein probates Mittel, werden seit Jahren erfolgreich zwischen RMB und US-Dollar verwendet und ebneten den RMB den Weg in die SZR. Auch wird in China seit langem mit einer Inlands- und Auslandswährung gearbeitet. Der Yuan ist die Währung für Inlandsgeschäfte, der RMB (offshore RMB) für den Rest der Welt. Und seit Oktober 2016 ist der RMB im Währungskorb der SZR. Damit arbeitet China mit 3 Währungen.

Oben genannte Gedankenspiele sind daher nicht nur ein theoretisches Konstrukt sondern in der Realität präsent. Es gibt keinen Grund diese neuen Rahmenbedingungen, die China in den Club der SZR führten, nicht auf Europa anzuwenden.

In diesem Zuge könnte man auch relativ problemlos und geräuschreduziert den Kampf gegen das Bargeld intensivieren und die Bargeldmenge massiv einschränken. Sämtliches Euro-Bargeld wird ohnehin eingezogen. Die höchste DM-Note ist der DM 50 Schein. 100/200/500 Banknoten werden erst gar nicht herausgegeben. Die erste Euphoriewelle würde den Ärger darüber übertönen und Widerstand minimieren.

Die psychologische Auswirkung der Wiedereinführung der Nationalwährungen wäre immens und deren nationalistischer Charakter würde letztlich den Finanzeliten in die Hände spielen.

Den nationalen Strömungen wie Front National, AfD, Wilder`s Partei für die Freiheit, Grillo`s 5 Sterne Bewegung u.a. wird es gestattet, die Wiedereinführung der Nationalwährungen als ihren großen Sieg zu verkaufen. Sie haben ihren Erfolg und werden gleichzeitig neutralisiert. Sie fühlen sich als Gewinner, die entsprechenden Parteien dürfen eine Weile mitregieren.

Und, machen wir uns nichts vor. Wer sich einmal in Landes- oder Bundesparlamenten einrichtet, anfangs gerne auch als Rebell, und an die finanzielle Versorgung gewöhnt hat, wird sich im Laufe der Zeit artig in das jahrhundertealte Polittheater einordnen und nach dem Takt der Hintergrundkräfte tanzen. Wir kennen das von den Grünen.

Die neuen nationalen Player und Strömungen spielen allesamt den Hintergrundkräften in die Hände. Eine Wiedereinführung der Nationalwährungen in EU-Europa wäre ein hervorragendes Mittel, mit dem sich die dunklen Eliten vom steigenden sozio-ökonomischen Handlungsdruck, aufgebaut  durch die indigenen europäischen Völker (und verursacht durch EU-Politikfrust & Flüchtlingskrise), befreien und ihnen weitere Jahre Handlungsfreiheit gewähren, um Einheitswährung, Einheitsregierung und Einheitsreligion umzusetzen.

Quellen:
http://www.reuters.com/article/us-germany-europe-idUSKBN14R0G8
http://philosophyofmetrics.com/timeline-of-global-governance-milestones-freepom/
http://www.zerohedge.com/news/2017-01-04/marine-le-pen-wants-france-out-euro-will-redenominate-french-debt-new-currency


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