Finanzsystem: Ein langes Wochenende und die Deutsche Bank

Wie sagte einst unser über dem Gesetz stehender (Stichwort: ESM-Gouverneur) Finanzminister Wolfgang Schäuble einmal so schön:

Bankeinlagen sind eine sensible Sache, da muss man schnell handeln, daher macht man es am Wochenende.

Warum kommt mir gerade diese Aussage im Zusammenhang mit der Deutschen Bank (DeuBa) und dem anstehenden verlängerten Wochenende in den Sinn? Natürlich weiß ich nicht, ob dieses Wochenende „etwas geplant“ ist, aber allein die Tatsache, dass man sich damit beschäftigen muss bzw. einem dieser Gedanke kommt, spricht eigentlich Bände.

Während die Bundesregierung irgendwelche Notfallpläne für die Deutsche Bank dementiert, ziehen große Fonds Bargeld und andere Vermögenswerte von Deutschlands größter Bank ab:

Millennium Partners, Capula Investment Management und Rokos Capital Management gehören zu etwa 10 Hedge-Fonds, die ihr Engagement zurück gefahren haben, sagte eine mit der Situation vertraute Person, die es ablehnte namentlich genannt zu werden und über vertrauliche Kundenangelegenheiten sprach.

Die Hedge-Fonds nutzen die Deutsche Bank, um ihre gelisteten Derivate-Transaktionen glatt zu stellen, weil sie keine Mitglieder der Clearing-Stellen sind. Millennium, Capula und Rokos lehnten eine Stellungnahme ab, als man sie per Telefon oder E-Mail kontaktierte.

(Millennium Partners, Capula Investment Management and Rokos Capital Management are among about 10 hedge funds that have cut their exposure, said a person familiar with the situation who declined to be identified talking about confidential client matters.

The hedge funds use Deutsche Bank to clear their listed derivatives transactions because they are not members of clearinghouses. Millennium, Capula and Rokos declined to comment when contacted by phone or e-mail.)

Kein Wunder also, dass diametral zum einbrechenden Aktienkurs die entsprechenden Credit Default Swaps (Kontrakte, mit deren Hilfe sich Anleihegläubiger gegen das Ausfallrisiko des Anleiheemittenten versichern können) der DeuBa in den letzten Wochen nach oben schossen.

DeuBa - Bildquelle: www.zerohedge.com

DeuBa – Bildquelle: www.zerohedge.com

War Lehman Brothers 2007 schon fast der Todesstoß für das Finanzcasino, ist die DeuBa noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Betrachtet man die Vielzahl an Verflechtungen, die die DeuBa mit anderen großen, wichtigen, „systemrelevanten“ Banken hat, muss jedem klar sein, dass ein Zusammenbruch der DeuBa das Finanzsystem zum Einsturz bringen wird.

Verbindungen DeuBa - Bildquelle: www.zerohedge.com

Verbindungen DeuBa – Bildquelle: www.zerohedge.com

Einer der größten Konkurrenten der DeuBa und Sinnbild der Finanzkaste schlechthin, Goldman Sachs schreibt dazu:

Die Deutsche Bank steht im Zentrum des europäischen Finanzsystems – sie ist ein wichtiges Pendant zu allen relevanten europäischen Banken und darüber hinaus. Jüngste Berichte über mögliche Rechtsstreitigkeiten haben die Bedenken der Kapital[geber] verstärkt und erhöhten die Gesamthöhe der Angst am Markt. Fragen zu einer „Krise“ werden gestellt: „Besteht die Gefahr einer Wiederholung der Finanzkrise?“ und „Kann eine große europäische Bank einem Liquiditätsereignis begegnen?“

(Deutsche Bank stands at the center of the European financial system – it is a major counterpart of all relevant European banks, and broader. Recent reports of potential litigation hits have compounded capital concerns, and raised the overall level of market anxiety. „Crisis“ questions are being asked: „is there risk of a financial crisis re-run“ and „can a large European bank face a liquidity event“?)

Jetzt gibt es (nicht unbedingt auf das verlängerte Wochenende bezogen) für mich zwei Optionen:

  1. Man lässt die DeuBa zusammenbrechen. Als Katalysator und entscheidenden letzten Prozessschritt für die von mir schon so oft angesprochene NWO. Mit Deutschland als wieder einmal weltweiten Sündenbock. Oder…
  2. Es kommt zu einer Bankenrettung im ganzen großen Stil. Sei es durch einen Bail-Out staatlicherseits oder durch einen Bail-In kundenseits. Möglich wäre auch eine Variante aus beiden: Bail-In mit beispielsweise einer 75% Beteiligung der deutschen Sparer und den Rest übernimmt der Staat – die für mich wahrscheinlichste Konstellation.

Dass die DeuBa hoffnungslos unterkapitalisiert ist und der größte Derivatehalter auf der Welt ist, ist bekannt. Dass Merkel eine Unterstützung der DeuBa bislang ausschließt, ebenfalls. Und dass man „irgendetwas tun“ muss, will man dem Finanzcasino eine Spielverlängerung angedeihen lassen, dürfte auch jeden halbwegs Informierten klar sein.

Daher gilt:
Es sind wahrlich spannende Tage. Und vielleicht sogar ein spannendes verlängertes Wochenende?

Quellen:
Schäuble: „Bankeinlagen sind eine sensible Sache, daher macht man es am Wochenende“
Notfallplan? Die Bundesregierung dementiert
The Run Begins: Deutsche Bank Hedge Fund Clients Withdraw Excess Cash
This Is How Much Liquidity Deutsche Bank Has At This Moment, And What Happens Next


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7 Kommentare bei “Finanzsystem: Ein langes Wochenende und die Deutsche Bank

  1. Alma
    2. Oktober 2016 um 18:11

    Apropos Finanzsystem: eine, wie ich finde wichtige (und Besorgnis erregende) Meldung:

    https://www.corbettreport.com/sdr-world-order/
    https://www.youtube.com/watch?v=JtOmnZdVFQM&app=desktop

  2. dixie cup
    2. Oktober 2016 um 21:19

    Option 3: Die EZB stellt der DBK direkt dringend benötigte Liquidität zur Verfügung.

    Option 4: Die DBK führt eine Kapitalerhöhung durch (oder wandelt ihre CoCo-Bonds in Eigenkapital), der Aktienkurs liegt dann im einstelligen Bereich a la CBK. Technisch ohne weiteres möglich. Allerdings keine vertrauensbildende Message Richtung Sparer / Guthabenbesitzer der DBK.

    Option 5: Es wird begonnen, falsche Schlagzeilen zu produzieren (wie jene von der AFP, dass es angeblich eine Einigung im Rechtsstreit mit dem DOJ gab), damit die vollständig automatisierten Algorithmen den Aktienkurs wieder hochdrücken (wie geschehen). Mit dem Ziel, dass der dt. Sparer eingelullt wird und ja nicht seine Guthaben abhebt und/oder umbucht.

    Die Hedge Fonds sind nicht das Problem der DBK. Es geht hier ausschließlich um Liquidität und es soll auf Teufel komm raus verhindert werden, dass auch nur ein geringer Teil der ca. € 300 Mrd an Guthaben von der DBK abzogen wird (Bank Run).

    Ein Bail-Out wäre Merkels Ende. Ein Bail-In mit Kundengeldern das Ende der Eurozone.

    Die werden vorerst Option 5 fahren und am Ende wird still und heimlich die EZB aushelfen (Option 3) und notfalls Teile des Ladens übernnehmen. Danach hat Mario Draghi freie Fahrt um seine italienischen Banken, allen voran Monte dei Paschi, aufzukaufen. Und Merkel/ Schäuble könnten nichts dagegen sagen. Die 5 größten italienischen Banken haben insgesamt Kredite iHv 1.27 Billionen € an Italiener ausgegeben. Davon werden Kredite iHv € 200 Mrd momentan nicht bedient (!). Mit anderen Worten: die müssten im Grunde abgeschrieben werden. Zentralbanken kaufen den Aktienmarkt auf. Die Bank Of Japan macht es gerade vor: denen gehört direkt schon ein substanzieller Teil der Nikkei-Aktien.

    Die Aufnahme des Yuan in die SZR ist die weitaus wichtigere Info vom Wochenende. Seit Jahren vorbereitet, nun endlich durchgezogen. Ich sehe dies nicht negativ. Jetzt können die US-Dollar-Schulden zusätzlich auch in Yuan und die SZR überführt werden. Die international verfügbare Liquidität nimmt damit deutlich zu, das Crash-Risiko verringert sich langsam und das dürfte mittelfristig auch in eine entspanntere geopolitische Situation münden.

    Das gegenwärtige (Bretton Woods-) System kann sich mühelos noch 5 bis 10 Jahre oder länger halten. Auch wenn die meisten lieber heute als morgen den Crash herbeisehnen wie das reinigende Gewitter nach endlos drückender Hitze.

    • qed
      3. Oktober 2016 um 10:50

      Zentralbanken kaufen den Aktienmarkt auf. Die Bank Of Japan macht es gerade vor: denen gehört direkt schon ein substanzieller Teil der Nikkei-Aktien.

      Hat was 🙂
      Und Draghula wird Besitzer aller europäischen Banken. Schöne neue Welt!

    • Greenhoop
      3. Oktober 2016 um 19:19

      Die von Ihnen genannten Optionen würde ich unterschreiben, wäre da nicht die explosive Situation in Europa, die durch die bewußt herablassende Politik noch befördert wird, das Faß soll überlaufen. Sollte sich die aufgestaute Wut entladen, werden die hierdurch hervorgerufenen Unruhen einerseits in der Abschaffung der Nationalstaaten münden und gleichzeitig die (Finanz-)Welt erheblich erschüttern.

      Wird das so kommen, oder ist es nicht doch eher so wie es Ernst Wolff oder Joel Skousen schrieben, dass der (finanzielle) Zusammenbruch durch einen Krieg ausgelöst werden muss, nur damit die Masse weiterhin nicht versteht, dass die Ursachen für die Verwerfungen nicht im Debitismus liegen.

      Warten wir es ab, ich glaube nicht mehr an 5 – 10 Jahre, aber vielleicht ist Russland noch nicht so weit und der Tiefenstaat muss sich noch ein wenig gedulden.

  3. qed
    3. Oktober 2016 um 10:41

    Nur zu – es darf spekuliert werden.

    Zu sehr mutet das Spektakel um die DB wie auch VW als Disziplinierungskeule an und in der Tat könnte das US-Establishment der NWO diese beiden im Handstreich erledigen. Wobei im Falle DB allerdings die Folgen unkalkulierbar sind und ich glaube nicht, daß unsere chaosveliebten Weltenlenker jetzt schon den Stecker ziehen wollen. Und siehe da: wie im Märchen sickert aus „unbestätigten Quellen“ über die Atlantikbrücken-Sockenpuppe FAZ durch, die US-Regierung sei auch mit einem Drittel der geforderten Summe zufrieden – der Kurs der DB schoß daraufhin in die Höhe.
    Daraus läßt sich schließen: Gar nichts wird passieren.

    Längerfristig allerdings schon: Unter dem Deckmäntelchen der ‚Regulierung‘ wird die DB nach und nach entkernt und ausgebeint werden, bis sie eine Art Sparkasse ist. Und das Damokles-Schwert über VW hängt schon: Wir denken nur an das Verbot von Verbrennungsmotoren, das unsere grünen Enddarmbewohner des NWO-Establishments jeden Tag bekrähen.
    Der Weg in den Untergang soll schließlich lustvoll sein…

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