Bargeldverbot: Jetzt fordert auch Norwegens größte Bank die Abschaffung von Bargeld

DNB Headquarters - Bildquelle: Wikipedia / Arsenikk

DNB Headquarters – Bildquelle: Wikipedia / Arsenikk

Norwegens größte Bank DNB springt auf den Zug der Bargeldabschaffer auf. Bereits heute wird in vielen Geschäftsstellen von DNB kein Bargeld mehr angenommen oder ausgezahlt. Doch das scheint der Bank noch nicht weit genug zu gehen, denn als Schutz vor Kriminellen und Geldwäschern (die üblichen Pseudoargumente) fordert DNB die vollständige Abschaffung des Bargelds in Norwegen. Nach Schweden (dem Musterschüler was die Bargeldabschaffung anbelangt) und Dänemark ist Norwegen das dritte skandinavische Land, das in die gleiche Kerbe des Bargeldverbots schlägt, um damit alle Transaktionen überwachbar, kontrollierbar und vor allem bepreisbar zu machen:

The largest bank in Norway has called for the country to stop using cash, the Local reported Friday. This comes as the latest move in a country that has been leading the global charge toward electronic money in recent years, with several banks already not offering cash in their branch offices and some industries seeking to cut back on paper currency.
(Die größte Bank in Norwegen hat das Land aufgefordert nicht weiter Bargeld zu nutzen, so die Zeitung Locale am Freitag. Dies dürfte der letzte Schritt in einem Land sein, das sich in den letzten Jahren an die Spitze gesetzt hat, was das Thema E-Geld anbelangt, mit mehreren Banken, die bereits kein Bargeld in ihren Zweigstellen mehr anbieten, und mit einigen Branchen, die versuchen das Papiergeld zurück zu drängen.)

Wie immer verkaufen die Banker das Bargeldverbot auch in Norwegen damit, dass dadurch Kriminalität und Geldwäsche eingedämmt werden wird:

„Today, there is approximately 50 billion kroner in circulation and [the country’s central bank] Norges Bank can only account for 40 percent of its use. That means that 60 percent of money usage is outside of any control. We believe that is due to under-the-table money and laundering,“ Trond Bentestuen, a DNB executive, told Norwegian website VG, the Local reported.
„There are so many dangers and disadvantages associated with cash, we have concluded that it should be phased out,“ he added.
(„Heute gibt es etwa 50 Milliarden Kronen im Umlauf und die [Zentralbank des Landes] Norges Bank kann nur über einen Anteil von 40 Prozent Rechenschaft ablegen. Das bedeutet, dass 60 Prozent der Geldnutzung außerhalb jeder Kontrolle liegt. Wir glauben, dass liegt am Geschäft, das Unter-der-Ladentheke gemacht wird, und an der Geldwäsche“, sagte Trond Bentestuen ein DNB-Exekutive der norwegischen Website VG, laut Locale.
„Es gibt so viele Gefahren und Nachteile, die mit Bargeld verbunden sind, daher haben wir festgestellt, dass es abgeschafft werden sollte“, fügte er hinzu.)

Doch abseits von Geldwäsche, Schwarzarbeit und Kriminalität gibt es andere, echte Gründe, warum Banken und Regierungen die Idee einer bargeldlosen Gesellschaft verfolgen. Beispielsweise bedeutet es auch, dass keine Transaktion bei einem Bargeldverbot einer Besteuerung entkommen kann, dass die Banken und die Regierung damit in die Lage versetzt werden jede Transaktion noch detaillierter sehen, nachzuverfolgen, kontrollieren und überwachen zu können. Zudem würde für die Banken eine neue Einnahmequelle entstehen, denn jeder muss an diesem bargeldlosen System teilnehmen, ob er will oder nicht. Jeder benötigt dann ein Konto und bei jeder Transaktion, bei jeder Kartennutzung wird die Bank eine Gebühr einfordern.

Auch wäre mit einer bargeldlosen Gesellschaft das leidige Thema der Bank Runs erledigt. Keine Bank müsste mehr Angst haben, dass morgen ihre Kunden am Schalter stehen und ihre Einlagen in Bargeld mit nach Hause nehmen wollen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass niemand mehr einem Bail-In (also die Rettung der Banken durch den Sparer per Enteignung) entkommen kann. Denn wenn man kein Geld mehr aus dem System entnehmen kann, dann kann auch niemand dem institutionalisierten Bankraub durch europäische Behörden mehr entkommen. Doch Norwegen oder Schweden stehen nicht allein in ihrem Versuch dem Bargeld den Todesstoß zu versetzen. Ganz Europa, China und auch Indien tun es den beiden gleich. Wobei aber Nordeuropa den weltweiten Vorreiter gibt:

Did you know that 95 percent of all retail sales in Sweden are cashless? And did you know that the government of Denmark has a stated goal of “eradicating cash” by the year 2030? All over the world, we are seeing a relentless march toward a cashless society, and nowhere is this more true than in northern Europe. In Sweden, hundreds of bank branches no longer accept or dispense cash, and thousands of ATM machines have been permanently removed. At this point, bills and coins only account for just 2 percent of the Swedish economy, and many stores no longer take cash at all. The notion of a truly “cashless society” was once considered to be science fiction, but now we are being told that it is “inevitable”, and authorities insist that it will enable them to thwart criminals, terrorists, drug runners, money launderers and tax evaders. But what will we give up in the process?
(Wussten Sie, dass 95 Prozent aller Einzelhandelsumsätze in Schweden bargeldlos erfolgen? Und wussten Sie, dass die Regierung von Dänemark ein erklärtes Ziel der „Abschaffung von Bargeld“ bis zum Jahr 2030 hat? Überall auf der Welt sehen wir einen unerbittlichen Marsch in Richtung einer bargeldlosen Gesellschaft, und nirgends ist dies mehr zu sehen als in Nordeuropa. In Schweden akzeptieren Hunderte von Bankfilialen kein Bargeld mehr oder verzichten darauf, und Tausende von Geldautomaten wurden dauerhaft entfernt. An diesem Punkt machen Scheine und Münzen nur knapp 2 Prozent der schwedischen Wirtschaft aus, und viele Geschäfte akzeptieren Bargeld überhaupt nicht mehr. Die Vorstellung einer vollständigen „bargeldlosen Gesellschaft“ wurde einst als Science-Fiction bezeichnet, aber jetzt wird uns gesagt, dass es „unvermeidlich“ ist, und die Behörden bestehen darauf, dass es ihnen ermöglichen würde gegen Verbrecher, Terroristen, Drogenhändler, Geldwäscher und Steuerhinterzieher vorzugehen. Aber was werden wir bei einem solchem Vorhaben aufgeben?)

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Sie nur noch einkaufen, verkaufen, eine Arbeitsstelle bekommen oder ein Bankkonto eröffnen können, wenn Sie am „System“ teilnehmen. Und stellen Sie sich parallel dazu vor, wie Ihr Leben und/oder das Ihrer Familie aussehen würde, wenn Sie sich entschliessen sich dem Ganzen zu entziehen. Wie wollen Sie und Ihre Familie dann überleben? Oder stellen Sie sich einfach einmal vor, dass die Regierung bestimmte Voraussetzungen an eine Teilnahme am „System“ knüpft. Dass es beispielsweise illegal ist mit jemanden Geschäfte zu machen, der nicht über eine wie auch immer geartete, aber staatliche Form der Identifikation verfügt.

Ein Bargeldverbot ist ein direkter Anschlag auf die fundamentalen Rechte von Frieden und Freiheit. Ein Bargeldverbot öffnet die Tür für Tyrannei, dessen Ausmass wir uns heute noch nicht vorstellen können. Wie passend ist es, dass ausgerechnet jetzt der Finanzminister und ESM-Vorsitzende Schäuble mehr oder weniger verklausalisiert das deutsche Sparguthaben zur Euro-Rettung freigibt…

Quellen:
Digital Grid IS The Beast System: Norway Eyes §Complete and Total Elimination of Cash§
The Cashless Society Cometh: European Nations Such As Sweden And Denmark Are ‘Eradicating Cash’
Norway’s Biggest Bank Calls For Country To Stop Using Cash
War On Cash Escalates: China Readies Digital Currency, IMF Says „Extremely Beneficial“
Schäuble gibt deutsche Sparguthaben als Pfand für Euro-Risiken frei


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10 Kommentare bei “Bargeldverbot: Jetzt fordert auch Norwegens größte Bank die Abschaffung von Bargeld

  1. 26. Januar 2016 um 16:47

    Und was auch erwähnenswert ist: Systemkritiker oder Whistleblower haben keinen Zugriff mehr auf das Geld, weil man einfach die Karte sperrt. Eine Flucht vor den Institutionen der Regierungen ist dann unmöglich.
    Auch ist der Normalbürger dann ein Gläsener. Man verfolgt, wo er sich aufhält, was er verbraucht und mehr.

    Und natürlich ein nicht zu verachtender Vorteil: Die Gelddruck- und Prägekosten fallen weg. Ergo Kosten erspart bei Banken und jedem Händler, der sonst Wechselgeld vorrätig halten musste.
    Für mich ist das ein Rückschritt ins Vormittelalter, wo man Waren getauscht hat. Denn dahin wird es wieder kommen. Denn der nächste Wirtschafts- oder Bankengau steht bevor. Deutsche Bank und Co. entlassen in Europa und den USA über 10.000 Mitarbeiter im Anlagen- und Börsensektor. So war jedenfalls die heutige Meldung gegen 03:00 Uhr bei den asiatischen Nachrichtensendern.

  2. multiman
    26. Januar 2016 um 17:32

    Die Frage, ob das Universum oder die Dummheit der Menschen grenzenlos ist, scheint in Sachen Menschheit beantwortet zu sein.
    Ob es noch einmal eine Menschheit geben kann, die den Gegenbeweis antreten will, scheint mehr als zweifelhaft zu sein.
    Zombies zeugen keinen Nachwuchs – oder?

  3. Lynn
    26. Januar 2016 um 17:47

    Man kaufe ein billiges Porzellan-Sparschwein und stelle dieses auf einen Gehsteig. Daneben einen Hammer und ein Schild. Auf dem Schild steht: Bedienen Sie sich!
    Wer das Schwein zertöppert, findet darin einen Zettel, auf dem steht: Gratulation! Sie haben soeben die Sicherheit ihres eigenen Giro-/Sparkontos getestet – seit der Abschaffung des Bargeldes.Denn ALLES Geld, welches sich auf einem Bankkonto befindet, gehört immer der Bank…

    Nun wissen Sie auch, WER den Hammer in der Hand hat! Viel ‚Spaß‘ also mit der Abschaffung des Bargeldes.

  4. Holger
    26. Januar 2016 um 18:13

    Und die SPD stimmt mit ein, 500 EUR Noten sollen verboten und eine Barzahlungsgrenze von max. 5000 EUR eingeführt werden.

  5. Peter
    26. Januar 2016 um 21:16

    Man müsste, glaube ich, zwei Aspekte noch hinzufügen:
    1) Bargeld ist ein gesetzliches Zahlungsmittel, Giralgeld nur ein „Rückzahlungsversprechen“ der Bank, mdF geht die Bank in Konkurs (wie z.B. ca. 500 kleine Banken in den USA seit 2008) bleiben ihre Schulden bei der Bank, ihr Sparvermögen ist aber weg.
    2) Bei 5000 Euro „Bargeldgrenze“ können Sie nicht einmal mehr eine Unze Gold einlösen, ohne erfasst zu werden.

    Ich wünsche diesen dummen Menschen einen EMP oder einen überraschenden Sonnensturm.

    Eine Frage hätte ich noch, worauf ich keine Antwort finde, warum schaffen die Briten ihr Gold in die Schweiz? Habt ihr eine Idee? Nichts geschied ohne Sinn und Zweck.

    • Marion
      27. Januar 2016 um 01:32

      Hallo Peter,

      mal angenommen… DU wärst einer der Autoren dieses geostrategischen Planspiels und wüsstest somit auch, wann und wo sich etwas zu ereignen hat bzw. ereignen wird, oder?
      Da gilt es doch rechtzeitig die Gummistiefel aus dem Keller zu holen, bevor die Sturmflut kommt.
      Vielleicht geben die nachfolgenden Links einen grösseren Blickwinkel:

      http://www.voltairenet.org/article183280.html
      https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Ben (5 Glocken) Bi BELL
      https://de.wikipedia.org/wiki/Apokalyptische_Reiter (5 !!!)

  6. Lynn
    27. Januar 2016 um 08:54
  7. Rüdiger
    27. Januar 2016 um 11:54

    Eine Beobachtung aus einem Land der Dritten Welt.
    Egal, ob unter Fremdherrschaft oder bolschewistisch regiert,
    egal, welche Währung galt: der Wert einer Immobilie wurde und wird in Goldgewicht angegeben.

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