Systemfrage: Die Lage spitzt sich dramatisch zu

Aus den Schlagzeilen:

  • Vermögende zahlen drauf: Schweizer Notenbank führt Strafzinsen ein (Focus)
  • Gipfeltreffen in Brüssel: Europäische Union geschockt von Rubel-Crash (N24)
  • Präsidentenwahl in Griechenland Auflösung des Parlaments in Sicht (taz)
  • Deutsche Maschinenbauer: Exporte nach Russland brechen ein (DWN)
  • Rubelsturz – Moskau stemmt sich gegen Rubelkrise (Frankfurter Rundschau)
  • Ukraine-Krise: USA dürfen tödliche Waffen an Kiew liefern (T-Online)
  • Pegida in Deutschland: Koalition reagiert hilflos auf Märsche (Spiegel Online)

Obige Meldungen sind nur ein Ausschnitt aus der heutigen Medienlandschaft und zeigen für mich, dass wir uns immer schneller in Richtung des “großen Finales” bewegen.

Die Krisen nehmen an Intensität zu (Griechenland), der sterbende Hegemon sucht offen die Konfrontation (Ukraine) und ihm wird öffentlich die Fratze heruntergerissen (CIA-Folterbericht), die Menschen begehren immer mehr auf (Deutschland, Frankreich, Griechenland), die Weltwirtschaft befindet sich im freien Fall (Ölpreis) und Russland soll in den Bankrott getrieben werden, um dann als ein in die Enge gedrängtes Tier endlich (aus westlicher Sicht) den ersten Schritt in einem offenen Konflikt mit der NATO zu begehen.

Fast mag man meinen, dass die hinter den Negativmeldungen liegenden Ereignisse konzertiert sind und derzeit nur noch der eine bestimmte Funke aussteht, der das ganze zum Explodieren bringen wird. Dabei hat für mich der derzeit stattfindende und in meinen Augen geplante Absturz des Rubels das Potenzial genau jener Funke zu werden.

Flagge Russland - Bildquelle: Wikipedia / Zscout370

Flagge Russland – Bildquelle: Wikipedia / Zscout370

Die nach den Sanktionen einbrechende russische Wirtschaft, der bewusst nach unten getriebene Ölpreis und jetzt der durch den Markt ausgelöste Sturz des Rubels (Was hat sich eigentlich an den Fundamentaldaten Russlands in den letzten zwei Wochen so verändert, dass ein solcher Einbruch gerechtfertigt wäre?) verengen den Handlungsspielraum Moskaus immer mehr. Putin sieht sich einer (Hyper-)Inflation, für mich ausgelöst durch den Westen, ausgesetzt. Doch ob die russische Bevölkerung aufgrund des Verfalls der eigenen Währung, dem Einbrechen der Wirtschaftsleistung usw. Putins Abdankung (also den sprichwörtlichen US-Regime-Chance) fordern wird, bezweifle ich sehr. Vielmehr sehe ich es als wahrscheinlicher an, dass sich die russische Bevölkerung hinter Putin stellen wird, um den “gemeinsamen Kampf gegen den gemeinsamen Feind aufzunehmen”. Hier tickt die russische Seele komplett anders als die westliche – was nicht zuletzt von den Opfern und Erinnerungen aus den beiden Weltkriegen herrührt.

Der russische Bär, der auf fast allen Ebenen in die Enge getrieben wurde, der russische Bär, der zudem von der Bevölkerung eine verstärkte Unterstützung erfährt, wird dieser russische Bär weiterhin seine diplomatische, zurückhaltende Politik gegenüber dem Westen aufrecht erhalten oder wird er wie ein weidwundes Tier zum letzten großen Sprung ansetzen?

Ein Sprung, in dessen Folge der Sytemzusammenbruch verargumentiert werden kann? Ohne dass die wahren Schuldigen benamt und zur Rechenschaft gezogen werden? Durchaus denkbar und vorstellbar. Doch wird es zu diesem Sprung kommen? Die Meldungen aus Moskau lassen meiner Meinung nach derzeit keine Einordnung zu. Vieles dürfte in den nächsten Stunden davon abhängen, ob die gerade einsetzende Rubel-Erholung nicht nur ein Strohfeuer ist, sondern von Dauer. Es bleibt zu hoffen, dass Moskau auch weiterhin besonnen bleibt und Deutschland bzw. die EU endlich begreift, dass der wahre Feind nicht in Russland sitzt. Wunschdenken? Vielleicht, aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt…


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