Systemfrage: Ist das Establishment in Panik?

Panik – Bildquelle: Pixabay / geralt; Pixabay License
Findet ein verdeckter (oder auch offener) Kampf in den Reihen des Establishments statt?
Die Gruppe der Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) scheint auseinander zu brechen. Sie geraten offenbar in Panik, ihre Institutionen zerfallen, und die Kluft zwischen Herrschern und Beherrschten war noch nie so deutlich wie heute.
Wenn man sich einige der wichtigsten Nachrichtenmeldungen, die in den letzten Wochen unsere kollektive Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, genauer ansieht, fällt ein merkwürdiges Muster auf.
Beginnen wir in den USA und mit Minneapolis bzw. der Geschichte, die seit Wochen die Schlagzeilen beherrscht. Obwohl Tom Homan, Präsident Trumps „Grenzzar“, geschickt eine Deeskalation der Spannungen in der aggressivsten „linken Zufluchtsstadt“ der USA ausgehandelt hat, gehen die Proteste dort weiter. Genauer gesagt verhalten sich Politiker auf staatlicher und lokaler Ebene weiterhin so, als seien US-Bundesgesetze irrelevant und als hätten sie keinerlei Verantwortung, sich an Regeln zu halten, die sie als unangenehm empfinden.
Dann haben wir den großen Themenkomplex, der seit Jahren immer wieder die Schlagzeilen beherrscht. Das US-Justizministerium hat kürzlich eine neue Sammlung von Dokumenten aus den „Epstein-Akten“ veröffentlicht, und es überrascht niemanden, dass die mächtigsten Menschen im Bundesstaat Washington, in Washington, London, Cambridge (Massachusetts), Berlin und überall dazwischen sich – einmal mehr – als die abscheulichsten Kreaturen erwiesen haben, die wir kennen. Wie sich herausstellt, sollten wir dankbar sein, dass das Schlimmste, was Bill Gates uns jemals beschert hat, „Clippy“ oder Windows Vista war, wenn man bedenkt, was er offenbar seiner mittlerweile Ex-Frau angetan hat.
Apropos Washington: In der vergangenen Woche hat die Washington Post, die einst dafür bekannt war, einem verschmähten Beamten zu ermöglichen, einen US-amerikanischen Präsidenten zu stürzen, ein Drittel ihrer Belegschaft entlassen und ihre Sportredaktion komplett geschlossen. Peggy Noonan, die ehemalige Redenschreiberin für US-Präsidenten, die wiederholt und bösartig von der Post verleumdet wurden, beklagte dennoch den Zusammenbruch der Zeitung und belehrte uns alle, dass auch wir den Verlust dieser Institution betrauern sollten, die Andersdenkende offen und unverhohlen verabscheut und diffamiert:
Die Hauptstadt der mächtigsten Nation der Welt scheint ohne eine wichtige, voll funktionsfähige Zeitung zu sein, die über sie berichtet. Das ist kein Anlass für Witze, sondern eine Katastrophe.
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(The capital of the most powerful nation on earth appears to be without a vital, fully functioning newspaper to cover it. That isn’t the occasion of jokes, it’s a disaster.)
Vielleicht hat Noonan recht. Vielleicht ist der Zusammenbruch der Post kein Anlass für Witze. Wenn das jedoch der Fall ist, sollte vielleicht jemand den „Journalisten“ der Zeitung davon erzählen, die entschlossen scheinen, ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gegenteil zu beweisen.
Unterdessen entschied die American Medical Association in Chicago nach langem Gewissenskampf, dass es vielleicht keine so gute Idee ist, wenn minderjährige Kinder sich in der vergeblichen Hoffnung, ihr Geschlecht zu ändern, verschiedene Körperteile amputieren lassen. Vor weniger als fünf Jahren konnte die AMA ihre Wut auf die staatlichen Gesetzgeber, die dieselbe Position vertraten (dass es ein schwerwiegender Fehler sei, Minderjährige einer Transgender-Operation zu unterziehen), kaum zügeln und wetterte gegen „die Einmischung der Regierung in die medizinische Praxis, die der Gesundheit von Transgender- und geschlechtsdiversen Kindern schadet (the governmental intrusion into the practice of medicine that is detrimental to the health of transgender and gender-diverse children)“. Die Zeiten ändern sich jedoch, und manchmal stellt sich heraus, dass die „Wissenschaft“ doch nicht so eindeutig ist, wie uns die selbstgerechten Kritiker glauben machen wollen.
Schließlich sind auch jenseits des Atlantiks, in Europa, die Zensoren in letzter Zeit wieder auf dem Vormarsch. So erklärte beispielsweise der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf dem World Government Summit in Dubai , dass er und seine Regierung beabsichtigen, die Führungskräfte von Social-Media-Unternehmen für unanständige, unwahre oder einfach nur unbequeme Äußerungen ihrer Nutzer auf ihren Plattformen haftbar zu machen. Sánchez legte einen Fünf-Punkte-Plan vor, um den „gescheiterten Zustand (failed state)“ der sozialen Medien zu beheben und „Recht und Ordnung in diesem gesetzlosen Ökosystem durchzusetzen“. Wie die übrigen etablierten Politiker Europas – von Deutschland über Frankreich bis zum Vereinigten Königreich – sieht auch die spanische Regierung die „unregulierte“ Meinungsäußerung in den sozialen Medien als Bedrohung für ihre Fähigkeit, „effektiv“ zu regieren. Sira Rego, die spanische Ministerin für Jugend und Kinder, forderte gar kürzlich ein vollständiges Verbot von Twitter/X – und zwar nicht nur für Kinder.
Mittlerweile fragen Sie sich vielleicht: Was genau ist das Besondere an all diesen Geschichten? Was macht sie besonders interessant? Wie gesagt, man muss genau hinschauen. Man muss über das Oberflächliche hinausblicken, über das „Wer, Was, Wo, Wann und Warum“ der journalistischen Haltung. Wenn man das tut, wenn man sie mit Blick auf die sozialen und kulturellen Kräfte liest, die die übergeordnete Erzählung vorantreiben, anstatt auf die spezifischen Charaktere und Handlungsstränge in jeder einzelnen Geschichte, wird man feststellen, dass sie alle in sehr realer und relevanter Weise genau dasselbe Narrativ sind. Sie alle beschreiben in der einen oder anderen Form und in verschiedenen Phasen des Prozesses den Zusammenbruch der westlichen herrschenden Klasse: die Selbstzerstörung, die Entlarvung und den unvermeidlichen Ausraster der Torwächter unserer Gesellschaft, der Männer und Frauen, die sich seit einem Jahrhundert dazu herabgelassen haben, uns zu regieren und uns ihren Launen zu unterwerfen – natürlich zu „unserem eigenen Besten“.
Wie ich gerne erwähne, schrieb der brillante und unvergleichliche Angelo Codevilla vor fünfzehn Jahren etwas, das als Aufschrei der amerikanischen Neopopulisten angesehen wurde, die er als „die Landbevölkerung (the country class)“ bezeichnete. Seit dem Ende des US-amerikanischen Bürgerkriegs (mehr oder weniger) hat die US-amerikanische herrschende Klasse ihre Macht gefestigt, sich in Geschmack, Manieren und Interessen von denen abgegrenzt, über die sie herrscht, und ihren „Untertanen“ die Freiheit genommen, die ihnen von ihrem Schöpfer zusteht. In den letzten rund 25 Jahren hat die herrschende Klasse jedoch ihre sprichwörtliche Hand überreizt und eine Reaktion hervorgerufen, eine Beinahe-Revolution der Landbevölkerung, die die Arroganz und Unverschämtheit ihrer sogenannten „Besseren“ verabscheut. Langsam aber sicher bewegen sich sowohl die Vereinigten Staaten als auch ihre westlichen Verbündeten auf eine Art revolutionären Höhepunkt zu, wie Codevilla feststellte:
Die IGE machen keinen Hehl daraus, dass sie den Rest der Menschen für rassistisch, gierig und vor allem dumm halten. Die ländliche Bevölkerung ist mehr denn je davon überzeugt, dass unsere Herrscher korrupt, bösartig und unfähig sind. Die IGE wollen, dass die Beherrschten den Mund halten und gehorchen. Die Beherrschten wollen Selbstverwaltung. Der Konflikt zwischen den beiden Seiten dreht sich darum, welche Sichtweise auf sich selbst und auf die andere Seite richtig und welche falsch ist. Da jede Seite – insbesondere die herrschende Klasse – ihre Ansichten zu den Themen verkörpert, führen Zugeständnisse einer Seite gegenüber der anderen in irgendeiner Frage tendenziell dazu, dass die Sichtweise dieser Seite auf sich selbst diskreditiert wird. Eine der beiden Seiten wird sich durchsetzen. Der Konflikt ist ebenso sicher und bedeutsam wie sein Ausgang unvorhersehbar ist…
Alle oben genannten Geschichten – sei es über die Rücksichtslosigkeit und Unvernunft der Neo-Konföderierten in Minnesota, der Neo-Totalitaristen in Europa oder der pädophilen und pädophilennahen „Eliten“ in den Vereinigten Staaten und Europa – deuten darauf hin, dass dieses Ende näher rückt, dass die herrschende Klasse endlich zur Verantwortung gezogen wird und infolgedessen in Panik gerät. Niemand „braucht“ mehr die Torwächter der Washington Post, von ARD und ZDF, um uns zu sagen, was „Nachrichten“ sind und was nicht. Niemand glaubt – wie Tim Walz und Pedro Sánchez behaupten -, dass die Forderung nach nationalen Grenzen mit Faschismus gleichzusetzen ist. Niemand glaubt, dass es sinnvoll ist, Teenager zu kastrieren, oder dass die Ärzte, die sich für die Kastration eingesetzt haben, vergeben und vergessen werden. Niemand glaubt, dass Bill Gates, Bill Clinton, Reid Hoffman und Larry Summers nur unschuldige Zuschauer auf Epstein Island waren. Niemand glaubt irgendetwas von dem, was die IGE behaupten, und niemand glaubt, dass sie weiterhin die Macht haben sollten, Institutionen zu manipulieren und die Realität zu leugnen, um ihren glorifizierten Status aufrechtzuerhalten.
Die IGE sprechen edel von „öffentlichem Dienst“, besitzen aber fast keinen Gemeinsinn (nicht gleichbedeutend mit einer innerhalb der IGE gelebten Verbindung). Platon stellte sich bekanntlich eine republikanische herrschende Klasse vor, die das Wissen liebte und sich für ein einfaches Leben entschied. Im Gegensatz dazu schwelgen die Mitglieder der heutigen IGE in intellektuellen Modeerscheinungen, der Befürwortung moralischen Radikalismus und der Befriedigung all ihrer materiellen Wünsche. In vielerlei Hinsicht sind sie das genaue Gegenteil der herrschenden Klasse, die Platon sich für seine Kallipolis vorgestellt hatte.
Natürlich ist, wie Codevilla feststellte, unsere konstitutionelle „Republik“ längst tot und verschwunden. Dafür hat unsere herrschende Klasse gesorgt. Was jedoch als Nächstes kommt – was nach dem Ende kommt – ist noch sehr ungewiss und kann durchaus von UNS geprägt werden.
Quellen:
The Ruling Class Panic
Libs of TikTok – @libsoftiktok
Wikipedia – Office Assistant
Bill Gates caught an STD from ‘Russian girls’, Epstein claimed in files
A Lament for the Washington Post
The Washington Post – @washingtonpost
AMA reinforces opposition to restrictions on transgender medical care
Clash Report – @clashreport
Agustin Argelich Casals – @aargelich
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