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Systemfrage: Warum unser heutiges System keinem echten „Kapitalismus“ entspricht

Systemfrage - Bildquelle: Pixabay / ArtTower; Pixabay License

Systemfrage – Bildquelle: Pixabay / ArtTower; Pixabay License

Vorabanmerkung: Dies ist ein kurzer Ausflug in die Philosophie und eine notwendige Pause von dem psychotischen und wahnsinnigen Chaos, das uns umgibt und die täglichen Nachrichtenzyklen täglich beherrscht. Ein wenig Wahrheit und Klarheit über wichtige Themen – seien es wirtschaftliche, logische oder moralische Fragen oder einfach nur die Widerlegung von Lügen – ist in Zeiten wie diesen notwendig und hoffentlich nützlich für diejenigen, die bereit sind zu lernen und keine Angst vor der Wahrheit haben.


Wirtschaftliche Macht wird auf positive Weise ausgeübt, indem man den Menschen eine Belohnung, einen Anreiz, eine Bezahlung, einen Wert bietet; politische Macht wird auf negative Weise ausgeübt, durch die Androhung von Strafe, Verletzung, Inhaftierung, Zerstörung. Das Werkzeug des Geschäftsmannes sind Werte; das Werkzeug des Bürokraten ist Angst. – Ayn Rand

Beginnen wir mit der eigentlichen Bedeutung des Wortes „Kapitalismus“, einer Verfälschung des Wortes „Kapital“, indem wir die ursprüngliche Bedeutung von „Kapital“ anhand der logischen Etymologie aus dem Lateinischen und Griechischen untersuchen. Der Begriff „Kapitalismus“ kam erst Hunderte von Jahren später in Mode. Hierzu beziehe ich mich auf Dr. Richard M. Salsman, der die ursprüngliche Bedeutung und den zeitlichen Verlauf zutreffend beschreibt. Dr. Salsman ist Assistenzprofessor im Programm für Philosophie, Politik und Wirtschaft an der Duke University und Präsident von InterMarket Forecasting, Inc.

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Die Begriffe „Kapital“, „Kapitalist“ und „kapitalistisch“ wurden bereits jahrhundertelang verwendet, bevor der Begriff „Kapitalismus“ geprägt wurde. Der Begriff „Kapital“ leitet sich von „caput“ ab, was auf Lateinisch „Kopf“ bedeutet. Die bekannteste Form des Reichtums in der frühen Geschichtsschreibung war Vieh, und der Umfang des Vermögens eines Mannes wurde üblicherweise anhand der Gesamtzahl der Rinder gemessen, die er besaß. Eng damit verbunden ist das Adjektiv „pecuniary“, das auf einen Bezug zu Reichtum hinweist; es leitet sich von „pecu“ ab, dem lateinischen Wort für „Vieh“. Mit der Zeit wurde der Begriff „Kapital“ verwendet, um Reichtum im allgemeineren Sinne zu bezeichnen. Der verwandte Begriff „chattel“, der persönliches Eigentum außer Grundbesitz bezeichnet, entwickelte sich ebenfalls aus dieser breiteren Verwendung von „Kapital“.

Wie auch Salsman anmerkt, wurde der Begriff „Kapitalismus“ erstmals 1850 von Louis Blanc verwendet, der mit einigen französischen Intellektuellen in Verbindung stand, die als „utopische Sozialisten“ bekannt waren. Das ergibt durchaus Sinn, wenn man bedenkt, wie negativ der Begriff heute behaftet ist. Dieses Missverständnis ist in der heutigen Zeit sicherlich nicht ungewöhnlich, da die deutsche Sprache im Laufe der Zeit stark verfälscht wurde und viele Wortbedeutungen verändert wurden (gilt im Übrigen auch z.B. für die englische Sprache), um verschiedenen Absichten zu dienen, ohne Rücksicht auf Genauigkeit.

Wenn ich in diesem Zusammenhang von „Kapitalismus“ spreche, beziehe ich mich auf die eigentliche und ursprüngliche Definition, nicht auf die falschen modernen Annahmen. „Kapitalismus“ ist daher schlichtweg das Streben nach Reichtum und Eigentum in einem vollkommen freien Markt, um zu überleben und zu gedeihen. Und ja, Gier spielt dabei eine Rolle, da dies die natürliche Neigung des Menschen ist und den Erfolgswillen fördert. Ich halte dies nicht für negativ, es sei denn, es wird vorsätzlich Schaden angerichtet. Wie Murray Rothbard es formulierte:

Kapitalismus ist der vollkommenste Ausdruck des Anarchismus, und Anarchismus ist der vollkommenste Ausdruck des Kapitalismus.

(Capitalism is the fullest expression of anarchism and anarchism is the fullest expression of capitalism.)

Anarchismus ist schlichtweg die Idee eines Lebens ohne Herrschaft oder Herrscher, da kein Mensch das Recht hat, über einen anderen zu herrschen.

Meiner Ansicht nach wird der „Kapitalismus“ ständig für alle Übel der Gesellschaft verantwortlich gemacht, doch dieses unreflektierte Denken offenbart die Unwissenheit der Masse sowie die korrupte und kriminelle Natur der herrschenden politischen und unternehmerischen Klasse. Man kann niemals zu Recht behaupten, dass das Streben nach Kapital mit ehrlichen Mitteln, also der „Kapitalismus“, die Ursache für wirtschaftliche Ungleichheit und den Niedergang der Massen sei. Das ist er nicht.

In erster Linie ist „Kapitalismus“ schlichtweg die Idee, nach Wohlstand zu streben, um zu gedeihen; er ist kein System der Korruption, des Diebstahls und der Ausbeutung der Arbeiterklasse. Der Grund dafür ist, dass „Kapitalismus“ freie Märkte und das Recht auf Besitz und Eigentum erfordert; diese Ziele sind das reine Wesen der Freiheit. Echter „Kapitalismus“ kann nur in einer freien Gesellschaft existieren, und das war in der Geschichte dieses Systems noch nie vollständig der Fall; schon gar nicht seit der Ratifizierung des zentralisierten Machtmonopols, das mit der Ratifizierung diverser freiheitszerstörenden Gesetze und Verträgen ernsthaft begann.

Eine kleine Klarstellung ist hier vielleicht angebracht, damit diejenigen unter uns, die sozialistisch indoktriniert sind, einen Schritt zurücktreten, sich beruhigen und die Dinge durch die Linse der Wahrheit betrachten können, anstatt das zu propagieren, wozu sie konditioniert wurden. Es gibt heute im Westen keinen echten „Kapitalismus“. Unser System könnte als sozialistisch und kommunistisch beschrieben werden, doch tatsächlich wäre die beste Beschreibung, dass es vom Faschismus zerfressen wird. Milliardäre und bald auch Billiardäre sind in keiner freien und wettbewerbsorientierten Gesellschaft ein natürliches Phänomen; sie sind ein Produkt des Faschismus und stehen in völliger Absprache und Partnerschaft mit der Regierung, dem Bankwesen, dem Militär und den sogenannten „Geheimdiensten“. Kein Mensch kann durch ehrliche Hände Arbeit zum Milliardär, geschweige den Billiardär, werden. Dies ist kein organischer Prozess, sondern eine Verschwörung, und die Techniken und Werkzeuge, die eingesetzt werden, um eine grobe Ungleichheit zwischen den Klassen herbeizuführen.

Echter „Kapitalismus“ kann nur in einem wettbewerbsorientierten Umfeld mit freiem Markt und Privateigentum existieren und niemals in einer staatlich kontrollierten, faschistischen oder demokratischen Oligarchie. In Wirklichkeit ist echter „Kapitalismus“ nicht möglich, wenn die Herrschaft durch eine Regierung – egal welche – die vorherrschende politische Struktur ist; denn Privateigentum, fairer Wettbewerb auf allen Ebenen und uneingeschränkte Freiheit sind notwendig, damit sich uneingeschränkte Freiheit entfalten kann.

Es sei angemerkt, dass ich voll und ganz verstehe, dass das System – also alle politischen Parteien und fast die gesamte Bevölkerung – in Bezug auf ihre „Vorstellung“ von Regierungsführung ein und dasselbe sind. Die scheinbare Spaltung (meist Rechts gegen Links) wurde absichtlich durch Verdummung, langfristige Indoktrination und allgegenwärtige Propaganda konstruiert. Deshalb ist es ein Spiel für Narren, die eine oder die andere Seite zu etikettieren und zu beschuldigen, und es ist eine Methode, die Menge in feindliche Lager zu spalten. Diese Taktik sorgt einfach dafür, dass sich fast alle gegenseitig an die Gurgel gehen, während der Staat sein Streben nach universeller Macht und Kontrolle fortsetzt; all dies wird von der dummen, streitenden Masse unterstützt. Deshalb werden die sehr Reichen immer reicher, während der Rest in Armut versinkt.

Der Niedergang des Menschen ist nicht die Schuld des echten „Kapitalismus“, und das war er auch nie. Um es mit den Worten von Ayn Rand zu sagen: Ein kreativer Mensch ist vom Streben nach Erfolg und vom Wunsch nach Leistung getrieben, nicht aber von dem Verlangen, andere zu unterdrücken. Das bedeutet, dass jede Motivation, über andere zu herrschen und ihnen zu schaden, ein Produkt von Herrschaft durch Gewalt ist, nicht des „Kapitalismus“. Wenn die Regierung durch Herrschaft eingreift, wenn Absprachen zur Machtvergrößerung angestrebt werden, kann es keine Freiheit geben, und daher ist echter „Kapitalismus“ nicht möglich. Wenn niemand danach strebte, Kapital zu erwirtschaften, Eigentum zum Lebensunterhalt zu erwerben und Fortschritt und Überleben anzustreben – was echter „Kapitalismus“ ist -, würde alles scheitern. Deshalb existieren Kommunismus, Sozialismus und Faschismus nur in einem beherrschten (regierten) Staat.

Der Begriff „Kapitalismus“ wurde hauptsächlich von Sozialisten und Antikapitalisten im 19. Jahrhundert geprägt, die es sich zur Aufgabe machten, das Sparen, das Arbeiten für Profit und das Streben nach Privateigentum zu verunglimpfen. Diese Denkweise basiert darauf, alle auf die niedrigstmögliche Stufe zu bringen; dies ist eine Art, Gleichheit zu fördern, aber Gleichheit in Armut. Offensichtlich basiert dieses Denken darauf, Individualität, Selbstständigkeit, Intellekt und jeden Drang nach außergewöhnlichen Leistungen zu zerstören. Sobald dieses Umfeld geschaffen ist, wird die Kontrolle durch wenige einfach und offensichtlich. Dann wird klar, warum das echte und ehrliche Streben nach Kapital zu Unrecht verleumdet und herabgewürdigt wird.

Der Kapitalismus ist das einzige Gesellschaftssystem, das die Rechte des Einzelnen schützt, den Geist des Menschen befreit und es ihm ermöglicht, zu produzieren, Handel zu treiben und Wohlstand zu erlangen. – Dr. Richard M. Salsman

Quellen:
Ayn Rand > Quotes
The Mind-Based Etymology of ‚Capitalism‘
Murray N. Rothbard > Quotes

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