US-Wahlkampf: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nach der Wahl zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt?

Wussten Sie, dass zahlreiche Schulen in den USA am Wahltag keinen Unterricht abhalten werden, weil sie befürchten, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte?

Wussten Sie, dass 51% der möglichen Wähler ihre Sorgen darüber ausgedrückt haben, dass sie die Möglichkeit sehen, dass der Wahltag in den USA von Gewalt begleitet sein wird?

Hillary Clinton - Bildquelle: Wikipedia / United States Department of State

Hillary Clinton – Bildquelle: Wikipedia / United States Department of State

In nicht einmal mehr als zwei Wochen stehen die Wahlen zum nächsten US-Präsidenten an. Eine Wahl, die in ihrer Emotion zwischen den Anhängern – man kann auch Hass dazu sagen – bislang wohl einzigartig ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Verliererseite ihren Frust mit Gewalt abbauen wird, dürfte noch nie so groß gewesen sein wie im Wahlkampf Trump vs. Clinton.

Nicht nur, dass der Verlierer Öl ins Feuer gießen dürfte und von Wahlbetrug sprechen wird. Trump wird direkt die Demokraten des Wahlbetrugs/-manipulation bezichtigen, während Clinton wohl diesen Schwarzen Peter Moskau zuschieben wird. Viele neutrale US-Amerikaner befürchten daher, dass es zu “zivilem Ungehorsam” kommen wird, sobald die ersten Hochrechnungen auflaufen und den vermeintlichen Sieger verkünden.

Seitdem klar ist, dass die Wahl zwischen Trump und Clinton als Kandidaten stattfinden wird, hat sich peu à peu das Wahljahr bzw. haben sich die Feindseligkeiten zwischen den Gruppen hochgeschaukelt. Es ist daher keine Überraschung, dass viele US-Amerikaner besorgt sind, wenn es um den Wahltag geht. Schon immer spalten die beiden politischen Lager die US-Gesellschaft, obwohl bei genauerem Hinsehen die jeweiligen Kandidaten nur die verschiedenen Seiten der gleichen Medaille sind und schon immer gewesen waren. Ein Blick in die jeweiligen Regierungen genügt, um zu erkennen, dass immer Mitglieder des Council on Foreign Relations einen Großteil der Ministerposten, Secretaries, Behördenleiter usw. stellten – egal ob bei den Demokraten oder bei den Republikanern.

Aber das hält die Massen nicht davon ab, den jeweils anderen Kandidaten als das Böse aus dem Oval Office fernhalten zu wollen. Vielfach scheint die Entscheidung für einen Kandidaten eher an dem fast schon körperlich zu spürenden Ekel vor dem Gegner festgemacht zu werden als an Visionen, einem Wahlprogramm oder einer politischen Agenda.

Egal ob nun die veröffentlichten Umfragen ein akkurates Bild der Wählermeinung zeigen. Eines ist sicher: die politische Zwietracht, die bereits zu Gewalt zwischen den Gruppen geführt hat, kann von niemanden abgestritten werden.

Ein Blick auf diverse Vorfälle genügt:

Und dabei spielt es keine Rolle, wer gegen wen als erster vorging. Beide Lager tun es gleichermaßen:

Donald Trump - Wikipedia / Michael Vadon

Donald Trump – Wikipedia / Michael Vadon

Angesichts von soviel Hass und Gewalt, die sich rund um diesen Wahlkampf aufgebaut hat, scheint ein Gewaltausbruch am Tag der Wahl fast unausweichlich. Gerade weil sich auch die Frage stellt, ob die US-Amerikaner bzw. der jeweilige Unterstützerkreis die Wahl überhaupt akzeptieren werden:

Drei von vier [Befragten] sagen, dass sie das Vertrauen haben, dass es in den Vereinigten Staaten zu einer friedlichen Machtübertragung kommt, die die amerikanische Demokratie seit mehr als 200 Jahren geprägt hat, aber nur 40% sagen, dass sie “sehr zuversichtlich” sind.

Mehr als vier von zehn Trump-Anhängern sagen, dass sie die Legitimität von Clinton als Präsident nicht anerkennen werden, wenn sie [Clinton] siegt, weil sie [Trump-Anhänger] sagen, sie [Clinton] hätte nicht fair und anständig gewonnen.

Mehr als zwei Drittel der Trump-Wähler sagen, dass sie sich Sorgen machen, dass die Ergebnisse der Wahl manipuliert werden könnten. Im Gegensatz dazu sagen acht von zehn der Clinton-Wähler, dass das Ergebnis vertrauenswürdig ist, da fair und genau.

(Three of four say they have confidence that the United States will have the peaceful transfer of power that has marked American democracy for more than 200 years, but just 40% say they are “very confident” about that.

More than four in 10 of Trump supporters say they won’t recognize the legitimacy of Clinton as president, if she prevails, because they say she wouldn’t have won fair and square.

More than two-thirds of Trump voters say they worry the election returns could be manipulated. In contrast, eight in 10 of Clinton voters say the returns can be trusted to be fair and accurate.)

Wir werden sehen, ob der 8. November bzw. die Tage danach ruhig bleiben oder ob es in den USA zu Unruhen kommt. Angesichts von Aussagen wie der nachfolgenden, schwerlich vorstellbar:

“Seitdem die Umfragen damit begonnen haben, sich ziemlich stark in Richtung Hillary Clinton zu verschieben, habe ich viel mehr Munition gekauft”, sagt Rick Darling, 69, ein Ingenieur aus Harrison Township, eine der Vorstädte von Detroit, Michigan. In einem nachgelagerten Telefon-Interview nach der Befragung sagte der Trump-Unterstützer, er befürchte, dass die Progressiven nach der Wahl “das Kriegsrecht erklären und unsere Kanonen wegnehmen wollen”.

(“Since the polls are starting to shift quite a bit towards Hillary Clinton, I’ve been buying a lot more ammunition,” says Rick Darling, 69, an engineer from Harrison Township, in Michigan’s Detroit suburbs. In a follow-up phone interview after being surveyed, the Trump supporter said he fears progressives will want to “declare martial law and take our guns away” after the election.)

Divide et Impera at it’s best.

Dessen ungeachtet halte ich nach wie vor an meiner Prognose fest, dass Donald Trump als Sieger aus dem Wahlkampf hervorgehen wird.

Quellen:
Americans Preparing for Strong Possibility of Violence on Election Day
Election Day Safety Fears See Schools Cancel Classes or Move Polling Places
Poll: Clinton builds lead in divided nation worried about Election Day violence
A Continually Growing List of Violent Incidents at Trump Events
3 Things to Prepare for No Matter Which Candidate Wins the Election


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