Weltmeisterschaft, Brot und Spiele: Ab morgen kann der Politzirkus durchstarten

Morgen beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Braslien. Das sportliche Megaereignis, das eigentlich nichts anderes ist, wie die Sedierung der Bevölkerung durch Brot (Bier, Chips und Gegrilltes) und Spiele (Fußball). Ein Megaereignis, das von korrupten Funktionären meistbietend in Länder vergeben wird, die sich zumeist eine solche Austragung weder finanziell, noch von der Infrastruktur oder den benötigten Einrichtungen (Stadien, Flughäfen, Hotels usw.) leisten können. Letzte Paradebeispiele waren Südafrika mit der Weltmeisterschaft 2010 und die Ukraine mit der EM 2012.

Nun also Braslilien. Ein Land, das im sozialen Chaos unterzugehen droht. Ein Land, in dem die Menschen seit einem Jahr fast täglich auf die Straße gehen, um gegen Zwangsumsiedlungen wegen Stadienbauten oder Zubringerstraßen zu protestieren. Gegen die sozialen Missstände, die sich aufgrund der schamlosen Selbstbedienung der Regierung aus den Sozialtöpfen, um die finanziellen Belastungen durch die WM stemmen zu können, verschärft haben. Gegen zu hohe Kosten im öffentlichen Nahverkehr. Gegen die Ausbeutung des Amazonasgebiet durch multinationale Ölkonzerne. Und, und, und…

Dort findet also ab morgen die Fußballweltmeisterschaft statt. Statt denn zu erwartenden Protesten, die meiner Meinung nach durch brutale staatliche Gewalt unterdrückt werden sollen, werden wir überbezahlte “Fußballstars” über den Rasen laufen sehen und Bilder von “Friede, Freude, Eierkuchen” auf dem neuen Flachbildschirm präsentiert bekommen.

Bundestag - Bildquelle: Wikipedia / Jürgen Matern, www.juergen-matern.de

Bundestag – Bildquelle: Wikipedia / Jürgen Matern, www.juergen-matern.de

Knapp viereinhalb Wochen Spektakel auf die eine Gruppe besonders erwartungsvoll warten dürfte: Unsere Politdarsteller und Politclowns.

Bislang wurden zu jedem “fußballerischen” Großereignis irgendwelche Gesetzesvorlagen, -änderungen und Beschlüsse durch die ReGIERung beschlossen – vorbei an der Wahrnehmung der Bürger, die leider vollkommen fremdgesteuert durch Brot und Spiele die Welt neben dem Fußball für diese Zeit oftmals komlett ausblenden. Das Paradebeispiel war der Abstimmungstermin für den ESM und Fiskalpakt 2012, den man geschickt in die Zeit der Europameisterschaft legte.

Was also könnte unseren Politdarstellern in Berlin und auch in Brüssel in den nächsten vier Wochen zur Abstimmung vorgelegt werden? Eine kleine – natürlich unvollständige – Liste:

  • weitere finanzielle Hilfe für Griechenland in Milliardenhöhe
  • weitere vorbereitende Maßnahmen zur “Einbindung von Sparguthaben jedweder Form” zur Bankenrettung
  • PKW-Maut ohne versprochenen adäquaten finanziellen Augleich durch Herabsetzung der KfZ-Steuer
  • weitere Abgabe von Souveränitätsrechten nach Brüssel (vgl. hierzu Auflösung des Parlamentsvorbehalts bei Bundeswehreinsätzen)
  • Teilunterzeichnung “wichtiger Punkte” des “Freihandelsabkommen TTIP”
  • weitere finanzielle Unterstützung der Ukraine
  • Ernennung des neuen EU-Präsidenten – jedoch nicht Juncker oder Schulz, sondern eine dritte, den Machtzentren CoL und Wall Street genehmere Person wie Lagarde
  • Kürzungen von Sozialausgaben
  • zusätzliche Gelder für den BND zur Überwachung der sozialen Netze
  • weitergehende Fracking-Genehmigungen
  • Ausweitung von Militärbudgets im Zuge der selbst verursachten Krise in der Ukraine
  • weitere Auflösung des Schutz der Privatsphäre
  • Gesetze zum Zertifizierungszwang aller Unternehmen und Privatpersonen
  • usw. etc.

Man darf gespannt sein, was genau in diesen Tagen abseits der sedierten Bürger beschlossen und uns danach als alternativlos verkauft werden wird. Dass dabei für uns nichts Gutes herauskommen wird, kann man getrost als gegeben betrachten. Zu reizvoll ist die Zeit einer Fußballweltmeisterschaft für die ReGIERungen, um aktiv Beschlüsse oder Gesetze zu verabschieden, die ansonsten – selbst in unserer gleichgeschalteten Presse – kontrovers diskutiert und auf den Prüfstand gestellt werden würden.

Wir werden sehen, was Merkel und Schäuble in Petto für uns haben…


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