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Gastbeitrag: Hauptsache geschützt! Nur vor was?Lesezeit: 15 Minuten

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Arzt - Bildquelle: Pixabay / tungnguyen0905; Pixabay License

Arzt – Bildquelle: Pixabay / tungnguyen0905; Pixabay License

Vor dem Supermarkt

„Hauptsache, man ist geschützt!“, sagt eine sehr magere und zerbrechlich wirkende alte Frau mit Hörgerät zu einer anderen, wesentlich dickeren und kleineren alten Frau ohne Hörgerät. Die Magere stellt zuerst die Frage: „Wie geht’s denn?“. „Na ja, ein bisschen langweilig!“, meint die Korpulentere. Worauf die magere alte Frau mit Hörgerät, ich muss es noch mal sagen, „Hauptsache, man ist geschützt!“ erwidert.

Ich schiebe den Einkaufswagen in einen anderen Einkaufswagen. Die beiden Frauen stehen direkt an der Einkaufswagenbox. Ich ziehe den gelben Chip aus dem Schlitz. Ich wiederhole den Satz auf dem Weg zum Auto: „Hauptsache, man ist geschützt!“ Völlig egal, ob man dabei vor Langeweile kaputtgeht, denn die Hauptsache ist, man ist geschützt! Ich gehe über den Parkplatz, die meisten Leute tragen diese medizinische Maske. Meine hängt am Ohr. „Klinische Zeiten!“, denke ich. „Eine Zeit, in der wir uns alle schützen!“ Wieder frage ich mich im Auto, während ich den Anlasser drücke, „vor was schützen?“. Ich fahre rückwärts aus der Parklücke, blicke in Rückspiegel, Seitenspiegel, damit ich keinen über den Haufen fahre, womöglich ein Auto ramme. Ja, man muss auf der Hut sein, dass nichts passiert. Denn das wäre schlimm; es ist schlimm, wenn was passiert, denn es darf nichts passieren! Das Beste ist, überhaupt nichts passiert mehr, und wir treiben leblos in einer zugenagelten Kiste, Sarg genannt, auf dem stillen Ozean dahin.

Eingefrorene Zeit

Die Landschaft liegt in einem weißen Nebel. Weiß und blendend, weil die Vormittagssonne durch den Nebel hindurchscheint. In dem Nebel liegt ein Feld mit vertrockneten Sonnenblumen. Aus irgendeinem Grund hat man sie stehen gelassen. Ihre Köpfe hängen. Erinnern mich an vergessene Soldaten eines vergessenen Krieges. Soldaten, die in ihrer Bewegung eingefroren sind. Für mich spiegelt das eine zeitlose, grausame Geschichte, eine Geschichte, die keiner registriert.

Sie schützen uns in Grund und Boden

Alles soll und wird geschützt werden! Nur vor was? Wieder stellt sich mir die Frage, wovor genau schützen? Selbstverständlich meinten die Alten vor dem Supermarkt die Krankheit. Aber warum sollte man sich vor ihr schützen? Wahrscheinlich, weil man an ihr sterben kann. So wird es sein! Sie wollen nicht sterben. Das ist verständlich, man will nicht sterben. Ich will nicht sterben! Die wenigsten wollen es. Das sehe ich ein. Daher müssen wir uns schützen. Wir wollen nicht sterben! Schön und gut. Der Staat, die Regierung, die Wissenschaft, die Medizin, die Pharmaindustrie, die geopolitischen Finanzbosse, Big Media, sie alle wollen nicht, dass wir sterben! Sie wollen, dass wir leben! Sie meinen es gut mit uns (1)! Aber, Moment, sieht Leben nicht etwas anders aus? Und sterben kann man, wie mein Vater einmal pflegte zu sagen, auch an einer Pizza. Und zwar, wenn man auf dem Weg zur Pizzeria eine Straße überquert und den LKW übersieht.

Wer spuckt uns in die Gute-Laune-Suppe?

Ich trete auf das Gaspedal, drehe die Musik laut, höre „Enter Sandman“ von Metallica (2), denn ich will schnell fahren und Spaß haben. Schließlich macht Sex ungeschützt auch mehr Spaß! Aber, Moment, auch ich hänge hier ja an einem Sicherheitsgurt. Warum? Weil ich mich schützen muss oder will? Weil ich, kommt es zu einem Unfall, nicht sterben möchte? Immer geht es ums Nicht-sterben-Wollen! Dieser böse, böse Tod! Überall spuckt er einem in die Gute-Laune-Suppe! Aber ist es der Tod, der uns da hineinspuckt? Und sind diese vielen, vielen Schutzmaßnahmen wirklich schützend? Denn in erster Linie verderben sie uns jeden Spaß. Vergällen uns das Leben. Ich gebe zu, es gibt sinnvolle Schutzmaßnahmen. Die Sicherheitsbügel in einer Looping-Achterbahn zum Beispiel. Würden die nicht richtig funktionieren, man säße nicht lange in seinem Wägelchen, sondern flöge in hohem Bogen über den Jahrmarkt und würde irgendwo aufklatschen. Danach wäre man ein Fall für den Bestatter.

Mir kommt die Idee, dass es womöglich die Maßnahmen sind, die uns geradewegs und ohne Umschweife in die Arme des Sensenmanns treiben. Was für ein ketzerischer Gedanke! Schnell versuche ich, ihn abzuschütteln. Doch wie das mit den Gedanken so ist – einmal gedacht und schon kleben sie an einem wie eine hungrige Katze.

Auf dem Schoß des Papa-Schutz-Apparats

Aber was will dann der selbst ernannte Schutzapparat von mir? Will er mein Leben, meinen Tod, mein Geld oder einfach nichts oder alles? Oder weiß er nicht, was er will? Aber nein, selbstverständlich will er mich schützen! Gerade schützt er mich vor winzig kleinen, jedoch sehr bösen Dingen, die Viren genannt werden. Vor etwas, das schon immer da war. Wie seltsam.

Man könnte sagen, dass der Schutzapparat sich über die letzten Jahre immer mehr ausgeweitet hat. Seine Kontrolle, sein Einflussgebiet hat sich erweitert. In den 80ern sorgte er dafür, dass wir es nur mit Kondom trieben, und jetzt sorgt er dafür, dass wir uns alle impfen, testen, desinfizieren und es am besten nur noch mit Maske, Abstand und Kondom treiben.

Ich fahre durch ein kleines, nur aus drei, vier Straßen bestehendes Dorf, in dem Häuser leer stehen. Meistens wirkt es verlassen, und die Gestalten, die ich ab und zu hinter den Fenstern entdecke, könnten genauso gut bewegte Schatten sein. Aber es gibt eine gute Eisdiele, vor der in jedem Sommer viele Radfahrer und Wanderer stehen oder sitzen und an ihrem Eis lecken. Alles hat zwei Seiten. Auch ein Eis.

Peinliche Nebenwirkungen

Ich denke an einen kürzlich gelesenen Artikel, in dem es darum ging, das der Moderna-Impfstoff Spikevax nicht mehr an Menschen unter 30 Jahren geimpft werden soll. Der Grund: Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen (3). Menschen können ja bekanntlich an Herzerkrankungen sterben. Und so was will keiner. Warum? Weil man nicht sterben möchte und weil es das Ansehen des Pharmakonzerns schädigt. Insbesondere die Aktionäre sehen das nicht gerne. Und in der Tat hat die Aktie des Moderna-Konzerns am 4. November 2021 einen Knicks nach unten gemacht. Doch verdienen Menschen auch an einem Knicks nach unten. Dann stellt sich noch die Frage, ob Menschen, die ein anderes Vakzin erhalten, tatsächlich weniger gefährdet sind, sich ernsthafte Erkrankungen einzufangen. Worüber man heutzutage nicht zu laut nachdenken darf.

Selbstverständlich kann man die Rückholaktion des Impfstoffs als einen Akt der Güte interpretieren, schließlich will man uns wieder nur vor Impfstoffen, die uns den Hahn abdrehen, schützen. Das ist nett; für diejenigen allerdings, die bereits erkrankt und gestorben sind, kommt das zu spät. So ist das, wenn es schnell gehen muss.

Einmenschmenschheit

Ab und zu sehe ich Leute, die alleine in ihrem Auto sitzen und eine medizinische Maske tragen. Einen Vorteil haben diese Masken: Man merkt schnell, wenn man Mundgeruch hat, der bläst einem direkt in die Nase. Sicher habe ich mir mit den Masken in den letzten 12 Monaten mehr Keime eingefahren als in den letzten 12 Jahren zusammen. Aber wovor sich Leute mit Maske im Auto schützen, ist mir ein Rätsel. Vielleicht vor dem „Identifiziertwerden“ von der Polizei, wenn sie geblitzt werden? Das wäre ja noch vernünftig.

Seid Monaten frage ich mich, wie die Frau an der Kasse aussieht. Die Masken vernebeln mir den Blick und die Wahrnehmung. Ich merke das beim Einkaufen, ich merke, wie ich langsam den Halt an der Menschheit verliere. Meine Mitmenschen werden zu einer Art Einmenschmenschheit. Dabei verliert man zwangsläufig die Orientierung. Anderen geht es offensichtlich ähnlich. Kürzlich hat sich ein älterer Mann versehentlich meinen Einkaufswagen geschnappt und fuhr damit weg in der Annahme, seine Lebensmittel lägen darin. Ich erwischte ihn an der Fleischtheke und machte ihn darauf aufmerksam. Es war ihm peinlich. Er wirkte verwirrt, desorientiert. Was ich verstehe, schließlich werden wir gerade alle um unseren Verstand gebracht. Warum? Nun, weil man uns schützen will, darum! Ich konnte dem Mann dabei behilflich sein, seinen Wagen wiederzufinden.

Hinter den Masken herrscht Funkstille

Irgendwann wird keiner irgendwen erkennen noch ansprechen, grüßen noch sonst was. Dann sind wir alle super gut voreinander geschützt und isoliert. So schützen wir uns gegenseitig vor ketzerischen Ansichten. Dabei werden wir von Big Tech, den Geheimdiensten und ferngesteuerten Regierungen überwacht und gelenkt. Brav und gehorsam machen wir, was von uns verlangt wird. Und wenn von uns verlangt wird, dass wir uns in einen Sarg zum Sterben legen, dann machen wir das.

Während wir tun, was wir tun, tun müssen, werden wertvolle Informationen über uns gesammelt und gesammelt und gesammelt. Damit man uns noch besser fernsteuern und überwachen kann. Und so wird um uns herum ein identitätsleerer Puffer, der unendliche Zwischenraum, gesponnen. Wenn wir mit Personen interagieren wollen, dann bitte nur noch über soziale Netzwerke. Selbstverständlich dient alles nur zu unserem Schutz.

Ich muss an den Autor Samuel Beckett denken, der vor 70 Jahren einen Roman schrieb, „Der Namenlose“ (4). Er schreibt über eine Figur, die eine zu 100 Prozent egozentrische, gewissermaßen solipsistische (5), körperlose Existenz in einer Art Blumentopf fristet. Das klingt absurd, war es damals auch. Heute scheint das ein erstrebenswertes Ziel zu sein. Zumindest aus der Sicht unserer Beschützer.

Selbstverständlich besteht der perfekte Schutz darin, überhaupt keinen Kontakt mehr zu irgendjemandem zu haben. Denn der Mensch ist schließlich nur Wirt von tödlichen Krankheiten, dem man deshalb besser nicht zu nahe kommt. Man könnte meinen, der Planet Erde ist mittlerweile das größte Irrenhaus des Sonnensystems. Aber klar, es dient ja alles nur zu unserem Schutz!

Während also die Menschheit in das größte Selbstschutz-Irrenhausprogramm der Geschichte rast, rase ich um die Kurve und sehe schon den näherkommenden Kreisverkehr. Hinter dem Kreisverkehr geht es abwärts, in Richtung Tal. In Kürze werde ich mein Ziel erreichen. Bitte stellen Sie das Rauchen ein und stellen den Sitz aufrecht. Angeschnallt bin ich bereits. Ach ja, Rauchen ist ja verboten. Zum Schutz der Nichtraucher. Wahrscheinlich werden die zukünftigen „Smart-Autos“ einem das Rauchen im eigenen Smart-Auto verbieten. Bei Zuwiderhandeln senden dann die Smart-Autos Berichte an die Krankenkassen, damit die Beiträge erhöht werden. Very smarte Autos.

Sascha Lobo und GEZ-Medien schützen uns vor Falschismus

Sascha Lobo ist ein A-Blogger, das heißt, er beeinflusst mit seinen Texten eine Menge Leute. Unter anderem schreibt er jede Woche eine Kolumne auf *Spiegel Online*. Ab und zu lese ich eine, weil ich mich damit auf dem Laufenden halte über das, was uns blüht. Sascha Lobo ist nämlich ein beneidenswerter Mensch und ein Meinungsführer unserer Zeit. Er hat es zu etwas gebracht. Ein Blogger der ersten Stunde. Der Vorzeige-Schreiberling der Medienlandschaft. Ein eifriger Verfechter unserer gegenwärtigen Entwicklung. Allerdings geht ihm die Entwicklung in die totale, digitale und medizinische Überwachung nicht schnell genug. Daher schreibt er auch jede Woche seine Kolumne. Er schreibt, um die Entwicklung zu beschleunigen und um Falschisten eloquent aus dem Weg zu räumen. Offensichtlich ist er ein bisschen machthungrig.

Dennoch beneide ich ihn nicht wirklich, nur ein bisschen um seinen Haarschnitt und dass er es geschafft hat, sein Dasein in einen lukrativen Avatar zu transformieren. Liest man seine Kolumnen, so lautet der allgemeine Konsens: „Besser tun wir, was Sascha sagt, sonst geht’s bergab mit uns. Denn Sascha hat den totalen Durchblick!“

Er schützt uns vor Falschismus. Er schützt uns vor Irrationalität, vor falschen Ansichten, er zeigt uns den rechten Weg. Und falls wir alle draufgehen sollten, dann nur, weil wir nicht nach seiner Pfeife getanzt haben. Dann sind wir selbst schuld. Der Begriff Falschismus stammt übrigens aus einer seiner aktuellen Kolumnen (6).

Während ich den Nebel und das Tal hinter mir lasse, geht es mit dem 60-Euro-Lebensmitteleinkauf im Kofferraum den Berg in Richtung nach Hause hinauf. Einige Saatkrähen segeln still über die Tannenwipfel. Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Ich erkenne plötzlich, vor welcher Krankheit ich mich wirklich schützen muss.
Die Krankheit, vor der ich mich schützen muss, sind die Leute, die mich beschützen wollen. Die mich belächeln und in mir nichts als den dummen, einfältigen Menschen sehen, dem man besser keine Entscheidung überlassen soll. Die Krankheit heißt Penetranz, und die von ihr befallenen Menschen sind übergriffig, herablassend und ekelhaft besorgt, bevormundend und schauderhaft altklug. Sie wissen immer alles besser. Diese Krankheit ist es – und nicht das Virus –, die mich umbringt.

Sascha schützt mich vor Falschismus. Das mag jetzt etwas ungerecht rüberkommen, aber schließlich hat er den blöden Begriff zu verantworten. Der genaue Titel seiner Kolumne lautet: „Die falschistische Gefahr“. Offensichtlich war er von dieser Wortschöpfung so begeistert, dass er sie auf den drei Seiten seiner Kolumne 23-mal in die Tastatur hackte. Daher stammt übrigens der Begriff hacken. Vom Hacken im Sinne von „in die Tastatur hacken“. Ich vermute, er wollte damit jede Menge Aussagekraft in einem Wort zusammenfassen und gleichzeitig mit dem gesamten Zaun winken. „Seht her, sehr her, das ist ja alles irgendwie fa(l)schistisch!“ Was für ein Spinner.

Jedenfalls kreisen seine Gedanken um folgende Überlegung, ich zitiere: „Wenn Regierende irrationale Ängste zur Basis ihrer Entscheidungen machen, kann aus grobem Unfug eine gefährliche Realität werden. So etwa in Krefeld, wo die Maskenpflicht bei Kindern abgeschafft wurde.“ Und da Sascha im Grunde seines Herzens ein einfach gestrickter Mensch ist, muss man auch nicht lange in seinem Text suchen, was für ihn rational und was irrational, was gefährlich und was ungefährlich, was grober Unfug und was sinnvoll ist:

Denn wenn eine Mutter zu Karl-Joseph Laumann sagt: „Du musst jetzt die Masken abschaffen, du erstickst unsere Kinder“, dann ist das für Sascha selbstverständlich erstens irrational, zweitens gefährlich und drittens grober Unfug: „Durchschnittliche, gesunde Kinder ersticken nicht, wenn sie ein paar Stunden durch Masken atmen müssen“, sagt Sascha. Für einen digital affinen Menschen wie Sascha gibt es nämlich nur die Null und nur die Eins. Ein entweder Ersticken oder ein freies Atmen.

Darüber hinaus stellt sich natürlich die Frage, wer bestimmt überhaupt, welche Kinder durchschnittliche, gesunde Kinder sind? Und was passiert mit denen, die es zufällig nicht sind? Ist es für diese dann einfach Pech, wenn sie umfallen? Ist das ein zu tolerierender Kollateralschaden? Ich vermute, für Sascha Lobo ist das so.

Sascha Lobo und der grobe Unfug

Für Sascha Lobo ist alles irrational, gefährlich und grober Unfug, was seine Sicht auf die Welt, seine Vorstellung, wie das Leben gestrickt ist, infrage stellt. So einfach lässt sich Lebensführung austüfteln. Was nebenbei gesagt sehr praktisch sein kann, wenn man dafür gut bezahlt wird. Gut bezahlt, weil es zufällig in den Geschäftsplan einiger Konzerne und diverser Stiftungen passt. Zum Beispiel erhielt sein Auftraggeber, der *Spiegel*, erst kürzlich von der Gates Foundation eine Spende von 2,9 Millionen Euro. Ich finde das sehr großzügig.

Wer schützt mich vor …?
Und ich denke:
Wer schützt mich vor grobschlächtigen und korrupten Interessen? Vor skrupellosen Meinungsmachern?
Wer schützt mich vor Widersprüchen, die mir meinen Kopf so verdrehen, dass mir beinahe die Halswirbel aus den Ohren hinausschießen?
Widersprüche, wie sie in Saschas falschistischen Gefahren zum Ausdruck kommen, wenn er über so völlig unbegründete, esoterische und gleichzeitig legitime Ängste schreibt. Ich zitiere: „(…) die Angst vor grüner Gentechnik ist oft esoterisch, aber das Potenzial für Schindludertreiberei ist bei Gentechnik groß.“

Sascha? Was jetzt, ist die Angst vor grüner Gentechnik nun berechtigt oder nicht? Denn wenn in einem Gebiet sehr viel Schindluder getrieben wird, dann können die Ängste davor nicht gleichzeitig esoterisch sein. Es sei denn, du meint esoterisch im Sinne von „durch okkultistische, anthroposophische, metaphysische Lehren und Praktiken hervorgerufene Ängste“ und nicht die von dir verwendete, im Duden nicht existierenden Definition „eingebildet, irrational, sozusagen geschwurbelt“.

Zusammengefasst: Eine Angst kann nicht gleichzeitig berechtigt und unberechtigt sein. Solche Aussagen bringen einen um den Verstand, insbesondere wenn sie ernsthaft und beflissentlich dahergeschrieben sind. Derlei Aussagen lassen höchstens darauf schließen, wie es um den Verstand desjenigen bestellt ist, der sie von sich gibt.
Ein weitere Besonderheit seiner Schreiberei sind seine semantischen Hüpfer. Während er ausführlich von den gefährlichen Auswüchsen der Irrationalität spricht, springt er schneller von einem Thema zum anderen, als unser Kaninchen im Garten Haken schlägt, wenn die Katze hinter ihm her ist.

Innerhalb von zwei Kommas springt er von der „Maskenpflichtthematik“ zu Themen wie Homophobie, grüner Gentechnik, Multikulti und geschlechtergerechter Sprache. Angeblich alles Gebiete, in denen dieselben Falschisten Ängste zur Schau stellen, die wie bei der Maskenpflicht völlig irrational, gefährlich und grober Unfug sind.

Natürlich suggeriert er mit dieser erzwungenen Assoziation einen gewissen propagandistischen Effekt. Nichtsdestotrotz ist die Abwesenheit von Folgerichtigkeit ein Indikator – für was? Für Irrationalität, die äußerst gefährlich sein kann und die natürlich grober Unfug ist. Ja, wer schützt mich also vor A-Bloggern, die mit selbstherrlicher Miene ganz selbstverständlich den kältesten Irrsinn, den man sich vorstellen kann, in die Welt setzen können? Die Antwort lautet: niemand!

Meine Einkaufsfahrt bis zum Ende des Nebels

Zu Hause angekommen, stelle ich meine Einkaufstasche auf den Küchentisch und entdecke, dass der Sahnebecher ausgelaufen ist, weil die Kante einer Verpackung den Aludeckel durchstoßen hat. Das konnte er, weil die Tasche im Kofferraum umgefallen ist und weil ich ihn so ungeschickt hineingestellt habe. Das habe ich getan, weil ich zu viel gedacht und zu wenig geguckt habe, weil im Moment viel zu viel einfach doof ist. Und wer bitte schön schützt mich jetzt vor sensiblen Sahnebechern?

Quellen und Anmerkungen:
(1) https://www.swr.de/swr2/wissen/wir-muessen-die-wissenschaft-vor-angriffen-schuetzen-100.html
(2) https://www.youtube.com/watch?v=CD-E-LDc384
(3) https://www.swr.de/wissen/stiko-aendert-empfehlung-moderna-impfstoff-fuer-unter-30-jaehrige-100.html
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Namenlose
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Solipsismus
(6) https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/sascha-lobo-ueber-quatschargumente-die-falschistische-gefahr-a-297d94d7-a36b-4d39-ae4b-985437420a11
(7) https://www.youtube.com/watch?v=yFnLVfkfXA4

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Eine Antwort

  1. 7. Dezember 2021

    […] „Hauptsache, man ist geschützt!“, sagt eine sehr magere und zerbrechlich wirkende alte Frau mit Hörgerät zu einer anderen, wesentlich dickeren und kleineren alten Frau ohne Hörgerät. Die Magere stellt zuerst die Frage: „Wie geht’s denn?“. „Na ja, ein bisschen langweilig!“, meint die Korpulentere. Worauf die magere alte Frau mit Hörgerät, ich muss es noch mal sagen, „Hauptsache, man ist geschützt!“ erwidert. — Weiterlesen http://www.konjunktion.info/2021/12/gastbeitrag-hauptsache-geschuetzt-nur-vor-was/amp/ […]

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