Gastbeitrag: Anarchie als Lösung und Ziel – Für eine wirkliche Ordnung

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Auf den vorangegangenen Gastbeitrag „Weshalb Angst vor Anarchie? Hinterfragt Eure Aversion gegen Anarchie! – Aufruf zur breit getragenen, anarchistischen Revolte nach dem Vorbild, das die Chilenen aktuell liefern“ hat der geschätzte Leser Walze im Originalartikel auf Dudeweblog einen ausführlichen Kommentar eingereicht, der als Fortsetzung des letzten Artikels hier als (von der DWB-Redaktion minimal redigierter) Gastbeitrag erscheint.

Darin beschreibt er – nebst einem kurzen Blick in die Geschichte der Anarchie – noch ausführlicher und präziser, wieso die Anarchie die Lösung für eine wirkliche Ordnung – weltweit! – darstellt, und erklärt kurz und knackig den Aufbau einer anarchistischen Ordnung, damit diese als Ziel zum besten Wohle der Menschen dienen kann.


Die Anarchie ist genau das Gegenteil von dem, was man landläufig darunter versteht und was uns über die Propagandamaschine der Herrschenden andauernd eingetrichtert wird.

Sie ist nicht Chaos, sondern wirkliche Ordnung.

Sie ist Ordnung, die sich von unten nach oben, vom Einfachen zum Zusammengesetzten, wie ein lebender Organismus aufbaut und immer den Umständen und Bedürfnissen gemäß umformt. Von daher ist sie die Gesellschaftsordnung, die am meisten mit den Prinzipien der organischen Natur im Einklang steht.

Sie ist auch das genaue Gegenteil von dem von den internationalen Eliten angestrebten System, das oft als „Neue Weltordnung“ bezeichnet wird und welches die totale Zentralisierung und Kontrolle von allem und jedem sein wird.

Anarchie ist dahingegen die absolute Dezentralisierung: Die Selbstbestimmung und freie Entfaltung jedes Menschen und jeder Gruppe von Menschen auf der Basis wirtschaftlicher und sozialer Gleichheit, die erst durch die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und Warenansammlungen ermöglicht wird – also die Zerstörung aller wirtschaftlichen Monopole und das Wirtschaften in Gemeinschaft.

Anstatt von der Profit- und Machtgier einer kleinen Minderheit gesteuert zu werden, wird die Produktion in einer anarchistischen Gesellschaft durch die Bedürfnisse der Menschen bestimmt. Jeder Ort entscheidet daher über seine eigenen Belange selbst. Über regionale, nationale und internationale Belange wird durch Diskurs und Austausch zwischen den gleichberechtigten Mitgliedern regionaler, nationaler und internationaler freiwilliger Föderationen entschieden.

Der Staat als Kontroll- und Schutzmechanismus, als organisierte Gewalt der herrschenden, parasitären Ausbeuterklasse, muss zuallererst zerstört werden, um daraufhin jene Klasse enteignen zu können und alle sozialen Reichtümer wieder zum Gemeineigentum werden zu lassen.

Jeder Ort würde eine Föderation von Arbeiterassoziationen sein, welche jeweils durch alle Arbeiter des gleichen Berufs zusammengesetzt wären. Diese Arbeiterassoziationen bestimmen unter sich Delegierte, die für kurze Zeit als Sprachrohr der Assoziation dienen und sich mit den Delegierten der anderen Assoziationen austauschen, welche nach Rücksprache mit der jeweils eigenen Assoziation gegenseitige Vereinbarungen treffen. Jedes Mitglied einer Assoziation kann zum Delegierten gewählt werden. Diese können auch sofort von der Assoziation ihres Posten enthoben werden, sobald sie entgegen der Interessen der Assoziation handeln sollten. Dieses Föderations- und Delegiertensystem wäre dann auch dasselbe auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene – also der Zusammenschluss aller Städte und Gemeinden in regionalen Föderationen und diese wiederum in nationalen Föderationen usw., wobei die Zugehörigkeit zu den Föderationen freiwillig wäre.

Die Arbeiterassoziationen des gleichen Berufs wären ebenfalls untereinander auf den verschiedenen Ebenen föderiert und mit dem gleichen System könnte man auch alle anderen sozialen und kulturellen Belange organisieren.

Damit die Massen sich erheben und ein Volksaufstand stattfindet, der in der sozialen Revolution münden würde, muss Aufklärungsarbeit (Flugblätter, Plakate, Broschüren, Graffitis, im Internet, in Gewerkschaften, auf Demos, vor den Jobcentern) geleistet und Bewusstsein geschaffen werden.

Anstatt Forderungen an den Staat zu richten, welcher wie gesagt nur dem Schutz des Ausbeutungssystems dient, sind das Verbreiten von Ideen, tiefgründige Kritik und die direkte Aktion die angebrachten Handlungsformen. Der Schlaf, in denen sich die ausgebeuteten und unterdrückten Massen befinden, muss endlich beendet werden.

Früher war der Anarchismus eine weltweite Massenbewegung, die [basierend auf der grossartigen Arbeit von Vordenkern wie z.B. einem Pierre-Joseph Proudhon (Anm. DWB-Redaktion)] in den 1860er Jahren ihren Anfang nahm und bis in die 1930er Jahre existierte.

Heute besteht er oft nur als eine Art Missbildung, die den revolutionären Eifer der ursprünglichen, von Mikhail Bakunin und den anderen Antiautoritären in der ersten internationalen Arbeiterassoziation begonnenen Bewegung verloren haben und nur ein Anhängsel linker Politik sind.

Anarchismus ist weder links noch rechts, sondern die Zerstörung von Macht und Politik. Linke Anarchisten und Anarchomarxisten denken sie wären die Träger des heiligen Grals und nur ihre Auslegung von Anarchismus, die vor den Fehldeutungen des Pöbels beschützt werden muss, sei die Richtige.

Anarchisten wurden mehrmals von Marxisten diffamiert, verfolgt, gefoltert und umgebracht. Schon in der 1. IAA wurde Bakunin von Marx als russischer Spion diffamiert und von der Organisation ausgeschlossen.

Kurz nach der russischen Revolution von 1917 wurde die anarchistische
Region Machnowschtschina im Südosten der Ukraine, in der es für 4 Jahre weder Staat, noch Ausbeuter, noch sonstige Autoritäten gab, von den Bolschewisten als konterrevolutionär diffamiert und blutig niedergeschlagen. Genauso erging es dann auch den Bewohnern Kronstadts. Und im spanischen Bürgerkrieg wurden die Anarchosyndikalisten der CNT, die in manchen Regionen Spaniens für ein Jahr in einer funktionierenden Anarchie lebten, wiederum von der linken Regierung als Marionetten des Faschismus diffamiert, unterdrückt, verfolgt, gefoltert und getötet.

Wenn in Dummland und der Welt eine wirklich anarchistische Massenbewegung entstehen sollte, dann kann man gewiss sein, dass die internationalen Eliten faschistische und marxistische Gruppen auf uns hetzen und uns gnadenlos verfolgen werden.

Allen Interessierten lege ich nahe sich mal mit den Schriften von Mikhail Bakunin (Gott und der Staat; Föderalismus, Sozialismus, Antitheologismus; Philosophische Betrachtungen; Staatlichkeit und Anarchie), Piotr Kropotkin (Die Eroberung des Brotes; Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt; Der Staat und seine historische Rolle; Anarchistische Moral; Ethik Kapitel 1 und 2) oder Rudolf Rocker (Anarchosyndikalismus; Nationalismus und Kultur) zu beschäftigen.

Es wird Zeit sich zu vernetzen und auszutauschen.

Wollen wir morgen nicht auf einem zerstörten Planeten in einer totalüberwachten Sklaverei aufwachen, dann müssen wir jetzt handeln.

Der Anarchismus muss sich von seinen ideologischen Ketten befreien und wie ein Virus den Geist der Massen ergreifen. Hat er dort Fuss gefasst, ist die Entfesselung der Massen unaufhaltbar.

Die Massen brauchen Bewusstsein, Mut und Wut.

Lasst uns also zur Tat schreiten.

VIVA LA REVOLUCION SOCIAL!

Anregungen bitte im Originalbeitrag auf Dudeweblog in den Kommentaren oder direkt an den Autor via samenderfreiheit@riseup.net


Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
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