Panem et Circences: Zwei Tote beim Black Friday in den USA

Black Friday, Cyber Monday, Sale, Shopping, Battle usw. etc. pp.

Anglizismen allerorten und viele denken, dass man „cool und hipp“ sei, wenn man sich in einem Denglisch-Kauderwelsch „committed“. Leider übersetzen die Wenigsten die „englischen Fachausdrücke“ im Kopf ins Deutsche, denn ansonsten würden sie selber den oftmaligen Schwachsinn erkennen, den sie da von sich geben. Natürlich gibt es nicht immer deutsche Wörter für insbesondere technische Ausdrücke (Browser, Notebook o.ä. ), aber leider bleibt es nicht allein bei der Verhunzung unserer Sprache, sondern wir übernehmen auch immer mehr andere Dinge wie Halloween oder eben die oben erwähnten „Einkaufsorgien“ à la Black Friday.

Dabei artet gerade dieser Black Friday in den USA immer mehr aus, wenn sich unbeschreibliche Szenen vor den Einkaufszentren und Läden abspielen. Dieses mal kam es zu drei offiziell festgehaltenen Schießereien bei denen zwei Menschen ums Leben kamen, weil das Chaos und die Gier so groß waren. Die Daily Mall dazu:

Zwei Menschen wurden erschossen und zwei andere bei drei verschiedenen Zwischenfällen in New Jersey, Nevada und Tennessee verletzt als der Black Friday begann.

Ein Mann wurde tödlich getroffen und sein Bruder bei einer Schießerei außerhalb eines Macy’s in New Jersey am Freitag Morgen verwundet, während ein anderer in einem offensichtlichen Straßenstreit vor einem Walmart Parkplatz in Nevada am Donnerstag erschossen wurde.

Eine vierte Person erlitt einen Schusswunde am Donnerstag in einem Einkaufszentrum in Tennessee als die Käufer am frühen Black Friday Verkauf teilnahmen.

[…]

Ein 20-jähriger Mann aus Atlantic City wurde mehrmals getroffen und am Tatort als tot erklärt, während sein 26-jähriger Bruder aus Clayton ins Bein geschossen und in einem stabilen Zustand im AtlantiCare Regional Medical Center eingeliefert wurde.

Ein Käufer, der am Ort des Geschehens war und in den letzten zehn Jahren am Black Friday einkaufte, sagte, dass die Schießerei traurig sei, und fügte hinzu, dass der Black Friday „jetzt [immer] erschreckender“ wird.

(Two people were shot dead and two others were injured in three separate incidents in New Jersey, Nevada and Tennessee as Black Friday shopping kicked off.

A man was fatally shot and his brother was wounded in a shooting outside of a Macy’s in New Jersey on Friday morning while another was shot dead in an apparent road rage incident in a Walmart parking lot in Nevada on Thursday.

A fourth person suffered a gunshot wound on Thursday at a mall in Tennessee as shoppers were taking part in early Black Friday sales.

[…]

A 20-year-old Atlantic City man was shot multiple times and pronounced dead at the scene while his 26-year-old brother, from Clayton, was shot in the leg and listed in stable condition at AtlantiCare Regional Medical Center.

One shopper who was at the scene and has been coming out for Black Friday shopping for the last ten years said the shooting was sad, adding that Black Friday is „getting scary now“. )

Anscheinend sind die Leute bereit andere Menschen zu ermorden, wenn es um ein vermeintliches Schnäppchen geht – oder um den Platz in der Schlange oder um einen Parkplatz Nahe am Eingang. Die Werte in unserer Gesellschaft haben sich in den letzten Jahren durch anhaltende Propaganda und Gehirnwäsche so extrem verändert, dass es für die Gesellschaft an sich immer gefährlicher wird. Werte, ein Miteinander, Rücksicht und Hilfsbereitschaft sind nur noch Relikte vergangener Tage und haben für viele keine Bedeutung mehr. Stattdessen nimmt der Egoismus überhand und nur der eigene Vorteile ist relevant. Aber eine Gesellschaft, die die grundlegendsten Regeln außer Kraft setzt, ist zum Scheitern verurteilt.

Frei nach Panem et Circences scheint der Einkaufswahnsinn ein wichtiger Bestandteil der Konditionierung der Massen zu sein:

Wenn man sich die obigen Bilder zu Gemüte führt, muss es einem Angst und Bange werden, wenn man daran denkt wie die Massen bei einem Wirtschaftskollaps reagieren werden und es wirklich ums nackte Überleben geht…

Quellen:
Running of the Sheep 2016: Black Friday “Getting Scary Now” With 2 Shot Dead
Black Friday turns ugly as at least three people are shot dead including Good Samaritan trying to break up domestic in Walmart parking lot – as shoppers fight over everything from TVs to $1.60 towels


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12 Kommentare bei “Panem et Circences: Zwei Tote beim Black Friday in den USA

  1. Michael Schmitt
    28. November 2016 um 10:49

    Wenn ich 5 US$ sparen kann, was schert mich da ein Menschenleben? Die Politik, der MIT macht`s ja vor…

  2. Zwiebelcharlie
    28. November 2016 um 12:05

    Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Große Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren. – Edward L. Bernays

    Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppendenkens verstehen, wird es möglich sein, die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern. – Edward L. Bernays

  3. Nieder Gang
    28. November 2016 um 12:35

    Eric Wareheim’s Weird Satirical Short Film ‚Ham‘:
    https://www.youtube.com/watch?v=sJA3gQ6jmxc

  4. Kruxdie
    28. November 2016 um 15:23

    Ich bespreche mit einer guten Freundin öfter deutsche Worte für englische Ausdrücke. Für Browser schlägt sie Stöberer vor. Im Gespräch benutzen wir nicht Mail, sondern Netzbrief, eine Website ist ein Netzplatz. Weltnetz für Internet dürfte ja bekannt sein.

    Das war jetzt ein kleines Bißchen OT (jaja, auch wieder englisch, off topic, also am Thema vorbei auf Deutsch). Zu dem sog. Black Friday sah ich gestern ein kurzes Video. Dieses Geschehnis läßt mich doch etwas am Verstand der Beteiligten zweifeln…

    • Kruxdie
      28. November 2016 um 15:24

      Ach, habe ich gerade noch vergessen, daß wir (diese Freundin und ich) die alte Rechtschreibung benutzen, dürfte klar sein und mußte ich jetzt hier noch ergänzen.

      • 28. November 2016 um 17:33

        @Kruxdie:

        Chapeau! ;o)

        P.S.: Mir gefällt „Ebrief“ und „Internetz“ besser, aber der Kreativität sollten nie Grenzen auferlegt werden. Netzplatz guck ich mir von euch aber ab, wenn’s erlaubt ist. 🙂

  5. 28. November 2016 um 17:20

    Mal ungeachtet meiner vollsten Zustimmung zur Fatalität der Sprachverhunzung mit Anglizismen…

    Natürlich gibt es nicht immer deutsche Wörter für insbesondere technische Ausdrücke (Browser, Notebook o.ä.).

    Wieso sollte das so natürlich sein???
    Kreativität ist gefragt!

    Wie wär’s mit…
    – Browser = Internetprogramm
    – Notebook = Taschencomputer (weil Taschenrechner schon anderweitig belegt ist 😉 )
    Bin sicher, da gibt’s noch kreativere Lösungen.
    ;o)

    Indes es bei Halloween letztlendlich gar nicht um den Begriff geht, sondern um die Übernahme einer kulturellen Ami-Tradition, die hier in Europa völlig fehl am Platze ist. Den ganzen Biozombies, die sich Menschen schimpfen, fällt das aber natürlich nicht auf. 😀

    Aber abgesehen davon ist das ja toll, denn wenn sich diese Biozombies wie Barbaren benehmen, freut sich die Kabale, denn damit kann sie bei den Sheeples, ups Schäfchen mein ich, die beschleunigte Fertiginstallation des Totalitarismus rechtfertigen, und die Schäfchen finden’s sogar noch toll. In dem Sinne in Ogi’s Worten: Freude herrscht… 🙂

    …wenn man daran denkt wie die Massen bei einem Wirtschaftskollaps reagieren werden und es wirklich ums nackte Überleben geht…

    Ich kann’s kaum erwarten wie sich sich zu hungrigen Banden zusammenrotten und einander gegenseitig abschlachten. Das wird ein Freudentag!

    P.S.: https://dudeweblog.wordpress.com/2014/12/20/sprache-als-machtinstrument/

  6. Sindbad
    28. November 2016 um 17:21

    Ich mag auch keine Anglizismen, es passiert aber doch manchmal – ‚unbeabsichtigt‘ – daß ich sie auch verwende. Englisch ist ja meine Zweitsprache. Für Viele sind jedoch Anglizismen offensichtlich ein Ausdruck ihrer ‚Bildung‘, die in solchen Fällen auch dort endet. Was m.A.n. auch von der sog. Obrigkeit so gewollt ist.

    • Zwiebelcharlie
      29. November 2016 um 12:05

      Wenn so ein „Hoch-Gebildeter“ mich persönlich mit deutschen bzw. anderssprachigen Fremdwörtern bewirft, entgegne ich denen sehr oft: „Das tangiert mich rektal !“ 😉

  7. 29. November 2016 um 10:13

    Tritt man aus dem alltäglichen Trott mal einen Schritt beiseite, wird es vielleicht deutlicher: An „Halloween“ werden die Dämonen gefeiert, die sich immer mehr in den Seelen der Masse breitmachen. In den Medien werden vormals aus gutem Grund verpönte Begriffe wie „Erfolgsgier“, „Besessenheit“ oder „extrem“ salonfähig. Eine „Umwertung aller Werte“ führt nun zu „guten“ Vampiren, netten Drachen und bösen Rittern, die ihn töten wollen. Hexen sind positiv besetzt und esoterisches New Age-Gedankengut in jedem Bahnhofsbuchhandel zu finden.

    Erfolg um seiner selbst willen wird ebenso wie Gott Mammon offen angebetet, der sog. „Black Friday“ ist sein Feiertag. Und diesem „Gott“ werden schon Menschenopfer gebracht. Die Grenzen zwischen akzeptablem und nicht akzeptablem Verhalten verschwimmen, vormals klar definierte Regelverstöße bleiben plötzlich ungeahndet. Wenn selbst der Papst moralische Normen offen relativiert und seine Aftervasallen hymnisch mit ihm die „Grautöne des Lebens“ preisen, verschwimmen die klaren Umrisse „was man tut und was nicht“ immer mehr. Wenn alles relativ ist, hat nur noch das eigene jämmerliche Ego als eigener Richter Bestand, seiner eigenen Jämmerlichkeit bewußt, bläht es sich unziemlich auf. Die eigene begrenzte Erkenntnisfähigkeit wird zum stolzgeblähten ultimativen Maßstab, verblendet erkennt die Masse nicht, dass sie nach Strich und Faden manipulierbar ist.
    „Non serviam!“.
    Ein konditionierter Massenmensch, der nicht dienen, sondern nur seinen luziferischen Stolz befriedigen will, erkennt in jeden anderen nur den Konkurrenten oder gleich den Feind.

    Egoismus gab es sicherlich zu allen Zeiten, eine derart flächendeckende Egomanie wie derzeit wohl noch nicht. Bei den kommenden Generationen (also denen, die nicht verhütet oder abgetrieben wurden), welchen nicht aus intakten Familien mit mehreren Generationen ( samt Gedächtnis- und Informationsweitergabe) stammen, sondern aus zerrütteten Strukturen oder von Alleinerziehenden, bereits als „U3“-Kindergartenkind als Massenmensch sozialisiert, wird die eklatante soziale und fachliche Inkompetenz wohl nur noch durch ihre exorbitante Selbstüberschätzung übertroffen. Bereits jetzt sind die meisten Jugendlichen ohne Handy schlicht hilflos, leichte Beute für die Rattenfänger. Wer „sich selber zu begrenzen vermag“, seine Begierden zügelt und reflektiert, wer Qualität der Quantität vorzieht, ist aus politischem und ökonomischem Blickwinkel schon beinahe Staatsfeind…

  8. Mitteldeutscher
    30. November 2016 um 10:16

    Diese Verdenglischung hasse ich auch wie die Grippe (Pest kenne ich nicht), dieser Artikel wäre doch ein Anlass sich auf die Suche oder Entwicklung von deutschen Begriffen zu machen!? Ich hätte da z.B. Notebook = Tragrechner oder Handy (igitt) = Taschentelefon. Hört sich zwar gewöhnungsbedürftig an, aber ich ärgere damit schon mal den Einen oder Anderen.

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