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Gesellschaftskritik: Ist Gewalt die Norm?Lesezeit: 6 Minuten

Nachfolgender Screenshot der internationalen Inhalte von Google News wurde heute von mir um 11:09 Uhr gemacht:

Google News am 2. Juli 2014 um 11 Uhr - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Google News

Google News am 2. Juli 2014 um 11 Uhr – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Google News

Man möchte schier in die Welt hinaus schreien, ob es noch etwas anderes als Gewalt, Mord, Totschlag und Machtansprüche gibt. Mir ist durchaus bewusst, dass dieser Screenshot nur eine Momentaufnahme ist. Doch glaubt irgend jemand ernsthaft daran, dass sich die Schlagzeilen in den nächsten Stunden, Tagen oder Monaten in eine positivere, friedlichere Richtung verwandeln? Ich nicht…

Das was uns die Übersicht von Google News heute um 11:09 Uhr geliefert hat, ist in meinen Augen die Schnittmenge unseres Gesellschaftssystem, das auf Ausbeutung, Konkurrenzdenken, Ellenbogenmentalität und ein bewusst gesteuertes Gegeneinanderausspielen beruht. Nicht erst seit den gefakten Aufständen in Libyen oder Syrien, die vom Westen wieder en vogue gemachte Demonisierung Russlands und der Beurteilung Putins als den neuen Hitler oder dem jetzt ausgerufenen Kalifenstaat der IS/ISIS/ISIL; nein, im Grunde genommen hat sich nach den

  • a. bewusst von der US-ReGIERung zugelassenen,
  • b. selbst von der US-ReGIERung durchgeführten,
  • c. gemeinsam von den Attentätern und der US-REGIERung durchgeführten oder
  • d. nur durch die offziell genannten Attentäter ausgeführten

(jeder mag sich die ihm genehme Variante aussuchen, ich präferiere Variante c) Anschlägen am 11. September 2001 die Welt auf eine neue Stufe der Gewalt begeben. Nicht, dass vorher alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen wäre, aber nach dem Fall der drei Türme in New York wurde die Welt durch die USA und ihren Erfüllungsgehilfen zu einem Ort voller Hass, Angst, Überwachung, Gängelung, Spionage, Misstrauen, Gewalt und Kriegen.

Joachim Gauck - Bildquelle: Wikipedia / J. Patrick Fischer

Joachim Gauck – Bildquelle: Wikipedia / J. Patrick Fischer

Wenn ich Aussagen eines “Bundespräsidenten” Joachim Gauck wie

[…] den Einsatz militärischer Mittel nicht von vornherein zu verwerfen.

lese oder höre, der dazu noch vorgibt in meinem Namen zu sprechen, frage ich mich, ob jener Ex-Pfarrer und Mitglied der Atlantikbrücke nicht auf Geheiß elitärer Kreise solchen absurden Schwachsinn von sich gibt und nicht besser seines Amtes enthoben gehört. Dass parallel Propagandablätter wie die BILD solche Äußerungen und die berechtigte Kritik daran in eine Diffamierung derjenigen, die sich genau jene Fragen stellen, abgleiten lassen und sich nicht mit den Äußerungen an sich und deren Tragweite befassen, verwundert angesichts des Niveaus unserer heutigen gleichgeschalteten Medien nicht. Es verdeutlicht nur, dass die vermeintliche politische Oberschicht in Personen eines Herrn Gaucks oder einer Frau Merkel jedwede Bodenhaftung mit der eigenen Bevölkerung verloren haben. Denn dort sind die Meinungen zu einer “Ausweitung der deutschen Beteiligung an Militäreinsätzen” oder zur “deutschen Haltung gegenüber Russland” diametral entgegengesetzt zu der veröffentlichten.

Für einen Gauck oder einen Obama ist es natürlich immer leicht andere Leute Kinder in einen Krieg zu schicken, der nur den eigenen bzw. den auftraggebenden Eliten dient. Es erinnert fatal an die Sichtweise vieler Onkologen, die an sich oder an Verwandten niemals Chemotherapien, Bestrahlungen oder eine Mischform daraus durchführen lassen würden. Solange es jemand anderes ist, kann man ja große Reden schwingen. Wenn es aber einen selbst betrifft, wird gleich ein ganz anderer Schuh daraus, wie auch das Beispiel des Vorstandsvorsitzenden Rex Tillerson von Exxon Mobil Corp. (größter Schiefergasproduzent in den USA), einem klassischen NIMBY (not in my backyard [nicht im meinem Hinterhof]), zeigt:

Tillerson is a big fan of hydraulic fracturing for oil and natural gas, unless it’s potentially undermining the property value of his Texas ranch.
(Tillerson ist ein großer Fan des Öl- und Gasfrackings, es sei denn es untergräbt möglicherweise den Wert seiner Ranch in Texas.)

Gauck und Tillerson bezeugen schön die Doppelmoral unserer heutigen “Führungseliten” auf. Solange es andere trifft und ihnen nützt, stimmen sie jeder Sauerei zu und unterstütze jede noch so undemokratische Entscheidung. Doch sobald es sie selbst oder nahe stehende Verwandte angeht, wird sich der Meinung der ansonsten Betroffenen angeschlossen. Da ist das Hemd dann eben doch näher als die Hose…

Doch zurück zum eigentlichen Titel des Artikels und der darin gestellten Frage.

Stop Violence - Bildquelle: Wikipedia / Department of Foreign Affairs and Trade

Stop Violence – Bildquelle: Wikipedia / Department of Foreign Affairs and Trade

Ist es wirklich so, dass Gewalt, dessen exzessive Darstellung in den Medien und die tagtägliche Penetration damit zur Norm, zum Alltag geworden ist? Man kann sich dem Bauchgefühl nicht entziehen, dass mit jener exzessiven Darstellung und auch Vermarktung von Gewalt – vom abendlichen Mord in diversen Krimiserien, von den Ego-Shootern, bis hin zur täglichen “deutschen Geschichtsstunde” in diversen Spartenkanälen – auch die Akzeptanz von Gewalt als Lösungsansatz bei Konflikten gesteigert werden soll. Nicht Diplomatie, Gespräche, ein Miteinander und ein gemeinsames Ringen um Lösungen sind die Mittel der Wahl unserer Politdarsteller, sondern vielmehr der Einsatz des Militärs und die damit zwangsweise entstehende Gewalt in selbst geschaffenen Krisengebieten.

Divide et impera – herrsche und teile. Oder auch die Hegelsche Dialektik von These, Antithese und Synthese. Beides eigentlich alte Strategien und Vorgehensweisen, die auch heute noch verfangen und in meinen Augen Gewalt als Alltagsgut verklären. Denn wie sagte weiland der Begründer der modernen Public Relation, Edward L. Bernays, in seinem Buch Propaganda:

Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land.

Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken. Doch das ist nicht überraschend, dieser Zustand ist nur eine logische Folge der Struktur unserer Demokratie: Wenn viele Menschen möglichst reibungslos in einer Gesellschaft zusammenleben sollen, sind Steuerungsprozesse dieser Art unumgänglich.

Die unsichtbaren Herrscher kennen sich auch untereinander meist nicht mit Namen. Die Mitglieder des Schattenkabinetts regieren uns wegen ihrer angeborenen Führungsqualitäten, ihrer Fähigkeit, der Gesellschaft dringend benötigte Impulse zu geben, und aufgrund der Schlüsselpositionen, die sie in der Gesellschaft einnehmen. Ob es uns gefällt oder nicht, Tatsache ist, dass wir in fast allen Aspekten des täglichen Lebens, ob in Wirtschaft oder Politik, unserem Sozialverhalten oder unseren ethischen Einstellungen, von einer (angesichts von 120 Millionen US-Bürgern) relativ kleinen Gruppe Menschen abhängig sind, die die meisten Abläufe und gesellschaftlichen Dynamiken von Massen verstehen. Sie steuern die öffentliche Meinung, stärken alte gesellschaftliche Kräfte und bedenken neue Wege, um die Welt zusammenzuhalten und zu führen.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Quellen:
5 Gründe, warum die Linken Gauck so hassen
Wikipedia – Joachim Gauck
Exxon CEO on Fracking: Not in my Backyard!
Wikipedia – Propaganda (Buch)

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