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Arbeitswelt: Künstliche Intelligenz und Roboterisierung als Jobkiller?Lesezeit: 6 Minuten

Künstliche Intelligenz - Bildquelle: Pixabay / geralt; Pixabay License

Künstliche Intelligenz – Bildquelle: Pixabay / geralt; Pixabay License

Die Themen Künstliche Intelligenz (KI) und Roboterisierung nehmen immer mehr Raum in unserer Gesellschaft ein. Dabei wird gerne verdrängt, dass diese jeden Tag mehr Arbeitsplätze obsolet machen – gerade weil diese Hightech-Entwicklung kein schnelles Ende nehmen wird. Irgendwann könnten wir an einen Punkt gelangen, an dem KI und Roboter praktisch alles viel effizienter und kostengünstiger erledigen können als Menschen. Was wird dann aber mit der großen Mehrheit der menschlichen Bevölkerung geschehen, wenn ihre Arbeitskraft nicht mehr gebraucht wird? Wird man einen Weg finden, mit den “unnützen Essern”, die vom Establishment als “unbedeutend” betrachtet werden, umzugehen? Wird man sie mittels eines Universellen Grundeinkommens “ruhig stellen” bzw. versuchen dies zu erreichen? Seit Jahren werden wir gewarnt, dass KI und Roboter die Arbeitswelt revolutionieren würden, und es scheint, dass dieser Tag nun gekommen ist.

Amazon beispielsweise setzt schon seit Jahren verschiedene Arten von einfachen Robotern ein, um bestimmte Aufgaben zu erledigen, und jetzt werden hochentwickelte humanoide Roboter direkt neben normalen menschlichen Arbeitern eingesetzt:

Amazon hat vor kurzem mit der Erprobung eines neuen Roboters in seinen Lagerhallen begonnen – das ist Digit, ein humanoider zweibeiniger Roboter mit türkisfarbenem Oberkörper und lachenden Augen.

Digit wurde von Agility Robotics entwickelt, in das Amazon im Rahmen seines Industrial Innovation Fund investiert hat, und ist nur der jüngste in einer Reihe von Lagerrobotern, die das Unternehmen in den letzten Jahren eingeführt hat. Die meisten der anderen Lagerroboter haben jedoch die Form eines Wagens oder Roboterarms und sind nicht humanoid wie Digit.

Der Betrieb von Digit kostet derzeit etwa 10 bis 12 US-Dollar pro Stunde, basierend auf seinem Preis und seiner Lebensdauer. Das Unternehmen geht jedoch davon aus, dass diese Kosten mit zunehmender Produktion auf 2 bis 3 US-Dollar pro Stunde zuzüglich der Gemeinkosten für die Software sinken werden, sagte Damion Shelton, CEO von Agility Robotics, gegenüber Bloomberg.

(Amazon recently began testing a new robot in its warehouse operations — meet Digit, a humanoid bipedal robot with a turquoise torso and smiley eyes.

Designed by Agility Robotics, which Amazon has invested in as part of its Industrial Innovation Fund, Digit is only the latest of a string of warehouse robots the company has introduced over the last several years. However, most of the other warehouse robots have been cart-shaped or robotic arms, not humanoid like Digit.

Digit costs about $10 to $12 an hour to operate right now, based on its price and lifespan, but the company predicts that cost to drop to $2 to $3 an hour plus overhead software costs as production ramps up, Agility Robotics CEO Damion Shelton told Bloomberg.)

Wie sollen da Menschen mithalten? Kein menschlicher Arbeiter wird für “2 bis 3 US-Dollar pro Stunde” arbeiten (können).

Außerdem brauchen Roboter keine Pausen, sie werden nicht krank, sie beschweren sich nicht und sie bestehlen das Unternehmen nicht. Sie können mehr oder weniger 24/7 arbeiten und haben keinen Urlaubsanspruch. Dabei wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren nur noch verstärken. Schon jetzt gibt es ein McDonald’s-Restaurant in den USA, das fast ausschließlich von Robotern betrieben wird und zeigt was technisch möglich ist:

Sie denken vielleicht, dass Roboter Ihren Arbeitsplatz in nächster Zeit nicht übernehmen werden, weil Sie einen Angestelltenjob haben, der ein hohes Maß an Intelligenz oder Transferleistung erfordert. Wenn Sie ein Angestellter sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihr derzeitiger Arbeitsplatz eines Tages durch Künstliche Intelligenz “überflüssig” gemacht wird. Ein Umstand, den sich gerade die Erfüllungsgehilfen des aktuellen System (wie Journalisten oder Beamte) bewusst machen sollten. Sie werden dann nicht mehr gebraucht, obwohl die jetzt so dienlich sind.

Goldman Sachs geht davon aus, dass KI in den kommenden Jahren bis zu 300 Millionen Vollzeitarbeitsplätze ersetzen könnte, und die meisten davon werden Angestelltenjobs sein:

Bis zu 300 Millionen Vollzeitarbeitsplätze auf der ganzen Welt könnten durch die neueste Welle der künstlichen Intelligenz, die Plattformen wie ChatGPT hervorgebracht hat, in irgendeiner Weise automatisiert werden, so die Wirtschaftswissenschaftler von Goldman Sachs.

In einem Bericht vom Sonntag sagten sie voraus, dass weltweit 18% der Arbeit computerisiert werden könnte, wobei die Auswirkungen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften stärker zu spüren sind als in den Schwellenländern.

Das liegt zum Teil daran, dass Angestellte als stärker gefährdet gelten als Arbeiter. Verwaltungsangestellte und Anwälte dürften am stärksten betroffen sein, so die Ökonomen, während die Auswirkungen auf körperlich anstrengende oder im Freien ausgeübte Berufe wie Bau- und Reparaturarbeiten “gering” seien.

(As many as 300 million full-time jobs around the world could be automated in some way by the newest wave of artificial intelligence that has spawned platforms like ChatGPT, according to Goldman Sachs economists.

They predicted in a report Sunday that 18% of work globally could be computerized, with the effects felt more deeply in advanced economies than emerging markets.

That’s partly because white-collar workers are seen to be more at risk than manual laborers. Administrative workers and lawyers are expected to be most affected, the economists said, compared to the “little effect” seen on physically demanding or outdoor occupations, such as construction and repair work.)

Wie werden die Menschen Ihren Lebensunterhalt zukünftig verdienen, wenn KI und Roboter fast alles besser und billiger machen? Es steht zu befürchten, dass in den kommenden Jahren eine große Zahl von Arbeitsplätzen verloren gehen wird. Und bislang scheint diese Tatsache in der Gesellschaft noch nicht angekommen zu sein bzw. negiert zu werden.

Update (12 Uhr, 10. Januar 2024) – Anbei ein Leserkommentar, der mich per Mail erreicht hat und den ich gerne an diesen Artikel anfüge:

Hallo,

als Informatiker kann ich Ihnen versichern, dass AI/KI nur Prozesse ersetzen können wird, die vollständig abgebildet werden können. Selbst ein normaler Produktionsprozess ist nicht vollständig abbildbar, weil nicht alle Ereignisse (Ausfälle, Reparaturen, externe nicht durch den Prozess abgebildete Events) und Rohstoffverfügbarkeiten vorhersehbar sind. Der Glaube, dass KI alles richten wird ist daher ein absoluter Trugschluss, da ein solch komplexes Szenario zu entwickeln (und zu trainieren) dermaßen viel Energie nutzlos verbrauchen wird, wie ein Relais-Zuse-Computer der ersten Generation mit der Kapazität heutiger Clustercomputer es würde. Es ist sinnlos, das mit dem Aufwand weiter verfolgen zu wollen. Da wäre es wohl besser und einfacher alle Milliardäre in USA würden herangezogen um das US-Defizit von 35.000.000.000.000 Dollar auszugleichen.

Ich betrachte den KI-Hype so wie den Wasserstoff-Hype oder den Quantencomputer-Hype, als eine reine Propaganda Blase mit nur unwesentlichen Auswirkungen, weil die erforderlichen Mittel so gigantisch sind, dass ein ROI (Return of Investment) und ein Funktionieren dieses Modells nur in den Sternen steht, aber praktisch niemals umzusetzen sein wird.

Die aktuelle KI-Kampagne ist m.E. nur die Propaganda-Unterbauung für die zur Zeit erfolgende massive Kappung bei den Löhnen für menschliche Arbeitskräfte, d.h. die Rezession kombiniert mit hoher Inflation unter gleichbleibenden Lohnzahlungen. Die Großunternehmen schaffen sich dadurch selbst ab und verkrüppeln ihre zukünftigen Möglichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen

J.

Quellen:
What Is Going To Happen To Our Society As AI And Robots Take Most Of Our Jobs?
Amazon’s humanoid warehouse robots will eventually cost only $3 per hour to operate. That won’t calm workers’ fears of being replaced.
Inside McDonald’s First Robotic Restaurant | The Future of Fast Food
300 million jobs could be affected by latest wave of AI, says Goldman Sachs

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Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
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