

Burrito – Bildquelle: Pixabay / rafasuarezfoto; Pixabay License
Schon einmal von der „Großen Burrito-Debatte (The Great Burrito-Debate)“ gehört, die gerade in den USA geführt wurde? Nein? Dann sollten sie weiterlesen, denn die „Große Burrito-Debatte“ ist ein Spiegelbild dessen, was uns auch in Europa betrifft.
Im Internet tobt gerade eine der wichtigsten Debatten in der Geschichte des konservativen Diskurses, bei der die Fronten tief gespalten sind und Lösungen rar oder gar nicht vorhanden waren. Diese Debatte blieb vom Rest der (Mainstream-)Öffentlichkeit in den USA weitgehend unbemerkt, betrifft jedoch die tiefsten Grundlagen der wirtschaftlichen Zukunft des Westens.
Vielleicht übertreibe ich ein wenig, was die Bedeutung dieser Debatte angeht, aber ich denke tatsächlich, dass dieser Konflikt den Kern der Sorgen der Menschen über das Inflationsproblem (hier am Beispiel der USA) trifft. Nicht nur das, er deckt auch viele Missverständnisse auf, die die Menschen darüber haben, was Inflation ist, was sie verursacht und wer dafür verantwortlich ist.
Die Burrito-Debatte begann als ehrliche Diskussion über die Krise der US-Lebenshaltungskosten und endete irgendwie in einem Ansturm auf die konservativen Umgangsformen im wirtschaftlichen Diskurs. Viele konservative und libertäre Kommentatoren mischten sich in die Debatte ein, obwohl die überwiegende Mehrheit von ihnen nur über minimale wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse verfügt, was meiner Meinung nach mehr Verwirrung als Klarheit in die Angelegenheit brachte.
Nach bald zwei Jahrzehnten makroökonomischer Analyse (und der Vorhersage der Stagflationskrise lange vor den „Experten“ der Ivy-League-Universitäten) erlaube ich es mir, meine eigene Perspektive dazu einzubringen.
Denken Sie bitte bei den nachfolgenden Ausführungen daran: Wir aus dem Bereich der alternativen Wirtschaftswissenschaften mussten gegen die Lügen der Regierungen sowie gegen etablierte Ökonomen wie Paul Krugman und Vertreter der Federal Reserve wie Janet Yellen oder der EZB ankämpfen, nur um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass die Inflation bereits da war und dass sie NICHT „vorübergehend“ war.
Letztendlich ließen sich die Kontostände und monatlichen Rechnungen aller nicht leugnen, und die „Verantwortung“ dafür wurde im Wechsel Russland, dem illegalen Krieg im Nahen Osten oder etwas zurück liegend der Plandemie gegeben. Aber eine Frage blieb bei allen „Erklärversuchen“ unbeantwortet:
Wer hat wirklich die Macht, die Inflation zu beenden?
Viele werden sagen: Trump hat den Umfang des US-Staatsapparats um rund 12% reduziert, was angesichts des massiven rechtlichen Widerstands, der ihm in den Weg gestellt wurde, eine ordentliche Leistung ist. Aber er hat nur in Bereichen die Axt angelegt, die vom System nicht mehr benötigt werden, weil sie ihre „Schuldigkeit“ getan hatten und er hat die US-Staatsausgaben NICHT gesenkt; diese liegen derzeit um 3% höher als unter Biden.
Ein Problem ist, dass 60% aller US-Bundesausgaben zwingend vorgeschrieben sind. Laut Gesetz werden die Ausgaben für Programme wie die Sozialversicherung, Medicare, Medicaid usw. an die Inflation angepasst, und Trump kann daran kaum etwas ändern. Hinzu kommen die steigenden Zinsen für die Schuldentilgung, die von der Federal Reserve und nicht vom US-Präsidenten kontrolliert werden. Trumps Kürzungen konzentrierten sich ausschließlich auf die diskretionären Ausgaben, beispielsweise bei Institutionen wie USAID, und selbst diese Maßnahmen wurden wiederholt von aktivistischen Richtern ausgebremst.
Trump hat versucht, die Bürokratie zu umgehen, indem er Zölle als Gegenmaßnahme zum Schuldenproblem verhängte, doch erneut haben sich aktivistische Richter eingemischt. Die Behauptung, Zölle würden „Inflation verursachen“, ist schlichtweg falsch – und ich bin wahrlich kein Fan Trumps, aber dieser Umstand gehört auch zur Wahrheit dazu. Der Beitrag der Zölle zum US-Verbraucherpreisindex ist vernachlässigbar (etwa 0,5 Prozentpunkte). Die Medien (und einige Libertäre) behaupten weiterhin fälschlicherweise, Zölle seien ein Problem.
Hier liegt meiner Meinung nach die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Öffentlichkeit und der tatsächlichen Lage, und das schließt auch finanzpolitische Konservative ein, die glauben, sie würden Trump in Bezug auf die US-Schulden „unter Druck setzen“. Der US-Präsident ist nicht allmächtig und hat nur sehr wenig Einfluss auf die Richtung der US-Wirtschaft. Er ist Empfehlsempfänger und Frontdarsteller. Denn würde er alle Kürzungen vornehmen, die diese Leute fordern, müsste er zum Diktator werden und dies mit Gewalt durchsetzen.
Das heißt, sie können nicht beides haben. Entweder verfolgt der US-Präsident einen verfassungsmäßigen, zurückhaltenden Ansatz in Bezug auf die Wirtschaft und die Staatsausgaben, oder er geht voll und ganz den Weg eines Francisco Franco, erklärt sich selbst zum obersten Führer und beginnt, große Teile des Staates abzubauen (der spanische „Stabilisierungsplan“ von 1959, nicht der Preisregulierungsplan von 1939, der letztendlich scheiterte).
Nur so können solche politischen Maßnahmen in den USA umgesetzt werden, denn der Kongress wird keinen Finger rühren. Die Hauptaufgabe des Kongresses besteht darin, den Status quo aufrechtzuerhalten, nicht darin, Lösungen zu beschließen.
Der Grund, warum eine Finanzreform unmöglich ist, liegt darin, dass eine moderne Regierung darauf ausgelegt ist, sich selbst zu erhalten; sie ist darauf ausgelegt, ewig zu wachsen. Dies wird durch die Bürokratie erreicht, die die WIRKLICHE Machtbasis innerhalb der westlichen Politik darstellt. Die meisten Menschen verstehen nicht, dass politische Führer kommen und gehen, die Bürokratie jedoch ewig besteht und es keine Amtszeitbeschränkungen gibt.
Die sozialistischen Nettoempfänger innerhalb dieser Strukturen kontrollieren die Richtung eines Landes und der Wirtschaft (dazu gehört auch die Zentralbank). Wenn sie auf echte politische Opposition stoßen, verzögern sie einfach, behindern den Prozess und warten darauf, dass die betreffende Partei oder der betreffende Politiker aus dem Amt scheidet. Ein Politiker, der wirklich außerhalb des Systems steht (den es aus meiner Sicht nie geben kann und wird), hat zum Beispiel nur vier Jahre Zeit, um ein System wieder auf Kurs zu bringen, das seit Jahrzehnten auf dem falschen Weg ist. Ohne mit harter Hand durchzugreifen, wird das nicht gelingen.
Das bringt uns zurück zur Eingangs erwähnten „Burrito-Debatte“ und zur Frage der Inflation im Vergleich zu den Erwartungen der Öffentlichkeit. Die Debatte begann mit einem Beitrag, in dem College-Studenten zitiert wurden, die sich über die Kosten für Grundbedarfsgüter beschwerten, darunter einen „Preis von 20 US-Dollar“ für Burritos. Dies löste eine breitere Diskussion über Erschwinglichkeit im Vergleich zur Wahrnehmung aus und eskalierte schließlich zu einer Auseinandersetzung darüber, dass Konservative nicht genug Einfühlungsvermögen für junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen hätten.
Kritiker behaupteten, dass die konservative Verharmlosung der anhaltenden Lebenshaltungskostenkrise dazu führen werde, dass sich jüngere Generationen in Scharen dem Sozialismus zuwenden würden – und dass MAGA dafür verantwortlich sei. Dieses Argument enthält zwei Aspekte, die meiner Meinung nach angesprochen werden müssen, und ich werde versuchen, sie so gut wie möglich zusammenzufassen.
Die Generation Z hat keinen Bezugspunkt, weil die Geschichte ignoriert wird
Erstens gibt es das Problem, dass jüngere Generationen keinen Bezugspunkt dafür haben, wie schlimm die heutige Lebenshaltungskostenkrise im Vergleich zu früheren Generationen ist. Zweitens mangelt es den älteren Generationen an Verständnis dafür, wohin die aktuelle Krise ohne drastische Maßnahmen in Zukunft führen dürfte.
Natürlich kostet kein Burrito tatsächlich 20 US-Dollar. Das ist eine Behauptung, die jeglicher Realität entbehrt. Vielleicht ist es der teuerste Burrito im teuersten Restaurant einer Stadt mit hohen Lebenshaltungskosten wie San Francisco oder New York, aber für den Großteil des Landes ist ein Burrito nur Kleingeld.
Das bringt mich zum ersten Problem, nämlich dem Mangel an historischer Perspektive bei der jüngeren Generation. Um es klar zu sagen: Die aktuelle Inflationskrise nicht nur in den USA ist NICHT die schlimmste Inflationskrise, die wir in der Neuzeit erlebt haben. Jedenfalls noch nicht.
Von 1972 bis 1981 (kurz nachdem der US-Dollar vollständig vom Goldstandard abgekoppelt worden war) erlebten die USA eine der brutalsten Inflationsphasen in der Geschichte des Landes. Die Inflationsraten erreichten bis zu 13% pro Jahr, die Lebensmittelpreise stiegen um rund 120%, die Mieten schossen um 75% in die Höhe, die Immobilienpreise stiegen um 150% und es herrschte eine weit verbreitete Benzinknappheit.
Die 1970er Jahre demoralisierten die westliche Mittelschicht. Die Armutsquote stieg in den USA auf 14% und die Arbeitslosenquote erreichte einen Höchststand von 9%. Die Löhne stagnierten oder sanken bei einigen Arbeitnehmern sogar. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag 1981 bei einzelnen Arbeitnehmern bei nur 12.000 US-Dollar. Die meisten jungen Menschen beschweren sich heute darüber, dass es „die Babyboomer damals leicht hatten“, was Lebensmittel- und Immobilienpreise angeht. Sie bedenken dabei jedoch nicht, wie niedrig die Löhne damals waren oder wie hoch die Inflation war.
Der Punkt ist: Ja, die Generation Z hat es schwer. Ihre Ängste sollten nicht als belanglos abgetan werden. Dennoch glaube ich, dass viele junge Menschen aufgrund der Internetkultur und falscher Erwartungen davon ausgehen, dass sie die schlimmste Krise aller Zeiten durchleben und dass niemand sie versteht.
In Wirklichkeit hatten es die Generationen vor ihnen VIEL schwerer. Die Inflationskrise der 1970er Jahre endete erst, als die Federal Reserve die Zinssätze auf 20% in die Höhe schraubte, was einen deflationären Neustart auslöste und Kredite für die meisten Menschen jahrelang unerschwinglich machte.
Wenn du in deinen 20ern bist und denkst, dass du eigentlich keine Schwierigkeiten haben solltest, dann möchte ich dir sagen, dass du dich irrst. Wir alle mussten uns durchschlagen, viele von uns mit miserablen Löhnen und einer im Vergleich zu heute geringen Auswahl an Arbeitsplätzen. Rechne nicht damit, schon vor Mitte 30 ein komfortables Leben führen zu können. So war es schon immer.
Jede Generation erlebt Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit. Das bedeutet jedoch nicht, dass in naher Zukunft keine erhebliche Gefahr droht.
Das Aufschieben von Problemen hat eine wirtschaftliche Zeitbombe geschaffen
Was manche Konservative falsch verstehen, ist die Vorstellung, dass das System politisch repariert werden kann und dass sich die Lage verbessern wird, wenn wir nur die Linken (respektive die Demokraten in den USA) von der Macht fernhalten. Linke von der Macht fernzuhalten ist immer eine gute Sache, schon allein, um zu verhindern, dass das Land vollständig kommunistisch wird und sich selbst zerfleischt. Doch wenn es um die Inflation geht: Ist eine Lawine erst einmal ins Rollen gekommen, lässt sie sich nicht mehr aufhalten – und diese Lawine baut sich schon seit Jahrzehnten auf.
Inflation lässt sich ohne ein deflationäres Ereignis nicht umkehren. Seit dem Kreditcrash von 2008 bis 2009 haben politische Entscheidungsträger und die Federal Reserve aggressiv versucht, jegliche Deflation zu verhindern (der keynesianische Standard). Das bedeutet, dass die USA (und der Großteil der Welt) die deflationäre Medizin nicht eingenommen hat, die wir schon vor Jahren hätten einnehmen sollen. Stattdessen haben wir das Problem auf die lange Bank geschoben.
Manche „Experten“ glauben, wir könnten das Problem auf unbestimmte Zeit vor uns herschieben. Das ist töricht.
Das Dilemma besteht darin, dass die Zentralbanker weiterhin eingreifen müssen, um eine Deflation zu verhindern, aber jedes Mal, wenn sie dies tun, erhöhen sie die Geldmenge und verursachen noch mehr Inflation, was dann wiederum mehr Deflation erfordert, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Die Plandemie war das jüngste Beispiel für einen solchen Eingriff. Die „Corona-Rettungspakete“ lösten eine immense inflationäre Reaktion aus, und der darauf folgende Preisanstieg ist das, was der Großteil der Generation Z heute zu spüren bekommt, wenn sie ins Berufsleben eintritt.
Wenn die Fed die Wirtschaft ankurbelt, ist weitere Inflation vorprogrammiert. Wenn sie die Zinsen anhebt und sich weigert zu intervenieren, droht den USA ein deflationärer Crash. Genau da stehen wir im Jahr 2026, und ja, die Generation Z und die Generation Alpha werden am härtesten getroffen, sofern nichts unternommen wird.
Die einzige sinnvolle politische Lösung ist ein organisierter Deflationsplan – sofern so etwas überhaupt möglich ist. Das bedeutet: Eine reformierte Regierung müsste die Zentralbank abschaffen, die Zinsen weit über das derzeitige Niveau hinaus anheben, sich weigern, insolvente Unternehmen zu retten, die auf billige Kredite angewiesen sind, und dann Sparmaßnahmen bei den Sozialprogrammen für alle außer Menschen mit Behinderung und Senioren einführen. Das ist im Grunde das, was Franco getan hat (wobei er gleichzeitig Hunderttausende von Liberalen und Kommunisten verfolgt hat, aber lassen wir das vorerst beiseite).
Diese Regierung müsste einen Weg finden, die Ausgaben zu senken, den Haushalt auszugleichen und gleichzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um größere Schäden für die Verbraucher abzumildern, indem sie Steuern wo immer möglich senkt (vielleicht sogar die Grundsteuer für Einfamilienhäuser abschafft).
Dies würde ein Maß an institutioneller Koordination und Zusammenarbeit erfordern, das im aktuellen System derzeit nicht vorhanden ist. Auch hier müsste die Politik wie ein wirtschaftlicher Autoritarist agieren und jedes Detail der Maßnahme diktieren.
Das System könnte nach dem strategischen Platzen der Wirtschaftsblase wieder in einen normaleren Zustand zurückkehren, aber ich vermute, dass ähnliche Maßnahmen vielleicht alle 25 Jahre ergriffen werden müssten, um einen erneuten Aufbau von Inflationsdruck zu verhindern. Es wäre eine Art „Neustart“, aber nicht in der Weise, wie es sich die Globalisten beim WEF vorstellen. Es wäre ein geplanter Neustart, der mit der Öffentlichkeit abgestimmt wird, sodass wir nicht länger darauf warten müssen, dass die Banker oder der Zufall entscheiden, wann ein Crash eintreten wird.
Das bedeutet, dass jede Generation die Verantwortung dafür übernehmen müsste, zumindest für einige Jahre mit einem kontrollierten deflationären Abschwung umzugehen. Die Planung eines solchen Ereignisses würde es der Öffentlichkeit ermöglichen, sich im Voraus darauf vorzubereiten. Es könnte zu einer Art deflationärer Tradition werden.
Die einzige andere Option besteht, wie bereits erwähnt, darin, nichts zu unternehmen und abzuwarten, bis die Blase von selbst platzt. Letztendlich werden die hohen Preise die Ausgaben so stark drücken, dass eine Deflation einsetzt. Die Zahl der Arbeitsplatzverluste wird sprunghaft ansteigen. Der Yen-Carry-Trade wird ins Stocken geraten. Ein „Black-Swan“-Ereignis wird uns den Boden unter den Füßen wegziehen – es wird etwas passieren, das die deflationäre Kettenreaktion in Gang setzt, und die Zentralbank wird das tun, was sie immer tut: Geld drucken.
Das gilt derzeit für fast jedes Land der Welt. Die USA sind nicht die einzige Volkswirtschaft, die mit inflationären Dilemmata konfrontiert ist – sie sind lediglich die größte.
Es wird eine Zeit kommen, in der der US-Dollar das nicht mehr aushält und das Währungssystem zusammenbricht. Dann werden die Burritos tatsächlich 20 US-Dollar oder mehr kosten, und das wird ein schrecklicher Tag der Abrechnung sein. Es ist ein Dilemma, das bereits 2009 hätte gelöst werden müssen, aber NIEMAND will die Verantwortung für die finanziellen Schmerzen übernehmen, die durch das Schlucken dieser bitteren deflationären Pille verursacht werden.
Quellen:
How a $20 burrito became a political hot potato
What The $20 Burrito Conversation Says About The Economy
The Great Burrito Debate
The Great Burrito Debate And The Uncomfortable Solution To Inflation
Stagflation: Die wahre Katastrophe, die von der P(l)andemie verborgen wird