

US Data Centers – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt https://aidatacentermap.org
Künstliche Intelligenz hier. Künstliche Intelligenz da. Kein Tag vergeht, an dem uns die vermeintlichen Vorteile der KI nicht in der Hochleistungspresse präsentiert werden.
Dabei ist die Einführung der KI in das allgemeine Bewusstsein und den Alltag größtenteils eher enttäuschend. Damit meine ich, dass wir keine spektakulären Vorteile durch den Einsatz von KI erkennen können, während sich die Nachteile immer weiter häufen.
Im besten Fall stellt KI einen Fortschritt bei der Informationsstrukturierung dar – eine wesentlich schnellere Methode, die Datenlandschaft zu sortieren, zu kategorisieren und zu untersuchen. Sie kann nützlich sein, um Recherchen zu beschleunigen, aber sie funktioniert nur, solange man versteht, dass KI dazu neigt, durch Auslassung zu täuschen oder durch fehlendes Wissen zu halluzinieren. Man kann ihr niemals vollständig vertrauen und muss deren Aussagen immer mit Quellenangaben selbst untermauern.
Zudem macht KI die Menschen unglaublich faul, wenn es darum geht, die Welt zu verstehen oder Informationen zu recherchieren. Wenn die Öffentlichkeit KI-Informationen für bare Münze nimmt, weil sie keine eigene Recherche betreiben will, macht sie das dümmer. Ich sehe eine düstere Zukunft voraus, vielleicht in wenigen Jahren, in der die große Mehrheit der Menschen praktisch geistig zurückgeblieben ist, weil all ihre täglichen Entscheidungen und Weltanschauungen auf dem Vertrauen in KI beruhen.
Manche werden argumentieren, dass wir diese bedauerliche Schwelle bereits überschritten haben. Was ist aber der eigentliche Zweck der KI? Je nachdem, wen man fragt, gibt es Hunderte verschiedener Antworten; doch nur wenige Erklärungen stechen als wahre Triebkräfte für den Wettlauf um Künstliche Intelligenz hervor.
Eine arbeitsfreie Utopie?
Fragt man Technologen und „Visionäre“ wie Elon Musk (von dem ich im Übrigen so viel halte wie vom „Retter“ Trump – genau nichts), lautet das Ziel: unbegrenzte Produktion. Das bedeutet, dass KI und Robotik den Großteil der menschlichen Arbeit übernehmen würden. Theoretisch würde dies zu einem neuen Zeitalter des „Zeitüberflusses“ führen, von dem Musk uns weismachen will, dass es eine Form des Wohlstandsüberflusses nach sich ziehen würde. Das heißt, KI-Technologie macht individuelle Arbeit überflüssig, und somit wird auch Geld überflüssig, da alle Grundbedürfnisse kostenlos gedeckt würden.
Diese Vorstellung wirft zwei beunruhigende Probleme auf: Erstens ist es eine Behauptung, die wir schon seit sehr langer Zeit hören. Seit über einem Jahrhundert versprechen die Futuristen und Technokraten jeder sozialistischen Revolution der Bevölkerung eine arbeitsfreie Utopie. In der Regel dient diese Propaganda dazu, der Öffentlichkeit den Übergang in ein System zu „erleichtern“, in dem der Staat die Massenproduktion kontrolliert und die individuelle Freiheit einschränkt.
Das Versprechen einer arbeitsfreien Welt ist immer ein Betrugsmanöver, das darauf abzielt, die Öffentlichkeit in die totale Abhängigkeit vom Staat zu locken. Wenn das eigene Überleben vom System abhängt, ist es weitaus unwahrscheinlicher, dass man jemals gegen dieses System rebellieren wird, sollte es denn korrupt sein (was es ist).
Ich sage nicht, dass Musk fälschlicherweise eine „Utopie“ verspricht; ich denke auch nicht, das er wirklich davon überzeugt ist, dass KI und Robotik die Antwort auf das uralte Dilemma der „Wohlstandslücke“, der Armut und des Produktionsstillstands sind. Er weiß, dass KI ein entscheidendes Werkzeug zur Kontrolle und Überwachung der Massen ist. Was ich damit sagen will, ist, dass diese „Vorstellung“ viel weiter entfernt ist als das Jahr 2036 oder sogar das Jahr 2050. Und selbst wenn wir ihn erreichen sollten, wird er de facto nicht so fantastisch sein, wie es uns versprochen wird.
Jedes neue Industriezeitalter hat seine Träumer, und sie alle stellen sich eine Welt vor, in der menschliches Mühen durch Maschinen überflüssig wird. Das passiert nie. Ich vermute, dass Robotik und KI manche Dinge erleichtern würden, so wie alle Werkzeuge bestimmte Arbeiten erleichtern, aber vergessen wir nicht: Je weiter sich die Menschheit von der Selbstversorgung entfernt, desto mehr scheinen wir arbeiten zu müssen (oder desto mehr Zeit wird von uns erwartet, dass wir dafür aufwenden), um ein grundlegendes Maß an Komfort aufrechtzuerhalten.
Frühere industrielle Revolutionen haben Vorteile geschaffen und die Lebenserwartung der Menschen erhöht. Aber wir haben auch gesehen, dass technologische Umwälzungen zu höheren Arbeitsanforderungen und weniger Freizeit für den Durchschnittsbürger geführt haben. Vor der ersten industriellen Revolution arbeitete der Durchschnittsbürger 1.500 bis 2.000 Stunden pro Jahr. Nach der industriellen Revolution schossen die Arbeitsstunden auf 3.000 bis 3.500 Stunden pro Jahr in die Höhe. Schließlich wurden Arbeitsgesetze erlassen, die die Arbeitszeit wieder auf 1.800 Stunden pro Jahr und Person senkten.
Trotz der enormen Produktivitätssteigerungen hat sich die Freizeit der einfachen Menschen nicht wesentlich verbessert, und ich denke, dass es bei der KI-Revolution genauso sein wird. Das bringt uns zum zweiten Problem: Nichts im Leben ist jemals umsonst, und der Grund dafür ist ENERGIE.
Musks Vision einer KI-Superindustrie, die den Großteil der weltweiten Basisinfrastruktur betreibt und den Großteil unserer lebensnotwendigen Güter liefert, würde einen beispiellosen Energiebedarf erfordern. Haben Sie schon einmal versucht, eine Drohne zu fliegen? Haben Sie schon einmal die durchschnittliche Akkulaufzeit eines Roboters von Boston Dynamics nachgeschlagen? Haben Sie schon einmal versucht, mit einem Elektroauto quer durch das Land zu fahren?
Mit einer Drohne für Endverbraucher kommen Sie vielleicht 30 Minuten weit. Mit einem hochentwickelten Roboter schaffen Sie 4 Stunden. Die riesige Batterie in einem Elektroauto ermöglicht Ihnen eine Reichweite von etwa 350 Kilometern. Aber wenn Sie eines dieser Geräte aufladen, greifen Sie auf das Stromnetz zurück. Und dieses Stromnetz wird immer noch (und auch weiterhin) größtenteils mit Kohle oder Erdgas gespeist – egal was ihnen irgendwelche „Klimagewendeten“ sagen. Produkte auf Basis „fossiler Brennstoffe“ bestimmen nach wie vor die Welt, weil sie energetisch am effizientesten sind.
Es gibt einen Grund, warum nur 5% der Autobesitzer ein Elektroauto fahren: Die Anschaffungskosten sind extrem hoch und die langfristigen Einsparungen sind mäßig. Darüber hinaus fehlt es schlichtweg an der Infrastruktur, um einen größeren Zustrom von Elektroauto-Nutzern zu bewältigen.
Wenn morgen 50% der Autofahrer ein Elektroauto kaufen würden, würde allein dadurch die elektrische Belastung der Stromnetze um rund 15% steigen. Rechnet man dazu noch den Stromverbrauch von Rechenzentren, Hyperscalern und KI-Rechenleistungen hinzu, die für den Betrieb nationaler Robotiknetzwerke benötigt werden, würde der daraus resultierende Energiebedarf das Stromnetz zum Zusammenbruch bringen. Entweder das, oder die Stromkosten würden so stark ansteigen, bis die Menschen sich den „Strom zum Leben“ überhaupt nicht mehr leisten können.
Analysten rechnen vor, dass man auf Solarenergie umsteigen (die ineffizient ist, Flatterstrom, Dunkelflaute, Hellbrise) oder zusätzliche Kernkraftwerke bauen könnte, um diesen Bedarf zu decken, aber das würde Jahrzehnte dauern – auch wegen des fehlenden Stromnetzes. Allgemeine Schätzungen gehen davon aus, dass ein solches Projekt zwischen 5 Billionen Euro (im unteren Bereich) und 15 Billionen Euro (im oberen Bereich) kosten würde und 30 Jahre bis zur Fertigstellung in Anspruch nehmen würde. Wir sprechen hier von einem Vorhaben, das zwei Generationen umfasst und ein Maß an Koordination und Zusammenarbeit erfordert, das im heutigen politischen Klima schlichtweg nicht vorhanden ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Welt des Produktionsüberflusses und einer arbeitsfreien Bevölkerung noch in weiter Ferne liegt, da die Energieressourcen für eine solche industrielle Revolution schlichtweg nicht vorhanden sind. Bestenfalls könnten wir eine ergänzende Wirtschaft aufbauen, in der Robotik und KI als Werkzeuge eingesetzt werden, um Dinge schneller oder einfacher zu gestalten. Der Durchschnittsbürger wird weiterhin einen 9-bis-5-Job annehmen und Geld verdienen müssen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
All dies setzt voraus, dass hinter dem Wettlauf um die Vorherrschaft der KI gute Absichten stehen – und ja, mir ist klar, wie lächerlich das klingt.
Eine Dystopie ohne Freiheit?
Das Worst-Case-Szenario ist das wahrscheinlichste: KI, Rechenzentren und Robotik werden eingesetzt, um elitäre Gruppen zu stärken und die Kontrolle über die Bevölkerungen zu erleichtern. Wenn ich Institutionen wie das WEF, den IWF, die BIZ usw. betrachte, dreht sich ihr Engagement im Bereich der KI um die Digitalisierung der Wirtschaft (eine bargeldlose Gesellschaft) und die Maximierung der Überwachung der Bevölkerung durch Echtzeit-Datenverfolgung und mittels einer digitalen ID.
Solange diese böswilligen Menschen nicht aus dem Spiel genommen werden, kann man keinem KI-basierten System vertrauen, dass es im besten Interesse der Öffentlichkeit funktioniert. Vielleicht lässt sich die Technologie für gute Zwecke nutzen, aber sie streben nach diesen Werkzeugen, um Böses zu tun, und es gibt eine ganze Reihe finsterer Taten, die begangen werden können, wenn man einen Kraftmultiplikator wie KI zur Verfügung hat.
Für autoritäre Anwendungen wird weitaus weniger Energie benötigt. Das bestehende Stromnetz könnte den Einsatz von Flock-/Ring-Kameras, die KI-Analyse biometrischer Daten und die Auswertung von Kennzeichenlesegeräten sowie die ständige Überwachung von Finanztransaktionen usw. problemlos bewältigen. Wenn man die Bevölkerung dazu zwingt, immer weniger Strom zu verbrauchen (natürlich im Namen der Rettung der Erde vor dem „Klimawandel“), wird der Betrieb eines Netzwerks aus Augen und Ohren noch einfacher.
Eine lückenlose Informationsüberwachung durch Regierungen und internationale Organisationen ist eine schlechte Sache. Sie müssen nicht alles wissen, was wir tun; es ist besser, wenn sie weniger wissen und ein gesundes Maß an Furcht vor der Stimmung in der Bevölkerung bewahren. Wenn die Bürokratie keine Angst mehr hat, weil sie jeden unter die Lupe nimmt, dann werden schreckliche Dinge geschehen.
Ist die Informationswirtschaft eine Fantasie?
Jenseits der Best- und Worst-Case-Szenarien für KI und Robotik gibt es eine Erklärung „aus der Mitte“ für den KI-Rausch, und das ist das Konzept der „Informationswirtschaft“. In ihrer einfachsten Form nutzt die Informationswirtschaft Algorithmen, um Verhaltensdaten für Unternehmen zu sammeln, damit diese den Verkauf und das Marketing ihrer Produkte gezielt ausrichten können; es geht um die Erstellung individueller Verbraucherprofile für gezielte Werbung und höhere Gewinne.
Wie viele Menschen wissen, liegen diese Algorithmen in den meisten Fällen falsch und bringen uns selten dazu, etwas zu kaufen, was wir nicht ohnehin schon kaufen wollten. Was die Vorstellung angeht, dass Informationen Rohstoffe als Motor der Weltwirtschaft ablösen könnten, fällt mir nur das blinde Vertrauen des Finanzsektors in Derivate zu Beginn der 2000er Jahre ein. Eine Wirtschaft, die auf immateriellen Produkten basiert, ist zum Zusammenbruch verurteilt.
In ihrer heimtückischsten Form strebt die Informationswirtschaft nach Vorhersagekraft. Das heißt, Unternehmen und Regierungen hoffen, mithilfe komplexer KI-Analysen des Marktverhaltens größere Verschiebungen in der wirtschaftlichen und politischen Landschaft vorherzusagen. Und wenn man diese Verschiebungen vorhersagen kann, könnte man sie theoretisch auch beeinflussen.
Das war das ultimative Ziel von Unternehmen wie Google (Suchtrends so weit zu verfolgen, bis man allwissend wird). KI erleichtert lediglich die Echtzeitanalyse. Dennoch vermute ich, dass die Vorhersage massiver wirtschaftlicher und politischer Veränderungen der Wettervorhersage sehr ähnlich ist – man mag vielleicht ein paar Tage im Voraus eine grobe Einschätzung abgeben können, doch die Komplexität des Systems macht langfristige Prognosen unmöglich. Der technokratische Glaube an einen digitalen Nostradamus (oder einen digitalen Gott) ist idiotisch.
Im Grunde könnte der Einsatz von KI, Robotik, Rechenzentren und verwandten Technologien einen grundlegenden Wandel in unserer Lebensweise bewirken, aber nicht, weil diese Veränderungen unvermeidlich sind. Vielmehr müssten diese Veränderungen einer ahnungslosen und verwirrten Öffentlichkeit aufgezwungen werden.
Ich vermute, dass dies der Grund ist, warum der Technologietrend so stark auf menschenähnliche Roboter setzt. Die menschliche Gestalt eignet sich für die meisten körperlichen Anforderungen nicht besonders gut; warum also dieses Beharren darauf, Roboter menschlich aussehen zu lassen? Vielleicht, weil sie durch ihr menschliches Aussehen für den Durchschnittsbürger akzeptabler werden?
KI ist keine industrielle Revolution im herkömmlichen Sinne, da sie nicht von der Nachfrage des freien Marktes angetrieben wird. Die meisten Menschen können problemlos ohne KI leben, während der Nutzen für ihr Leben kaum spürbar ist. Die zweite industrielle Revolution brachte Elektrizität, beispiellose medizinische Fortschritte, Fernkommunikation und bequeme Transportmöglichkeiten mit sich – alles Dinge, auf die die Menschen niemals verzichten möchten.
Im Vergleich dazu verblasst die KI bislang, und die Versprechen, die ihre Popularität beflügeln, erfordern eine Energiewende, die erst in vielen Jahrzehnten möglich sein wird. Leider ist die logischste Anwendung für die Verbreitung der KI die Unterdrückung der Bevölkerung. Für die Globalisten geht es beim Wettlauf um die KI nicht darum, die Zukunft des einfachen Menschen zu verbessern, sondern darum, die Technologie in das Leben des einfachen Menschen einzuschleusen, bevor er überhaupt die Chance hat zu erkennen, dass er dadurch gefesselt wird.
Ohne strenge Open-Source-Gesetze, umfassende öffentliche Kontrolle und die Beseitigung elitärer Einflussnahme wird die KI zwangsweise zu einer Katastrophe führen.
Und dabei habe ich bei dieser Betrachtung noch nicht mal die Themen Wasserverbrauch, Wärmeinseln oder Wasserverseuchung durch KI-Rechenzentren angesprochen.
Quellen:
Wie KI unsere Zukunft verändert
Total Freedom vs Total Slavery And The Race For AI Supremacy
12 Vor- und Nachteile Künstlicher Intelligenz im Überblick
Künstliche Intelligenz (KI) – Vorteile und Nachteile
Pro und Contra Argumente für Künstliche Intelligenz
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