

Dominosteine – Bildquelle: Pixabay / OleksandrPidvalnyi; Pixabay License
Weltweit wird an der digitalen ID gearbeitet, respektive finden Planung für dessen Implementierung statt. Und dass dies nicht vornehmlich nur westliche „Industriestaaten“ betrifft, sondern ein globales Vorgehen darstellt, zeigen erneut zwei Meldungen aus Ländern, die die meisten von uns nicht im Kontext der digitalen ID auf dem Schirm haben dürften: Armenien und Bangladesh.
Armenien will bis Herbst 2026 die digitale ID einführen
Armenien erhält einen neuen biometrischen Reisepass. Laut einer Mitteilung der Regierung kann Premierminister Nikol Paschinjan bestätigen, dass die biometrischen Reisepässe und Personalausweise im Herbst 2026 verfügbar sein werden.
Innenministerin Arpine Sargsyan erklärt, das neue System werde sicherstellen, dass die Ausweisdokumente hohen internationalen Standards entsprechen, und verweist dabei insbesondere auf die Anforderungen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO). Ziel sei es, die Zuverlässigkeit der Dokumente zu erhöhen und „den Grenzübertritt zu erleichtern sowie zur Freizügigkeit der Bürger beizutragen, auch im Rahmen der Visaliberalisierung mit der Europäischen Union (facilitate border crossings and contribute to the free movement of citizens, including in the process of visa liberalization with the European Union)“.
Die biometrischen Personalausweise sind das Ergebnis einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der Regierung und Haypass, einem 2024 gegründeten Konsortium aus Idemia Identity Security und ACI Technology S.à.r.l. zur Entwicklung der biometrischen Ausweisinfrastruktur. Das System wird auch biometrische Personalausweise umfassen, die von der IN Groupe entworfen wurden, die im vergangenen Jahr den Geschäftsbereich Idemia Smart Identity übernommen hat.
Die neuen armenischen Pässe werden über „hochentwickelte Schutzmechanismen und Sicherheitsmerkmale (high-level protective mechanisms and security components)“ verfügen – sowie über ein Design, das „die armenische Identität, das historische und kulturelle Erbe sowie die Symbole der Staatlichkeit widerspiegelt (reflects the Armenian identity, historical and cultural heritage and symbols of statehood)“. Laut der Pressemitteilung zeigen verschiedene Seiten „das Bildnis von Hayk Nahapet und die in den Geghama-Bergen und in Ukhtasar entdeckten Petroglyphen, die auf eine recht lange Geschichte zurückblicken (the image of Hayk Nahapet and the petroglyphs discovered in the Geghama Mountains and Ukhtasar, which have a rather ancient history)“.
Die Keilschriftinschrift zur Gründung von Eriwan, die Grenzsteine aus der Zeit von Artaxerxes, der Mutter-Kathedrale von Etchmiadzin sowie Symbole der modernen Staatlichkeit werden ebenso präsentiert wie regionale Besonderheiten, Naturmerkmale und Bräuche, etwa das Backen von Lavash und „der berühmte Hirsch, das Symbol von Jermuk (the famous deer, symbol of Jermuk)“.
Armeniens biometrische Reisepässe sind für armenische Staatsbürger ab 16 Jahren verpflichtend. Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren können auf Antrag der Eltern biometrische Personalausweise ausgestellt werden. Kinder unter sechs Jahren sollen weiterhin Geburtsurkunden als primäres Ausweisdokument verwenden.
Neben biometrischen Pässen plant Armenien auch die Einführung automatischer, kontaktloser Grenzübertrittssysteme an Grenzkontrollstellen. Alle Dokumente für Ausländer, Flüchtlinge und Staatenlose werden ebenfalls mit biometrischen Chips ausgestattet.
Quellen:
Armenia approves legal framework for biometric passport and ID rollout
Idemia to supply Armenia with biometric passports, ID cards by second half of 2026
Armenia rolls out biometric ID from IN Groupe for stateless and foreign residents
IN Groupe completes acquisition of Idemia Smart Identity
The Legend of Hayk
The Legend Of Jermuk Deer
Bangladesh plant seine Variante eines Digital-Identity-Wallet-Systems
Es gibt Pläne, ein einzigartiges, mit einer digitalen ID verknüpftes Digital-Wallet-System für alle Bürger in Bangladesch einzuführen, mit dem Ziel, den Zugang zu öffentlichen und privaten Dienstleistungen zu vereinfachen, indem Identitäts- und Finanztransaktionen auf einer einzigen Plattform zusammengeführt werden, was die Effizienz und den Komfort erhöht.
Rehan Asif Asad, Berater des Premierministers für das Ministerium für Post, Telekommunikation und Informationstechnologie, erklärte kürzlich bei einer vom Telecom and Technology Reporters’ Network Bangladesh (TRNB) organisierten Diskussionsrunde zur Telekommunikationspolitik, dass digitale Souveränität für die künftige digitale Führungsrolle von entscheidender Bedeutung sein werde, wobei der Schwerpunkt auf Cybersicherheit als Grundlage liege. Er betonte, wie wichtig es sei, diese Elemente in die nationale Datenpolitik und die Datenschutzrahmenwerke zu integrieren.
Dies soll innerhalb von 12 bis 18 Monaten geschehen.
Bangladesch führt ein obligatorisches System für eine eindeutige Unternehmensidentität (UBI) und digitale Identitäten für E-Commerce-Unternehmen ein, um Betrug einzudämmen und die Transparenz zu erhöhen. Damit soll das Vertrauen der Öffentlichkeit in den E-Commerce nach weitverbreiteten Betrugsfällen wiederhergestellt werden.
Ein Pilotprojekt in Bangladesch zielt darauf ab, bis 2028 22 Millionen individuelle Ausweise für Landwirte auszustellen, um die Effizienz von Agrarsubventionen und -dienstleistungen zu steigern. Diese Initiative soll Abläufe rationalisieren und den Zugang zu Ressourcen für Landwirte verbessern.
Darüber hinaus wurde ein Pilotprojekt für digitale Gesundheitskarten gestartet, bei dem eine einheitliche biometrische Datenbank genutzt wird, um individuelle digitale Profile für Patienten anzulegen. Es soll herkömmliche physische Krankenakten ersetzen und so das Gesundheitsmanagement neu gestalten sowie den Zugang zu Patientendaten verbessern.
Quellen:
Bangladesh to integrate Unique Business Identity and digital ID for ecommerce companies
Bangladesh plans to issue 22M farmer IDs by 2028, pilot imminent
Bangladesh, Philippines, Sri Lanka, Zambia advance with digital credentials projects
Conclusio
Letztlich sind dies nur zwei weitere Beispiele dafür, dass eine globale Agenda abgearbeitet wird, digitale IDs in Form von hier biometrischen Ausweisdokumenten oder Wallet-Systemen zu implementieren. Geködert werden die Menschen einmal mehr mit einer angeblichen „Betrugsprävention“ und „leichterem Zugang zu Sozialleistungen“.
Je nach Land werden andere „Begründungen“ für die Einführung solcher digitalen ID-Systeme genannt – genau „abgestimmt“ auf die jeweils vorherrschende soziale und gesellschaftliche Situation. Während man in Europa einen angeblichen „Kinderschutz“ als Grund benannt, sind es eben woanders „Sozialleistungsbezug“ oder „Betrugsprävention“. Aber alle haben das gleiche Ziel: Ausrollen einer digitalen ID über alle – zur Kontrolle, Steuerung, Überwachung und Manipulation.