Donald Trump: „Meine eigene Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich aufhalten kann, und das ist sehr gut so.“

Trump und Vance - Bildquelle: www.konjunktion.info (KI-generiert)Trump und Vance - Bildquelle: www.konjunktion.info (KI-generiert)

Trump und Vance – Bildquelle: www.konjunktion.info (KI-generiert)

New York Times: Sehen Sie irgendwelche Einschränkungen Ihrer Macht auf der Weltbühne? Gibt es irgendetwas, das Sie aufhalten könnte, wenn Sie es wollten?

Präsident Trump: Ja, es gibt eine Sache. Meine eigene Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich aufhalten kann, und das ist sehr gut so.

(New York Times: Do you see any checks on your power on the world stage? Is there anything that could stop you if you wanted to?

President Trump: Yeah, there is one thing. My own morality. My own mind. It’s the only thing that can stop me, and that’s very good.)

Im Januar 1776 veröffentlichte Thomas Paine „Common Sense“, ein Papier, das der Unzufriedenheit einer Nation Ausdruck verlieh, die darum kämpfte, sich von einem tyrannischen Herrscher zu befreien, der glaubte, dass Macht aus seinem eigenen Willen und nicht aus der Zustimmung der Regierten hervorgeht.

Paines Warnung war nicht theoretischer Natur.

Zweihundertfünfzig Jahre später stehen wir vor einem ähnlichen Dilemma – diesmal aus dem Inneren des Weißen Hauses heraus: Kann ein Volk frei bleiben, wenn es sein Vertrauen in die Tugend (oder das Laster) eines einzigen Mannes setzt?

Auf die Frage der New York Times, was seine Machtbestrebungen einschränken könnte, verwies Donald Trump nicht auf die Verfassung, die Gerichte, den Kongress oder die Rechtsstaatlichkeit – wie es sein Amtseid und die konstitutionelle US-Republik verlangen. Er verwies auf sich selbst. Laut Trump ist das Einzige, was zwischen den USA und unkontrollierter Macht steht, seine eigene Moral.

Die Gründerväter der USA glaubten an Glauben und Moral. Wie John Adams 1798 warnte:

Gier, Ehrgeiz und Rache oder Galanterie würden die stärksten Fesseln unserer Verfassung zerreißen, wie ein Wal ein Netz zerreißt. Unsere Verfassung wurde nur für ein moralisches und religiöses Volk geschaffen. Für die Regierung eines anderen Volkes ist sie völlig ungeeignet.

(Avarice, Ambition and Revenge or Galantry, would break the strongest Cords of our Constitution as a Whale goes through a Net. Our Constitution was made only for a moral and religious People. It is wholly inadequate to the government of any other.)

Adams plädierte nicht für eine Theokratie. Vielmehr betonte er, dass eine Regierung aus Lügnern, Schlägern und Dieben sich nicht an verfassungsrechtliche Grenzen halten würde. Sie würde diese als Unannehmlichkeiten betrachten.

Eine verfassungsmäßige Regierung kann nur bestehen, wenn sowohl das Volk als auch seine Führer bereit sind, sich an sie zu halten. Wenn Freiheiten von Donald Trumps selbsternannter Moral abhängen, befinden wir uns in einer wirklich gefährlichen Lage.

Im Laufe seines fast 80-jährigen Lebens war Trump ein Serien-Ehebrecher, Frauenheld, Lügner und verurteilter Straftäter. Er hat betrogen, gestohlen, gelogen, geplündert, geraubt und sich auf Kosten anderer bereichert. Er ist rachsüchtig, kleinlich, unversöhnlich, vulgär und grob. Zu seinen Geschäftspartnern zählen Straftäter, Vergewaltiger, Pädophile, Drogenhändler, Menschenhändler und Diebe. Er missachtet das Gesetz, missachtet menschliches Leben, kennt die Bibel nicht, ist in Bezug auf die US-Verfassung ungebildet, erfreut sich am Leid und Unglück anderer und ist völlig frei von Barmherzigkeit, Vergebung oder Mitgefühl.

Christliche Nationalisten haben versucht, Trumps Verhalten zu beschönigen, indem sie Religion in die Nationalflagge hüllten und die US-Amerikaner dazu aufforderten, sich dem Autoritarismus zu unterwerfen – ein Appell, der allem zuwiderläuft, wofür die Gründerväter ihr Leben riskiert haben.

Diese Beschönigungsbemühungen sind von Bedeutung, weil sie die US-Amerikaner dazu auffordern, genau die Schutzmaßnahmen aufzugeben, die die Gründerväter eingeführt haben, um sie vor Männern wie Trump zu schützen.

Trump spricht die Sprache von Königen, starken Männern und Möchtegern-Kaisern, die sich für eine persönliche Herrschaft über eine verfassungsmäßige Regierung einsetzen. Die Gründer der USA lehnten diese Logik ab, lehnten sich gegen Tyrannei auf und schufen für sich selbst ein System verfassungsmäßiger Beschränkungen – Gewaltenteilung, geteilte Autorität durch eine Trennung der Gewalten und eine informierte, wachsame Bevölkerung.

„Wären die Menschen Engel, wäre keine Regierung notwendig (If men were angels, no government would be necessary)“, argumentierte James Madison in Federalist 51. Weil Menschen keine Engel sind und weil Macht korrumpiert, kam Thomas Jefferson zu dem Schluss:

In Fragen der Macht soll also nicht mehr von Vertrauen in den Menschen die Rede sein, sondern man soll ihn mit den Ketten der Verfassung daran hindern, Unheil anzurichten.

(In questions of power then, let no more be heard of confidence in man, but bind him down from mischief by the chains of the Constitution.)

All ihre harte Arbeit wird zunichte gemacht. Nicht zufällig und nicht über Nacht. Die Erosion folgt einem Muster, das jedem bekannt ist, der sich mit dem Aufstieg autoritärer Regime beschäftigt hat. Trump und seine Armee von Unterstützern, Vollstreckern und Deep State-Elementen mögen sich die Sprache des Patriotismus zu eigen gemacht haben, aber sie wenden die Taktiken von Despoten an.

Hier geht es nicht um links gegen rechts oder darum, ob Trump ein Retter oder ein Bösewicht ist. Es geht um die Gefahr, unkontrollierte Macht in einer einzelnen Person zu konzentrieren, unabhängig von Partei oder Persönlichkeit. Dies sollte ein rotes Warnsignal für alle sein, denen Freiheit wirklich am Herzen liegt, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit.

Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Macht, die heute „aus den richtigen Gründen“ eingesetzt werden kann, wird morgen aus den falschen Gründen eingesetzt werden.

Die Geschichte zeigt, dass es, sobald die Maschinerie der Unterdrückung aufgebaut ist – Überwachungssysteme, militarisierte Strafverfolgung, Notstandsbefugnisse -, keine Rolle mehr spielt, wer die Kontrolle ausübt. Die einzige Frage ist, wer als Nächstes ins Visier genommen wird.

Alle US-Präsidenten der letzten Jahre haben mit exekutiven Übergriffen, stehenden Armeen, militarisierter Polizeiarbeit, Krieg ohne Zustimmung, Massenüberwachung und Machtkonzentration zum Aufstieg des US-amerikanischen sowie westlichen Polizeistaats beigetragen.

Aber Trump 2.0 hat mehr als jemals zuvor in der Geschichte dazu beigetragen, die verfassungsmäßigen Schutzmechanismen der USA zu zerstören. Anstatt sich an das Drehbuch der amerikanischen Gründerväter zu halten, scheint es, als hätte die Trump-Regierung die in der Unabhängigkeitserklärung gegen König Georg III. vorgebrachten Vorwürfe übernommen und sie als Leitfaden für ihre Regierungsführung verwendet.

Dies sind keine Hypothesen oder Worst-Case-Prognosen.

Sie vollziehen sich gerade durch Notstandserklärungen, Razzien ohne Durchsuchungsbefehl, Verhaftungen aufgrund von Äußerungen, unkontrollierte Überwachung und Militäraktionen bis hin zum Mord und Kidnapping, die ohne Zustimmung oder verfassungsmäßige Befugnis durchgeführt werden.

Es ist dieselbe Abfolge, der jeder Despot folgt. Zuerst wird die Macht zentralisiert.

Trump regiert eher per Dekret als per Gesetz und setzt den US-Kongress durch Notstandserklärungen und einseitige Anordnungen außer Kraft. Er behindert Gesetze, die für das öffentliche Wohl notwendig sind, und weigert sich, Gesetze durchzusetzen, die seine Befugnisse einschränken. Er macht seine Regierungsführung von Loyalität abhängig und verweigert denjenigen, die sich ihm widersetzen, Schutz, Hilfe oder Unterstützung.

Als nächstes wird die Rechenschaftspflicht abgeschafft.

Trump hat die Rechtspflege behindert, indem er Ermittlungen behindert und Verbündete vor Strafverfolgung geschützt hat. Er hat die Justiz politisiert, indem er Loyalität gegenüber Unabhängigkeit belohnt und Gerichte angegriffen hat, die sich ihm widersetzen. Er hat den Rechtsstaat untergraben, indem er Inhaftierungen, Verwaltungsstrafen und Zwangsmaßnahmen ausgeweitet hat.

Sobald das Gesetz die Macht nicht mehr einschränkt, tritt Gewalt an seine Stelle.

Trump hat militarisierte US-Bundesbeamte ohne sinnvolle Kontrolle unter der Zivilbevölkerung eingesetzt. Er hat die Grenze zwischen ziviler Autorität und militärischer Macht verwischt und Gewalt als Regierungsform behandelt. Er hat Beamte vor der Rechenschaftspflicht geschützt und Missbrauch, Gewalt und Tötungen durch Strafverfolgungsbehörden entschuldigt.

Wenn Trump den 250. Geburtstag der USA auf diese Weise feiern will, indem er die Missbräuche wiederholt, die die US-Amerikaner 1776 zur Revolte trieben, sollte ihm vielleicht jemand klar machen, dass dies damit endet, dass die US-Bürger „absolute Tyrannei“ ablehnen.

Mit jedem Tag, der verstreicht, wird der US-amerikanische Polizeistaat unter Trumps Führung immer unberechenbarer. Sobald Gewalt das Recht im Inland ersetzt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie auch im Ausland eingesetzt wird.

Mit Trumps Segen führte das Militär am Weihnachtstag Angriffe auf Nigeria durch. Ohne Genehmigung des Kongresses, ohne verfassungsmäßige Befugnis und ohne Grundlage im Völkerrecht wies Trump die US-Streitkräfte an, in ein fremdes Land einzumarschieren, dessen Präsidenten und dessen Frau zu entführen – und erklärte sich dann selbst zum neuen Staatschef Venezuelas.

Von Visionen globaler Eroberung und militärischer Expansion besessen, hat Trump Souveränität als verhandelbar und internationales Recht als lästig betrachtet. Er hat Nationen wie Venezuela, Grönland, Kuba, Nigeria, Iran und andere bedroht, unter Druck gesetzt oder destabilisiert – nicht durch Diplomatie oder rechtmäßige Verfahren, sondern durch Dominanz, Spektakel und einseitige Gewalt.

Trumps Bestreben, das US-Militärbudget auf 1,5 Billionen US-Dollar aufzustocken, hat weniger mit nationaler Verteidigung als mit imperialen Ambitionen zu tun. Das ist keine Führungsstärke. Es ist Gesetzlosigkeit, die von Söldnern und Schlägern auf der Gehaltsliste der Regierung ausgeübt wird.

Nicht zufrieden damit, Krieg im Ausland zu führen, hat die Regierung systematisch daran gearbeitet, die USA in ein Schlachtfeld zu verwandeln, und dabei ihr Augenmerk auf das eigene Volk gerichtet. Und diese Verwandlung ist fast abgeschlossen.

In Minneapolis erschoss ein ICE-Agent der Bundespolizei angeblich aus Notwehr die 37-jährige Renee Good mit einem Kopfschuss, während sie am Steuer ihres Autos saß. Unmittelbar nach der Schießerei beeilte sich die Trump-Regierung, Good als Unruhestifterin und inländische Terroristin darzustellen und rechtfertigte damit die kaltblütige Ermordung einer Bürgerin durch einen maskierten Schützen als Akt der Selbstverteidigung. Natürlich war Good Teil der Anti-ICE-Protestbewegung und hätte sich anders verhalten müssen, aber gerade in der aktuellen innenpolitischen Lage ist ein solcher Vorfall, Wasser auf die Mühlen beider Seiten.

Videoaufnahmen, darunter auch von dem ICE-Beamten, der mit den Worten „Fucking bitch“ zu hören ist, werfen ein schlechtes Licht auf die Behauptungen der Regierung. Anstatt die von ihr selbst verursachte Situation zu deeskalieren, hat die Trump-Regierung weiter Öl ins Feuer gegossen und mehr militarisierte Beamte, mehr Gewalt und mehr Einschüchterung eingesetzt. ICE-Beamte haben Türen eingetreten, sind in Privathäuser eingedrungen und haben militärische Razzien ohne Durchsuchungsbefehl durchgeführt, bei denen verfassungsmäßige Schutzrechte als lästig und Menschen als entbehrliche Hindernisse behandelt wurden.

Das ist die Realität von Trumps Amerika: moralischer Verfall, Rowdytum, Gewalt, Gier und Entmenschlichung.

Ein ordentliches Verfahren ist optional geworden. Zurückhaltung gibt es nicht mehr. Gewalt ist zur Normalität geworden.

Eine Regierung, die keine moralischen Grenzen anerkennt, wird auch keine rechtlichen Grenzen anerkennen. Und eine Nation, die ihr Vertrauen in die „Moral“ uneingeschränkter Macht setzt, wird bald feststellen, dass Moral – wie Freiheit – nicht überleben kann, wenn das Gesetz nicht mehr gilt.

Unkontrollierte Macht schützt ihre Anhänger nicht – sie wendet sich irgendwann auch gegen sie. Das passiert, wenn Rechtsstaatlichkeit der Herrschaft durch Gewalt weicht.

Über all dem schwebt eine Frage, die nicht länger ignoriert werden kann: Wer zieht die Fäden?

Nichts an Trumps Verhalten ist rational oder vernünftig, selbst nach seinen eigenen Maßstäben: Er zerstört das Weiße Haus, bombardiert Schiffe, droht mit der gewaltsamen Eroberung fremder Länder und klebt seinen Namen und sein Gesicht auf jede verfügbare Fläche.

So teuflisch diese Ablenkungsmanöver auch sind, sie sind nur eine Nebensache, die uns davon abhalten soll, die langfristigen Pläne zur Eingliederung in eine übergeordnete Agenda zu erkennen, die von einem nicht rechenschaftspflichtigen Schattenapparat hinter den Kulissen umgesetzt werden, für den die Verfassung nichts bedeutet.

Es ist kein Zufall, dass weltweit (gerade im Westen) die Regierungen von den eigenen Bevölkerungen abgelehnt werden und es zu immer mehr Repressalien gegen die eigenen Bürger kommt. Das System hat den Kipppunkt überschritten. Und wir ignorieren diesen Umstand immer noch auf eigene Gefahr.

Was wir derzeit erleben, ist nicht nur eine Überschreitung der Befugnisse des US-Präsidenten oder anderer Regierungen im Westen, sondern die Konsolidierung der Macht innerhalb eines nicht rechenschaftspflichtigen Exekutiv-Sicherheitsapparats – eines Apparats, der sich jeder sinnvollen öffentlichen Kontrolle entzieht und verfassungsrechtliche Grenzen eher als Hindernisse denn als Verpflichtungen betrachtet.

Ein Herrscher, der sich selbst für unentbehrlich hält, kommt bald zu der Überzeugung, dass das Gesetz entbehrlich ist. Eine Regierung, die persönliche Ambitionen über die öffentliche Rechenschaftspflicht stellt, beginnt, verfassungsrechtliche Beschränkungen eher als Hindernisse denn als Schutzmaßnahmen zu betrachten. Und eine Nation, die rohe Gewalt mit Autorität verwechselt, wird unweigerlich eher durch Angst als durch Zustimmung regiert.

Wenn ein Präsident sich mit Militärparaden umgibt, die Verteidigungsbudgets auf obszöne Höhen treibt, Bundeskräfte gegen die Zivilbevölkerung einsetzt und darauf besteht, dass seine persönliche Moral der einzige Schutz vor Missbrauch ist, dann driftet die Republik nicht mehr in Richtung Tyrannei – sie gleitet schnell dahin.

Und wenn das Ego zur Politik wird, sind die Ergebnisse vorhersehbar: ewiger Krieg, endlose Überwachung, normalisierte Gewalt, Kriminalisierung von Dissens und eine Öffentlichkeit, die darauf konditioniert ist, Missbräuche im Namen der Sicherheit und des Patriotismus zu akzeptieren.

So fallen Republiken. So fallen Staaten. So fallen Systeme.

Nicht auf einmal. Nicht mit einem einzigen Staatsstreich oder einer einzigen Erklärung. Sondern allmählich, durch die stetige Aushöhlung von Normen, die Aushöhlung von Institutionen und die stille Aufgabe moralischer Verantwortung. Paine warnte, dass „eine lange Gewohnheit, etwas nicht für falsch zu halten, ihm den oberflächlichen Anschein von Richtigkeit verleiht (a long habit of not thinking a thing wrong gives it a superficial appearance of being right)“. Diese Warnung hallt heute mit erschreckender Deutlichkeit nach.

Nicht nur die US-Amerikaner werden darauf trainiert, Dinge zu akzeptieren, die einst undenkbar gewesen wären: Strafverfolgungsbehörden, die ohne Konsequenzen töten, Präsidenten, die sich über das Gesetz hinwegsetzen, Kriege, die ohne Zustimmung begonnen werden, und Macht, die ohne Rechenschaftspflicht ausgeübt wird.

Diese Normalisierung ist die WAHRE Gefahr.

Das bringt uns zu der Frage, mit der das Papier „Common Sense“ einst die US-Amerikaner im Jahre 1776 konfrontierte – und mit der sich die USA jetzt erneut auseinandersetzen müssen: Sind die USA eine Nation, die durch Gesetze regiert wird, oder durch den Willen eines Mannes?

Wenn die Antwort Letzteres ist, dann können uns keine Wahlen, keine Gerichte und keine rituellen Beschwörungen des Patriotismus retten.

Die Gründerväter haben nicht alles riskiert, um einen Tyrannen durch einen anderen zu ersetzen. Sie haben die Monarchie nicht abgelehnt, um sich der Vorherrschaft der Exekutive anzuschließen. Sie haben die Gewaltenteilung nicht verankert, damit künftige Generationen mit den Schultern zucken und hoffen können, dass sich die Machthaber zurückhalten.

Sie verstanden, dass Freiheit moralischen Mut erfordert, nicht blinde Loyalität; dass Widerstand gegen Tyrannei kein Verrat, sondern Pflicht ist; und dass der Preis der Freiheit ewige Wachsamkeit ist – nicht ewiges Vertrauen.

Aber wenn das Gesetz selbst für korrupte Zwecke pervertiert wird, verschwindet die Last des Widerstands nicht. Sie verlagert sich.

Die US-Gründerväter verstanden noch etwas anderes – etwas, das die Geschichte immer wieder bestätigt hat: Wenn die Regierung in Gesetzlosigkeit versinkt, werden Menschen mit Gewissen, Glauben und tiefen moralischen Überzeugungen auf die Probe gestellt. Und sie erheben sich entweder, um sich der Ungerechtigkeit zu widersetzen, oder sie machen sich zu Komplizen ihrer Missbräuche.

Die Franklin Grahams dieser Welt, die ihre moralische Autorität gegen einen Platz an Trumps Tisch eingetauscht haben, möchten uns glauben machen, dass die rechtmäßige Reaktion darin besteht, sich einfach den Machthabern zu fügen. Aber die Heilige Schrift gebietet keinen blinden Gehorsam gegenüber der Macht. Dieselbe Bibel, auf die man sich beruft, um Unterwerfung zu fordern, berichtet auch von Propheten, die Königen die Stirn boten, von Aposteln, die sich ungerechten Herrschern widersetzten, und von Jesus selbst, der hingerichtet wurde, weil er sich weigerte, sich einem unmoralischen Staat zu unterwerfen.

Wie Martin Luther King Jr. betonte:

Man hat nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine moralische Verantwortung, gerechte Gesetze zu befolgen. Umgekehrt hat man eine moralische Verantwortung, ungerechte Gesetze zu missachten.

(One has not only a legal but a moral responsibility to obey just laws. Conversely, one has a moral responsibility to disobey unjust laws.)

Dieser Widerstand hat historische Wurzeln. In den Jahren vor der Amerikanischen Revolution war es das sogenannte „Black Robed Regiment“ – ein spöttischer Begriff, mit dem die Briten die Geistlichen der Kolonien bezeichneten –, das sich am vehementesten gegen die Tyrannei aussprach. Von den Kanzeln in den Kolonien predigten Pastoren, verurteilten die unkontrollierte Macht, verteidigten die Gewissensfreiheit und warnten, dass Gehorsam gegenüber ungerechter Autorität selbst eine Form moralischer Korruption sei. Wo sind diese heute? Wo wraen sie in der Plandemie?

Diese Geistlichen predigten nicht die Unterwerfung unter die Macht. Sie predigten Widerstand dagegen.

Im nationalsozialistischen Deutschland beobachtete der Theologe Dietrich Bonhoeffer, wie die Kirche nach und nach ihre Unabhängigkeit aufgab und sich der Staatsmacht unterordnete. Bonhoeffer warnte, dass die Kirche, wenn sie angesichts des Bösen schweigt – oder schlimmer noch, wenn sie Ungerechtigkeit mit religiöser Sprache verschleiert -, überhaupt keine Kirche mehr ist. Schweigen, so argumentierte er, sei keine Neutralität, sondern Kollaboration.

Bonhoeffer bezahlte diese Überzeugung mit seinem Leben.

Diese Pastoren verstanden, dass es nicht die Aufgabe der Kirche ist, das Imperium zu heiligen, sondern sich ihm entgegenzustellen.

Die gleichen Themen, die sich durch Paines „Common Sense“ und das spätere Werk „American Crisis“ ziehen, sind heute genauso aktuell wie vor 250 Jahren: Kein Herrscher steht über dem Gesetz, keine Regierung hat Anspruch auf unkontrollierte Macht, und kein Volk bleibt frei, das sein Gewissen den Ambitionen der Mächtigen unterwirft.

Die Geschichte hat bereits gezeigt, was als Nächstes passiert: Wenn eine Regierung die Freiheit zerstört, ist es nicht nur das Recht des Volkes, Widerstand zu leisten – es ist seine Pflicht. Gerade wenn ein US-Präsident sich als „Retter“ geriert, während er in Wahrheit Teil der Agenda, Teil des Spiels ist. Teil des Tiefen Staates, der nur von rechts anstatt links kommend die Agenden der Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE) durchsetzt.

Quellen:
This Is What Tyranny Looks Like Now: No Crowns. No Coups. Just Unchecked Power.
Two Hours, Scores of Questions, 23,000 Words: Our Interview With President Trump
The Pamphlet That Has Roused Americans to Action for 250 Years
From John Adams to Massachusetts Militia, 11 October 1798
Sex, lies and tabloids: hush payments to women that spell danger for Trump
A timeline of Donald Trump’s three marriages, numerous rumored affairs, and sexual misconduct allegations
Analysis: Trump keeps lying while accusing others of lying
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I. Jefferson’s Draft, [before 4 October 1798]
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The Black Robed Regiment: The Role of American Clergy in the American Revolution
Dietrich Bonhoeffer

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