US-Verschuldung: Die 30.000.000.000.000 US-Dollar sind gerissen

US-Verschuldung – Bildquelle: Pixabay /geralt; Pixabay License

Die USA haben diese Woche die Marke von 30 Billionen US-Dollar Verschuldung erreicht. Am Dienstag meldete das US-Finanzministerium, dass die gesamten ausstehenden Staatsschulden die Marke von 30.000.000.000.000 US-Dollar überschritten haben. Das entspricht 231.000 US-Dollar pro Haushalt.

Die Zinsen für diese Schulden kosten den US-Steuerzahler derzeit 900 Millionen US-Dollar pro Tag oder 330 Milliarden US-Dollar pro Jahr. So enorm diese Summe auch erscheinen mag, sie ist derzeit aufgrund der niedrigen Zinssätze sogar künstlich niedrig gehalten.

Obwohl die Federal Reserve davon spricht, die Zinssätze noch in diesem Jahr erhöhen zu wollen, hält sie die kurzfristigen Zinsen weiterhin nahe Null. Zudem greift sie seit langer Zeit aktiv in den Anleihemarkt ein, um die längerfristigen Staatsanleihen bzw. deren Ausgabe “irgendwie im Griff zu haben”.

Sollten sich die Zinssätze im Verhältnis zur Inflation normalisieren (die laut dem jüngsten offiziellen Verbraucherpreisindex bei 7% liegt), also steigen, würden die Kosten für den Schuldendienst zu einer ausgewachsenen Haushaltskrise führen. Ohne drastische Ausgabenkürzungen und/oder Einnahmeerhöhungen würden die US-Staatsfinanzen unfinanzierbar werden.

Die Frage ist daher nur, wann die Schulden so groß werden, dass sie nicht mehr bedient werden können – zumindest nicht mit herkömmlichen Methoden.

Laut Michael A. Peterson, Vorsitzende der Peter G. Peterson Foundation, “sehen wir bereits jetzt einer zusätzlichen Verschuldung von 13 Billionen US-Dollar in den nächsten zehn Jahren kommen, und weiteren 30 Billionen US-Dollar in den zehn Jahren danach (we are already staring down the barrel at $13 trillion additional debt over the next decade, and a staggering $30 trillion more in the ten years after that)”.

Die Peterson Foundation geht davon aus, dass die Zinsen der am schnellsten wachsende Teil des US-Bundeshaushalts sein werden und bis 2050 fast die Hälfte aller Steuereinnahmen verschlingen werden. Wahrscheinlicher ist es aus meiner Sicht, dass es weit vorher zu einer Implosion des Finanzsystem kommen wird.

Es gibt im Grunde genommen keinen plausiblen, nachvollziehbaren Weg zu einer soliden Finanzlage in den Industriestaaten. Die Zinszahlungen plus die Ausgaben in den USA insbesondere für Verteidigung, sowie Pensionansprüche und andere “obligatorische” Ausgaben übersteigen alle diskretionären Ausgaben, die theoretisch gekürzt werden könnten.

Unabhängig davon, welche Partei in den kommenden Jahren den Kongress oder das Weiße Haus kontrolliert, wird es politisch unmöglich sein, den Folgen der steigenden Ausgaben und der sich ausweitenden Kreditaufnahme zu entkommen.

Was können wir daher für die Zukunft erwarten?

Obwohl eine Zahlungsunfähigkeit technisch möglich ist, kann sie mit unserem bisherigen Geldsystem im Grundsatz sogar auf Dauer verhindert werden.

Die Federal Reserve kann einfach per Knopfdruck die Geldmengen erzeugen, die die Regierung benötigt, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Sie kann Staatsanleihen in unbegrenzten Mengen aufkaufen. Und sie könnte sogar “Überlegungen” wie eine Billionen-Dollar-Platinmünze ermöglichen, mit denen das US-Finanzministerium massive Einnahmequellen generieren kann, ohne neue Anleihen ausgeben zu müssen.

Die Logik der bisherigen Entwicklung besagt, dass die Schuldenkrise zu einer Währungskrise führen wird. Dies würde wohl zu einem Teufelskreis führen: rasch steigende Schuldenstände und Kosten für den Schuldendienst erfordern eine rasche Ausweitung des Geldangebots, was wiederum die Inflation anfacht und die Zinskosten in die Höhe treibt.

Das “kostenlose” Geld der Fed und der anderen Notenbanken hat natürlich seinen Preis. Und diese Kosten werden von den Inhabern von US-Dollar/Euro/usw. und auf diese lautenden Schuldverschreibungen getragen, die ihre Kaufkraft immer mehr verlieren.

Etwas, was bereits jetzt überdeutlich ersichtlich geschieht.

Nicht nur die US-Regierung emittiert Anleihen mit enorm negativen realen Renditen und belastet die Anleihegläubiger mit dem Äquivalent einer konfiskatorischen Steuer auf ihre Bestände. Kluge Anleger könnten die Zeichen der Zeit erkennen und ergreifen vermehrt Maßnahmen, um sich vor der bevorstehenden großen Währungsabwertung zu schützen.

Das Investitionsklima wird wahrscheinlich volatil bleiben. Leider neigen inflationäre Zeiten dazu, wilde Kursschwankungen in allen Anlageklassen hervorzurufen. Die eine Anlageklasse, die mit Sicherheit an Wert verlieren wird, sind Anleihen und Bargeld. Sie versprechen konservativen Anlegern stetige Renditen, aber in einem Umfeld negativer Realrenditen werden sie nichts einbringen.

Das einzige “Bargeld”, das nachweislich die Kaufkraft auf Dauer erhält, ist Hartgeld – Gold und Silber.

Es erfordert von den Anlegern Geduld und Engagement, während der unvermeidlichen Abwärtsbewegungen an den Terminmärkten an ihren Edelmetallbeständen festzuhalten. Die unvermeidlichen Aufschwünge werden die Zeiten der Underperformance mehr als wettmachen.

Während einer Währungskrise oder einer Stagflation wie in den 1970er Jahren kann ein Ansturm auf sichere Häfen zu spektakulären Kursgewinnen bei Gold und Silber führen, die über die Inflation hinausgehen. Die Chance besteht nun darin, dass die Metalle im Verhältnis zu dem Krisenschutz, den sie bieten, unterbewertet sind.

Insbesondere Silber ist im Vergleich zu so gut wie allen anderen Rohstoffen auf der Welt historisch günstig. Das Ergebnis ist, dass Silber, wenn es soweit ist, wie die sprichwörtliche Rakete abheben kann.

Anmerkung: Dieser Artikel stellt keine Beratung oder Empfehlung in Finanzfragen dar. Noch ist er zur Anlageberatung geeignet. Er spiegelt nur meine persönlichen Einschätzungen zur aktuellen Fiskalpolitik und geopolitischen Lage wieder.

Quellen:
New National Debt Milestone Signals Currency Crisis Ahead
Peterson Foundation Statement on $30 Trillion National Debt Milestone

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