Gastbeitrag: Energie-Wahnsinn in Deutschland – 4,8 Millionen Haushalte können sich Strom nicht mehr leisten!

Stromtrassen Bildquelle: Pixabay / jplenio; Pixabay LicenseStromtrassen Bildquelle: Pixabay / jplenio; Pixabay License

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Heute las ich einen Artikel, wo auf die akute Strompreispolitik in Deutschland eingegangen wurde.

Bereits im ersten Quartal 2019 haben rund zwei Drittel (568) der 826 Grundversorger in Deutschland die Preise um durchschnittlich rund 5 Prozent erhöht. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh sind das Mehrkosten von rund 60 Euro im Jahr.

Nun stellen sie sich vor, sie müssen in ca. 10 Jahren zum TüV und ihr Automobil bekommt keine Plakette mehr weil zu alt, zu umweltschädlich, zu was auch immer. Da steht es ihnen natürlich frei, sich bei einem etablierten Automobilhersteller eine fahrende Batterie mit allem unnötigen Schnick und Schnack zuzulegen (insofern sie sich das noch leisten können) oder eben auf den Drahtesel umzusteigen.

Warum das? Ganz einfach weil es ab einem bestimmten Zeitpunkt nichts anderes mehr zu kaufen gibt.

Leider lassen hier die Damen und Herren in Berlin ein paar grundlegende Sachen außer Acht.

Und die wären:

1. Das hiesige Stromnetz ist für derlei Vorhaben überhaupt nicht ausgelegt.
2. Die noch vorhandenen Kohlekraftwerke sollen nach und nach vom Netz genommen werden, die erneuerbaren Energielieferanten können aber den steigenden Bedarf nie und nimmer deckeln.
3. Was wird aus den rollenden Batterien wenn diese abgewirtschaftet haben?
4. Die Ressourcen um alle neuen Fahrzeuge mit Akkus auszustatten werden immer knapper und sind daher hart umkämpft, zu Lasten der Menschen und der Umwelt.
5. Der Strom wird immer teurer und viele können sich dann ein eigenes Auto überhaupt nicht mehr leisten.

1. Das hiesige Stromnetz ist für derlei Vorhaben überhaupt nicht ausgelegt.

Hier mal ein Bericht aus der WiWo, der sehr anschaulich verdeutlicht, dass unser heimisches Netz sehr schnell an seine Grenzen stoßen würde, sollten wie von den „Grünen“ gewünscht, noch mehr Menschen auf eine Elektroschleuder umsatteln.

Viel schlimmer noch, es gibt überhaupt keine Infrastruktur für eine flächendeckende Versorgung mit Ladestrom für E-Autos. Aktuell ist dies nur für Bürger mit Haus, Hof und Garage, sowie Tiefgaragenstellplatz oder Stromanschluss in der Firma möglich.

Ja aber was machen dann Müller, Mayer, Schulze die im Wohngebiet um die Ecke wohnen? Kabel aus dem Fenster oder über den Balkon, quer über den Gehweg hin zur Elektroschleuder? Vorausgesetzt man bekommt eine Lücke direkt vor dem Haus!

Meines Erachtens sind die „Vordenker“ in Berlin mal wieder viel zu hastig bei der Sache. Dabei lassen sie einen genialen Ansatz aus Ingolstadt völlig außer Acht. Dieser hat jedoch gigantisches Potential und würde sich in die schon bestehende Infrastruktur hervorragend integrieren lassen.

Ich spreche hier von Roland Gumpert und seinem neuen Sportwagen RG Nathalie. Dieser wird angetrieben von 4 Elektromotoren und diese werden versorgt von einer Methanol-Brennstoffzelle. Reichweite: 850 KM dank Duo-Hybridtechnik. Die Methanolbrennstoffzelle versorgt nämlich parallel zu den 4 Elektromotoren auch noch einen Speicherakku der vorwiegend für Kurzstrecken, z.B. in der Stadt, ideal geeignet wäre. Einziges Manko, der Sportwagen kostet schlappe 420.000 Euro.

Die Entwicklung kostengünstigerer Modelle ist in vollem Gange, so Gumpert, wird aber noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen. Ganz großes Plus, die Betankung des Autos wäre nach 3 Minuten abgeschlossen. Somit entfällt lästiges Warten (ca. 45min) an der Ladestation. Die Sprit-Kosten würden gemäss der Theorie in etwa den heutigen Preisen für gängige Kraftstoffe entsprechen.

2. Die noch vorhandenen Kohlekraftwerke sollen nach und nach vom Netz genommen werden

Die deutsche Regierung möchte bis 2038 sämtliche Kohlekraftwerke Deutschlands vom Netz nehmen. Dumm nur, dass die erneuerbaren Energien die steigende Nachfrage bald nicht mehr decken können. Grund auch hier: Die fehlende Infrastruktur.

Während hier der Kohleausstieg massiv vorangetrieben wird, baut Polen kurz hinter der Grenze gerade ein neues Kohlekraftwerk. Weltweit sollen in den nächsten Jahren ca. 1400 neue Kohlekraftwerke entstehen. Die führenden drei großen Nationen, was Kohlefeuerung angeht, China, die USA und Indien haben beim Weltklimagipfel in Paris verkündet, dass sie dieses Spiel nicht mitspielen wollen um ihre Wirtschaft nicht zu gefährden.

Was aber wird aus der Wirtschaft in Deutschland, wenn demnächst das Licht ausgeht??

Aktuell befasst man sich immer noch mit der Frage, wie man die gewonnene Energie der Offshore-Windparks in der Nordsee unter die Leute bringen kann. Es laufen derzeit teure Planfeststellungsverfahren, worin man sich streitet, ob der Umwelt zuliebe teure Erdkabel oder hässliche Überlandleitungen aus Kostengründen verlegt werden sollen.

Hier sind uns die Skandinavier wieder einen Schritt voraus. Die haben nämlich ein 580Km langes Unterseekabel von Norwegen nach Holland verlegt. Der in der Nordsee gewonnene Strom wird also an Norwegen und Holland verkauft, nur der Deutsche schaut wieder in die Röhre und wundert sich warum seine Stromrechnung immer höher wird…

3. Was wird aus den rollenden Batterien wenn diese abgewirtschaftet haben?

Die Lebensdauer einer Autobatterie liegt derzeit bei 6 bis 8 Jahren. Eine in etwa ähnliche Lebensdauer wird für die Akkus der Elektroschleudern angegeben. Nun möchte sich aber nicht jeder von uns alle 6 bis 8 Jahre ein neues Auto kaufen. Ergo muss der Akku (sofern möglich) in der E-Schleuder ausgetauscht werden. Nun ist aber die Entsorgung von dieser Menge Autobatterien nicht gerade billig und geht bisweilen arg zu Lasten der Umwelt.

BMW verfolgt hier zusammen mit Vattenfall eine sehr clevere Lösung. Die nutzen ausgetauschte BMW-i3 Batterien als Speichermedium für gewonnene Solar und Windenergie. Aktuell bestehende Standorte nähe Amsterdam und Hamburg sollen zukünftig weiter ausgebaut werden.

Alles schön und gut, aber wer bezahlt ihnen nach sagen wir 6 Jahren den neuen Akku (Kosten ca. 19.000 Euro) in ihrem schönen „BMW-i3“?? Die Bayern, oder Vattenfall?? Ich glaube nicht.

Den bezahlen Sie!!

4. Die Ressourcen werden immer knapper

Der wichtigste Rohstoff für die Mobilitäts-Wunschfantasien der „grünen Ökospinner“ ist und bleibt voraussichtlich noch für lange Zeit Lithium. Viele lassen dabei völlig außer Acht, das die Vorkommen auf dieser Kugel nur begrenzt sind. Aktuell laufen zwar Forschungen, um diesen Rohstoff zu ersetzen, aber das dauert noch Jahre oder gar Jahrzehnte. Bis dahin wird Lithium im steigenden Maße benötigt.

Der Abbau geht mit unter zu Lasten der Umwelt und der Menschen. In Argentinien und Chile hat die Gewinnung besorgniserregende Ausmaße angenommen. Dort sind die Einheimischen von massiver Wasserverknappung und ausufernder Belastung der Umwelt betroffen. Die Politik schaut weg. Man spricht mitunter von riesigen Summen an Schmiergeldern die dort geflossen seien sollen.

Während in Deutschland die „Ökospinner“ die E-Schleudern in den Himmel loben, kämpfen in Südamerika die Menschen ums nackte Überleben. Die CO2-Belastung wird hier nur verlagert. Denn auch die Produktion dieser Akkus ist mit enormen Ausstoß von Co2 verbunden.

5. Der Strom wird immer teurer.

Was wir hier sehen, hat sich der Strompreis seit 2000 mehr als verdoppelt. Tendenz steigend!

Wie bereits im Titel des Artikels erwähnt, können sich 4,8 Millionen Haushalte in Deutschland den Strom nicht mehr leisten und ihnen droht die Abschaltung. Auch hier Tendenz steigend.

Was aber nun, wenn in der Garage eine E-Schleuder ebenfalls an der Steckdose hängt. Glaubt man den Berechnungen der WiWo, wäre der Betrieb einer E-Schleuder mit erheblichen Mehrkosten im Monat verbunden – vom Anschaffungspreis mal ganz abgesehen.

Fazit: Für viele von uns wird in Zukunft das eigene Auto schlichtweg nicht mehr zu bezahlen sein. Ohne ein Umdenken der Politik in Bezug auf Steuerersparnis, Subventionen in der Anschaffung und der Bereitstellung von günstigerem Industriestrom für die Ladestation der E-Autos, werden sich viele Menschen mit der Frage „wie komme ich künftig zur Arbeit“ beschäftigen müssen.

© Nomi78

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