Energie: Fallender globaler Ölpreis bei steigenden Preisen in Deutschland

Ölfässer - Bildquelle: Wikipedia / Trevor MacInnis

Ölfässer – Bildquelle: Wikipedia / Trevor MacInnis

Der Ölpreis ist aktuell in aller Munde. Insbesondere in Süddeutschland, wo aufgrund angeblicher Lieferengpässe (Niedrigwasser Rhein, Explosion der Raffinerie bei Vohburg) die Preise für Heizöl und Benzin explodieren. Während wir in Österreich, dass einen Großteil seiner Benzinlieferungen über die Ingolstädter Raffinerie (zu der auch Vohburg gehört) bezieht, und in der Schweiz (das wiederum seine Lieferungen zumeist per Binnenschifffahrt erhält), keine explodierenden Preise sehen, stöhnen Haus- und Autobesitzer in Deutschland über genau dieselben.

Jedoch ist außerhalb des deutschen Ölmarkts festzustellen, dass der weltweite Ölpreis stark gefallen ist. Das letzte Mal als wir einen ähnlichen Einbruch erlebt haben, hatte die Federal Reserve gerade damit beginnen ihre Manipulationsmaßnahmen des Quantitative Easing (Quantitative Lockerung, QE) zu beginnen. Letztlich ein Indiz dafür, dass die Fed indirekt den Ölpreis zur damaligen Zeit hoch hielt.

Der Ölpreis sank am Dienstag. Die Rohölpreise für die Crude-US-Benchmark fielen auf ihrem niedrigsten Stand seit Jahresbeginn, [und] dehnten ihre Rekordverluste auf zwölf aufeinander folgende Preisfestsetzungen aus und das globale Benchmark-Crude-Rohöl stieg offiziell in einen Bärenmarkt ein.

Die Erdgas-Futures stiegen unterdessen um mehr als 8% und erreichten ihren höchsten Stand seit fast vier Jahren, da der Heizkraftstoff aufgrund der Erwartung einer starken Winternachfrage weiter anstieg. Der Anstieg erfolgt einen Tag, nachdem die Futures-Preise ein fast zweijähriges Hoch erreicht haben.

(Oil prices sank on Tuesday, with U.S. benchmark crude settling at its lowest year-to-date, stretching its record streak of losses to a 12th session, and global benchmark crude officially entering a bear market.

Natural-gas futures, meanwhile, jumped by more than 8%, to settle at their highest level in nearly four years as the heating fuel continued to soar on the back of expectations for strong winter demand. The move comes a day after futures prices settled at an almost two-year high.)

Hohe Preise können zum Teil darauf zurückgeführt werden, dass der US-Dollar als Petrodollar einem Entwertungsdruck ausgesetzt ist. Im aktuellen Fall der sinkenden Preise ist logischerweise ein anderer Mechanismus am Werk. Zum einen wird in der Erklärung des Mainstreams das Wort “Nachfrage” so gut wie immer ausgespart. Man will nicht über die nachlassende Nachfrage nach Öl und Energie sprechen, weil dies gleichzusetzen wäre, sich einzugestehen, dass wir uns in einem wirtschaftlichen Niedergang befinden. Zum zweiten reduziert die Fed jetzt ihre Bilanz monatlich um 50 Milliarden US-Dollar, was als Katalysator für den jüngsten Einbruch beim Ölpreis wirken könnte.

Die Verluste, die sich bei der ausgedehnten Preisfestsetzung am Montag aufheizten, nahmen zu und der Rohölpreis für Dezember CLZ8 fiel um 4,24 US-Dollar oder 7,4%, um sich bei 55,69 US-Dollar je Barrel an der New York Mercantile Exchange einzupendeln. Dies war der niedrigste Front-Monats-Kontraktabschluss seit dem 16. November 2017 und laut Dow Jones Market Data der größte Rückgang innerhalb eines Tages seit mehr als drei Jahren.

Der Tag des Preiseinbruchs bei Öl markierte den 12. Rückgang in Folge, die längste Verlustserie für den Rohstoff seit Beginn des WTI-Handels im Jahr 1983. Der Montag war der 11. Verlusttag bei den Lieferverträgen.

(Picking up on losses that heated up in Monday’s extended session, crude for December CLZ8, -7.78% fell $4.24, or 7.1%, to settle at $55.69 a barrel on the New York Mercantile Exchange. That was the lowest front-month contract finish since Nov. 16, 2017, and biggest one-day percentage decline in more than three years, according to Dow Jones Market Data.

The down day for oil marked the 12th consecutive decline, the longest series of losses for the commodity since WTI started trading in 1983. Monday marked an 11th straight loss for the contract.)

Zwar gibt es viele Einflussfaktoren, die es zu berücksichtigen gilt, aber ein Preis von 30 US-Dollar scheint wieder möglich zu sein – außer es kommt zu einem weiteren Krieg bzw. größeren Konflikt.

Quelle:
U.S. oil prices sink 7% to lowest settlement of the year as Brent enters bear market


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