Roundup/Glyphosat: Neue Studie zeigt Veränderungen der Darmmikrobiome von Ratten

Glyphosate - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Wikipedia/Glyphosate

Glyphosate – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Wikipedia / Glyphosate

Eine neue Studie zu Glyphosat hat jetzt festgestellt, dass eine Roundup-Exposition zu erheblichen Veränderungen im Darmmikrobiom von Ratten führt.

Diese Studie wurde von einem Forscherteam an der Universitè Caen Normandie, Frankreich um Professor Gilles-Eric Seralini durchgeführt. Seralini ist Molekularbiologe und für seine wichtigen Studien zu genmanipuliertem Mais bei gleichzeitigem Einsatz von Glyphosat bekannt. Seine damaligen Ergebnisse zeigten, dass Ratten beim Verzehr von GMO-Mais, der mit Roundup behandelt wurde, Krebs bekommen. Es ist daher wenig verwunderlich, dass Monsanto als Hersteller von Roundup damals Maßnahmen einleitete, damit Seralini die Studie widerrufen musste. Später wurde die Forschungsarbeit in “angepasster Form” veröffentlicht.

In seiner neuesten Studie wurden Stuhlproben von Ratten analysiert, um Aussagen zu den Darmmikrobiomen machen zu können. In vitro gezüchtete Bakterien, wobei als Nährboden Kot von Kontrolltieren verwendet wurde, erhielten in einer zweiten Versuchsreihe eine Behandlung mit drei Roundup-Konzentrationen: 0,1 ppb, 400 ppm und 5.000 ppm.

Die Mannschaft um Seralini stellte dabei fest, dass eine geschlechtsspezifische Veränderung der Darmmikrobiomen bei weiblichen Ratten eintrat. So gab es einen Anstieg bei der Bacteroidetes-Familie S24-7, während die Lactobacillae-Bakterienfamilie abnahm. Diese Veränderung trat bei allen drei Dosen auf, was darauf hindeutet, dass diese in erster Linie auf den in Roundup eingesetzten Wirkstoff Glyphosat zurückzuführen ist und nicht auf die verabreichte Menge.

Zahlreiche Erkrankungen werden heute mit der sogenannten Darm-Mikrobiota-Dysbiose, wie entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs, in Verbindung gebracht. Zudem geht man davon aus, dass die Darmgesundheit, Einfluss auf Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lebererkrankungen, Fettleibigkeit und Autismus nehmen kann. Die französischen Forscher wiesen darauf hin, dass der stattfindende Anstieg der Darmkrankheiten in den westlichen Industrieländern nicht allein genetische Gründe haben kann, sondern dass auch Umweltfaktoren (wie der Einsatz von Roundup) eine große Rolle spielen.

Diese neue Studie könnte durchaus der Anstoß für weitere Studien in einem größere Umfang sein, die zeigen, dass Roundup auch zu Veränderungen der Darmmikrobiomen beim Menschen führen kann.

Die Initiative GM Watch fordert seit längerem weitere Untersuchungen bzgl. Roundup und dem Auftreten von Leberschäden. So hat eine Studie am King’s College London gezeigt, dass Roundup eine nicht durch Alkohol ausgelöste Fettlebererkrankung verursacht. Diese Erkrankung tritt dann auf, wenn sich Fettzellen in der Leber anreichern und zu Problemen führen, die von einer Gewebenarbenbildung, zu Leberzirrhose und Leberentzündung bis hin zu Leberkrebs und Leberversagen führen kann. Den in der Studie eingesetzten Ratten wurden bestimmte Dosen an Glyphosat verabreicht, die dem entsprechen was nach den offiziellen, gesetzlichen Regularien erlaubt ist.

Toxizitätsstudien an Ratten gelten in der Regel als ein gute Indikation dafür, ob eine bestimme Substanz ebenfalls Einfluss auf den menschlichen Organismus haben kann. Betrachtet man den weltweiten Einsatz von Roundup und wie viel davon bereits in unserer Nahrung, in Regen- und Trinkwasser nachgewiesen werden konnte, sind dies wahrlich beängstigende Ergebnisse.

Es wird interessant sein zu sehen, wie Monsanto aka Bayer auf diese neue Studie reagieren wird und wie man dort versucht Seralini und seine Forschungsergebnisse erneut zu diskreditieren.

Quellen:
ROUNDUP (GLYPHOSATE) FOUND TO CAUSE ALARMING CHANGES IN THE GUT MICROBIOME
Roundup Causes Major Changes in Gut Microbiome of Rats
Roundup causes changes in gut microbiome of rats
Glyphosate (RoundUp) found to cause liver disease… how much are you eating at every meal?
Glyphosate
Roundup (glyphosate) found to cause alarming changes in the gut microbiome


Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen. Dies gilt auch für die hier aufbereiteten Artikel, die nach besten Wissen und Gewissen verfasst sind. Um die Nachvollziehbarkeit der Informationen zu gewährleisten, werden alle Quellen, die in den Artikeln verwendet werden, am Ende aufgeführt. Es ist jeder eingeladen diese zu besuchen und sich ein eigenes Bild mit anderen Schlussfolgerungen zu machen.
www.konjunktion.info unterstützen:

Artikel teilen:

1 Kommentar...

    Sie müssen angemeldet sein, um die Kommentare lesen zu können.
Die Kommentierung wurde geschlossen, da der Artikel älter als drei Monate ist oder weil die Kommentarfunktion durch den Administrator gesperrt wurde.
Scroll Up